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Triathlon Normann Stadler bedauert seine Aussage

03.01.2005 ·  Der Sieger des Ironman auf Hawaii hat herabwertende Äußerungen gegenüber dem Paralympics-Sieger Czyz und dem Turner Hambüchen in einem Interview mit der Sonntagszeitung bedauert. Er hatte damit heftige Kritik hervorgerufen.

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Triathlet Normann Stadler hat herabwertende Aussagen gegenüber dem Paralympics-Sieger Wojtek Czyz und dem Turner Fabian Hambüchen in einem Interview mit der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ (Ausgabe vom 2. Januar) bedauert.

Der Ironman-Sieger von Hawaii des vergangenen Jahres hatte damit heftige Kritik hervorgerufen. Sogar Bundeskanzler Gerhard Schröder, der in Athen Czyz nach dessen Leichtathletik-Erfolgen umarmt hatte, nahm Stellung und nannte Stadlers Verhalten „unglaublich und beschämend“. In einer Passage des Interviews war es um die Wahl zu Deutschlands Sportler des Jahres gegangen - Stadler wurde Neunter.

Schröder: Verhalten „beschämend“

Er habe „ein echtes Problem“ damit, daß der Turner und der Behindertensportler besser abgeschnitten hätten. So hätte Hambüchen davon profitiert, daß Kunstturnen nach dem schweren Unfall Ronny Ziesmers besonders in den Blickpunkt gerückt sei. Und Czyz sei nicht zuletzt durch die emotionale Geste des Bundeskanzlers bekannt geworden. Czyz, der bei den Paralympics in Athen dreimal Gold gewonnen hatte, belegte bei der 58. Wahl zum Sportler des Jahres den fünften Platz, Hambüchen als Olympiasiebter den siebten Rang. Stadler sah seine Leistung nicht ausreichend gewürdigt.

Bundeskanzler Schröder wertete gegenüber der „Bild“-Zeitung (Montagsausgabe) Stadlers Aussagen als „grobe Unsportlichkeit“ und als „ganz böses, ja bösartiges Foul“. Schröder weiter: „Spitzenleistungen in unterschiedlichen Sportarten lassen sich kaum vergleichen. Ich habe Respekt vor jeder Spitzenleistung.“ Leistungen behinderter Sportler verdienten allerdings besondere Beachtung und Wertschätzung, weil diese Athleten mit der Art, ihr persönliches Schicksal zu meistern, anderen Mut und Hoffnung vermittelten, so der Bundeskanzler.

Normann Stadler rechtfertigte sich nun ausführlich auf seiner Website im Internet zu dem Zeitungsinterview, das schon Mitte Dezember geführt und auf Tonband aufzeichnet wurde.

„Ich bin sehr enttäuscht, daß von mir getätigte Aussagen während eines Gesprächs am 14. Dezember derartig einseitig und aus dem Zusammenhang gerissen durch die Medien aufbereitet werden. Die eigentliche Absicht meiner Aussage ist in der Darstellung völlig vernachlässigt worden. (...) Mein Bestreben in dem Gespräch galt einer objektiveren Beurteilung und einer fairen Vergleichsmöglichkeit der sportlichen Leistungen. Sie sind durch die Medien sehr starken Möglichkeiten der Beeinflussung ausgesetzt. Exemplarisch habe ich dies an den genannten Sportlern aufgezeigt. Es ist richtig, daß ich im Gespräch mit Redakteuren der F.A.Z. wertfrei eine gesonderte Wahl für Sportler mit Behinderungen angeregt habe, um faire Vergleiche zu ermöglichen.“

„Möchte mich bei den Betroffenen entschuldigen“

Der 31 Jahre alte Triathlet schreibt weiter: „Sportlerwahlen sind auch immer emotionale Entscheidungen. Aber darf das emotionale Moment bei der Wahl durch Sportjournalisten über der erreichten Leistung liegen? Dies ist die Frage, die ich in diesem Zusammenhang gestellt habe. Wenn dem so ist, sehe ich die Sache einfach anders und habe die emotionale Wertigkeit schlecht eingeschätzt und bin von einem anderen Ideal ausgegangen. Mir ist klar, daß es sehr schwer ist, solche Maßstäbe zu finden oder anzulegen, eine offene Diskussion sollte aber durchaus möglich sein.“

Er habe großen Respekt vor behinderten Sportlern und zähle einige zu seinem Freundes- und Bekanntenkreis. Aus seinem Verein, der MTG Mannheim, komme ein Goldmedaillengewinner der Paralympics. Stadler bestreitet die Aussagen selbst nicht, er beruft sich aber im Internet darauf, daß er die Abschrift des Tonbandmitschnitts nicht gegengelesen habe. Gegenüber der F.A.Z. hatte er eine Autorisierung nicht zur Voraussetzung für ein Interview gemacht. „Für die nicht autorisierten Veröffentlichungen möchte ich mich bei den Betroffenen entschuldigen“, schreibt Stadler. „Es ging mir nicht um Diskreditierung der Sportler oder behinderter Menschen, sondern um die Wahl und ihren Anspruch an sich und die Schwierigkeit der Vergleichbarkeit von Leistung.“

Quelle: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 4. Januar 2004,
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