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Tour de France ARD und ZDF radeln wohl doch mit

20.01.2009 ·  ARD und ZDF übertragen nun wohl doch live von der Tour de France. Offenbar haben sich die Sender bei ihrer vollmundigen Ankündigung eines Ausstiegs verkalkuliert. Geltende Verträge verpflichten offenbar zur Übertragung.

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Die ARD setzt zur Rolle rückwärts an: Der öffentlich-rechtliche TV-Sender wird offenbar doch live von der Tour de France berichten. „Selbstverständlich wird es eine Berichterstattung geben, wenn auch Art und Umfang noch offen sind. Der Beschluss vom Oktober war ein Ausstieg aus der breitflächigen Live-Berichterstattung“, sagte ARD-Radsportsprecher Peter Meyer.

Live-Berichte in kleinerem Rahmen von etwa täglich einer Stunde sind „im Grundsatz“ denkbar: „Ob es Live-Anteile geben wird, entscheiden aber letztlich die ARD-Intendanten.“ Anfang Februar steht in Stuttgart die nächste Sitzung an.

ARD hat sich verkalkuliert

Der Sender hat sich mit seinem frühzeitigen Ausstieg offenbar verkalkuliert. Es war scheinbar Irrglaube, dem Vertrag zwischen dem Tour-Veranstalter ASO und der Europäischen Rundfunk-Union (EBU) nicht beigetreten zu sein. „Darüber laufen zurzeit Gespräche. Dem zu erwartenden Ergebnis will ich nicht vorgreifen“, sagte Meyer.

Der Vertrag zwischen ASO und EBU, der ARD und ZDF angehören, war kurz vor der vergangenen Tour über drei Jahre bis 2011 geschlossen worden. EBU-Präsident Fritz Pleitgen hatte bereits mehrfach erklärt, dass die Union im Januar 2008 verbindlich zu Verhandlungen beauftragt worden sei. Die Rechte kosten die beiden öffentlich-rechtlichen Sender für den Zeitraum etwa 20 Millionen Euro.

Allein will das ZDF nicht übertragen

Im Gegensatz zur ARD hat sich das ZDF stets zu dem Vertrag bekannt und will die Tour ebenfalls live übertragen, wenn das Erste dies tut. „Wir stehen Gewehr bei Fuß. Wir warten, bis sich die ARD äußert, und stellen unsere Planungen bis dahin zurück“, sagte ZDF-Sportchef Dieter Gruschwitz. Allein wolle das ZDF aber auf keinen Fall Live-Bilder zeigen. „Das ist nicht nur eine Kosten- sondern auch eine Programmfrage“, sagte Gruschwitz.

Man könne nicht drei Wochen lang jeden Nachmittag Radsport übertragen. Dies ginge nur wie bisher im Wechselspiel mit der ARD. Wann sich ARD, ZDF und EBU einigen, steht noch in den Sternen. Man habe laut Meyer ständigen Kontakt. Sein Kollege Gruschwitz mahnt jedoch zur Eile, schließlich müsse die technische Produktion der Tour-Übertragung frühzeitig geplant werden. Zudem finden bereits im April die Frühjahrs-Klassiker in den Benelux-Ländern statt.

Diese sind zwar nicht mehr Bestandteil des EBU-Vertrages, doch die ARD hatte von einigen Rennen stets Bilder gezeigt. Ob die Radsport-Fans in diesem Jahr in die Röhre schauen oder nicht, soll erst entschieden werden, wenn die Umstände um die Tour de France geklärt sind. Material für Radsport-Übertragungen sammeln beide Sender jedenfalls fleißig. Bei der Präsentation des Teams Milram waren beide Sender vor Ort. „Das war nach meiner Auffassung“, sagte Gruschwitz, „einfach unsere journalistische Pflicht.“

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