Edvald Boasson Hagen hat am Mittwoch für den vierten Tagessieg eines Norwegers bei der 98. Tour de France gesorgt. Der Profi aus dem britischen Sky-Team holte sich im Ziel der 17. Etappe in Pinerolo in Italien seinen zweiten Erfolg bei der diesjährigen Frankreich-Rundfahrt. Er siegte als Solist mit 40 Sekunden Vorsprung auf den Niederländer Bauke Mollema, nachdem er elf Kilometer vor dem Ziel attackiert hatte. „Das war ein absolut toller Tag. Ich war gestern etwas enttäuscht, nicht gewonnen zu haben. Deswegen wollte ich es heute unbedingt schaffen“, sagte Hagen.
Alberto Contador hat im Kampf um das Gelbe Trikot mit mehreren Attacken bergauf und vor allem bergab versucht, weiter Boden gut zu machen. Aber die enormen Risiken vor allem auf der lebensgefährlichen Abfahrt vom Pramartino lohnten sich nicht: Er rollte nach 179 Kilometern als 22. zeitgleich mit Andy und Frank Schleck sowie Cadel Evans 4:26 Minuten hinter dem Tagessieger über die Ziellinie in Pinerolo.
Der Franzose Thomas Voeckler, der sich auf der Abfahrt zweimal versteuert hatte, kam weitere 27 Sekunden dahinter auf Platz 28 Ins Ziel. Er verteidigte sein Gelbes Trikot zwar noch einmal, aber seine Tage an der Spitze scheinen gezählt (siehe: Tour de France: Kommt auch für Voeckler der Hammer?). Auf der Etappe von Frankreich nach Italien, die einen Vorgeschmack auf die entscheidenden zwei Hochgebirgstage mit den Bergankünften am Col du Galibier und in L'Alpe d'Huez gab, hatte sich eine 14-köpfige Spitzengruppe nach knapp 60 Kilometern vom Feld gelöst. Aus ihr hatte Hagen sein Glück versucht und war zum zweiten Mal bei dieser Tour erfolgreich.