Jetzt behaupten wir einfach mal etwas: Auch Tiere haben eine Würde. Zum Beispiel Totilas, der als Pferd eine Zierde seiner Art ist. Nicht nur von seinem Bewegungsrepertoire haben ja auch schon so ausgekochte Leute wie Mitbesitzer Paul Schockemöhle geschwärmt, sondern auch von seiner faszinierenden Persönlichkeit und seinem strahlenden Charme. Das hält seine Entourage aber nicht davon ab, verbreiten zu lassen, der schwarze Hengst hätte einen Sexunfall erlitten, der ihn vorerst von seiner Arbeit im Dressurviereck abhalte. (Eines steht doch schon einmal fest: Akkord-Absamen auf einem hässlichen Lederbock, der weder wiehert noch duftet, sondern nur einen primitiven Reflex auslöst, ist ja wohl nicht einmal schlechter Sex, sondern gar keiner.)
Die traurige Erfahrung besonders im Dressursport hat uns gelehrt, dass Erklärungen, wie und wie sehr ein Pferd sich verletzt hat, sowieso nur selten ehrlich sind. Wieso also ausgerechnet diesmal beharren? Selbst wenn die von seiner Entourage verbreitete Version stimmen sollte, ist das keine Entschuldigung dafür, dass dieses wunderbare Tier, das unverständlicherweise immer noch bereit ist, den Menschen zu dienen, dem Spott sabbernder Ignoranten preisgegeben wird.
Merkwürdigkeiten 2.0
Angelika Sauer (A.M.Sauer)
- 10.03.2013, 21:23 Uhr
Lasst ihn doch einfach in Ruhe, den Schwarzen!
Rudolf Jedele (Horseconnect)
- 10.03.2013, 08:57 Uhr
Merkwürdigkeiten
Sebastian Fischer (SebastianF6)
- 10.03.2013, 07:07 Uhr
Was ist daran würdelos?
Eric Varnhagen (erichnabokov)
- 09.03.2013, 19:57 Uhr
Wozu hat das Tier seine Hufe
klaus keller (klkeller)
- 09.03.2013, 19:37 Uhr