Home
http://www.faz.net/-gub-7b0qi
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Tour de France Greipel gewinnt sechste Etappe

Ein weiterer Sieg für einen deutschen Sprinter: André Greipel entschied die sechste Etappe für sich. Er nähert sich damit auch dem Grünen Trikot. Das Gelbe Trikot hat als erster Südafrikaner Daryl Impey übernommen.

© dpa Sieg in Montpellier: André Greipel hat Zeit zum Jubeln

Mit Wut im Bauch ist André Greipel zu seinem ersten diesjährigen Etappensieg gerast. Im Ziel der sechsten Etappe der 100. Tour de France in Montepellier führte diesmal kein Weg vorbei am „Gorilla“, wie er sich gern nennen lässt. Greipel verwies nach 176,5 Kilometern im Massensprint Peter Sagan und Marcel Kittel, den Träger des ersten Gelben Trikots, auf die Plätze und feierte seinen insgesamt fünften Tageserfolg beim wichtigsten Etappenrennen der Welt.

Mark Cavendish, der am Vortag in Marseille so eindrucksvoll gewonnen hatte, stürzte 33 Kilometer vor dem Ziel, war im Finish aber wieder zur Stelle. Aber diesmal sprang nicht mehr als Rang vier für den ehemaligen Weltmeister aus dem Tony-Martin-Team heraus. Daryl Impey löste den Autralier Simon Gerrans als Träger des Gelben Trikots ab. Er ist der erste Südafrikaner, dem diese Ehre in der 110-jährigen Tourgeschichte zu Teil wird.

Mehr zum Thema

An den Vortagen schien der bullige Rostocker bereits der Verzweiflung nahe: Im ersten Sprint der diesjährigen Frankreich-Rundfahrt hatte der 30-Jährige in Bastia nicht eingreifen können, weil ihn ein Defekt gestoppt hatte. Am Vortag in Marseille blieb nach Unstimmigkeiten in seinem „Sprintzug“ nur Rang vier. Diesmal war bei brütender Hitze endlich der deutsche Meister an der Reihe. „Ich bedanke mich bei der Mannschaft, die mir den Sprint so gut vorbereitet hat“, sagte er.

169002257 © AFP Vergrößern Mann in Gelb: Daryl Impey ist der erste südafrikanische Gesamtführende in der Geschichte der Tour de France

Beim Jubeln ließ er die Muskeln spielen und fuhr freihändig über die Ziellinie. Im Gegensatz zum Vortag klappte die Spurtvorbereitung durch seine Teamkollegen diesmal perfekt. Der kraftvolle Rostocker übernahm die Spitze etwa 200 Meter vor dem Zielstrich und ließ sich von seinem Weg zum Triumph auf der Avenue de Vanièrs nicht mehr abbringen. „Wir waren heute total fixiert auf diesen Sprint. Das Team war sehr stark und konzentriert“, freute sich Greipel.

Die Zeit der Sprinter läuft ab

In den nächsten Tagen stehen die schnellen Männer allerdings nicht mehr im Mittelpunkt. Es geht in die Pyrenäen - ein Terrain, dessen Topografie Greipel und den anderen Sprintern überhaupt nicht zusagt. Erst der kommende Dienstag in Saint-Malo verspricht wieder ein Rendezvous der Sprinter zu werden. Nach seinem Sturz vom Vortag ist Jurgen van den Broeck, Co-Kapitän in Greipels Lotto-Team, ausgestiegen. Der Belgier klagte über heftige Kniebeschwerden und trat nicht mehr zum Start der sechsten Etappe an. Damit musste van den Broeck - 2010 noch Gesamtfünfter der Tour - bereits zum zweiten Mal in drei Jahren wegen eines Sturzes aufgeben.

„Durch den Ausstieg waren wir ganz schön down, umso wichtiger war heute dieser Sieg. Alles ist perfekt gelaufen. Wenn uns keiner vor die Karre fährt, sind wir schwer zu schlagen“, sagte Greipels Team- und Zimmerkollege Marcel Sieberg.

Quelle: DPA

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Frankreich-Rundfahrt Falscher Ehrgeiz kostet Kittel die Tour

Drei Monate lang wurde Marcel Kittel von einer Viruserkrankung außer Gefecht gesetzt. Das kostet den besten deutschen Radsportler nun auch seine Teilnahme an der Tour de France. Freuen darf sich dagegen John Degenkolb. Mehr

25.06.2015, 14:14 Uhr | Sport
Volvo Ocean Race Mastbruch wirft führendes Team zurück

Auf der fünften Etappe des Volvo Ocean Race ist der Mast des chinesischen Dongfeng Race Teams durchgebrochen. Das Team lag bisher in Führung. Mehr

31.03.2015, 11:38 Uhr | Sport
Tony Martin vor der Tour Ich riskiere meinen Leib – aber nicht mein Leben

Der Schlagmann gibt das Tempo vor: Bei der Tour de France will Tony Martin angreifen – und die erste Etappe gewinnen. Im FAZ.NET-Interview spricht der dreimalige Zeitfahrweltmeister über seine Pläne bei der Tour, brutale Abfahrten und ein Rennrad samt Rolle auf den Malediven. Mehr Von Michael Eder

03.07.2015, 08:15 Uhr | Sport
Serientrailer Sense8

Sense8, 2015. Regie: Lana und Andy Wachowski. Darsteller: Aml Ameen, Doona Bae, Jamie Clayton, Tina Desai, Tuppence Middleton, Max Riemelt und Daryl Hannah. Premiere: Sense8 ist ab dem 05. Juni an bei Netflix verfügbar. Mehr

06.06.2015, 10:50 Uhr | Feuilleton
Tour de France Skandal-Team Astana lässt Boom starten

Vor dem Start der Tour de France weist Radprofi Lars Boom auffällige Cortisol-Werte auf. Der höchst umstrittene Rennstall Astana lässt den Niderländer dennoch starten – und missachtet damit selbst auferlegte Regeln. Mehr

04.07.2015, 12:48 Uhr | Sport
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 04.07.2013, 17:34 Uhr

Wo bleibt die Wende?

Von Anno Hecker

Keine Aufarbeitung, kein Umdenken: Der Landessportbund Thüringen ist noch immer nicht bereit zur Auseinandersetzung mit geschundenen Athleten und Trainern der ehemaligen DDR. Warum streitet ihr nicht Auge in Auge? Mehr 3