Home
http://www.faz.net/-gub-75r36
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, HOLGER STELTZNER

Tommy Haas Der Schmerz wächst

Nach einem fast vierstündigen Auftaktspiel in fünf Sätzen scheitert Tommy Haas bei den Australian Open, und kokettiert danach, ob er in Zukunft „was Besseres“ macht.

© dpa Vergrößern Kein Durchblick: Tommy Haas vergibt gegen Jarkko Nieminen einen Matchball

Wer Tommy Haas gerne Tennis spielen sieht, sollte hoffen, dass er dafür noch eine Gelegenheit bekommt. „Wenn mir morgen jemand ein gutes Angebot für etwas Besseres macht, nehme ich es vielleicht an“, sagte der tief enttäuschte Hamburger mit Wohnsitz Florida.

Peter Penders Folgen:  

Eine Fünfsatzniederlage in der ersten Runde eines Grand-Slam-Turnieres ist ja schon bitter genug, aber diese bei den Australian Open in Melbourne war nach Wimbledon (gegen Philipp Kohlschreiber) und den US Open (gegen Ernst Gulbis) nun schon die dritte nacheinander. „Das ist eine harte Pille, die ich da schlucken muss“, sagte Haas, denn gegen den Finnen Jarkko Nieminen hatte er im fünften Satz beim Stand von 6:5 einen Matchball nicht nutzen können und schließlich nach 3:42 Minuten Spielzeit 6:7, 6:4, 3:6, 6:4 und 6:8 verloren.

„Das wird im Alter immer schlimmer“

Und bei der Verarbeitung hilft auch die ganze Erfahrung nicht weiter: „Das wird ein paar Tage schmerzen und im Alter immer schlimmer, weil man ja nie weiß, ob man noch einmal die Möglichkeit bekommt. Das sind ja die Turniere, bei denen man gerade gut spielen will.“

Mehr zum Thema

Die Chancen stehen trotz seiner 34 Jahre gut, dass dieser Auftritt nicht sein letzter in Melbourne war. Mittlerweile hat sich Haas nach der einjährigen Verletzungspause wieder bis auf den 21. Platz der Weltrangliste vorgespielt, und auch wenn diese Niederlage ganz besonders schmerzte, fühlte sie sich doch anders an als die letzten beiden negativen Erlebnisse. „Da hatte ich im fünften Satz keine Kraft mehr, das war diesmal anders“, sagte Haas, aber leichter machte das die ganze Geschichte auch nicht.

Zurück blieben die quälenden Gedanken, was er hätte anders machen können, und auch da kann zu viel Erfahrung störend sein. „Wenn man schon so viel mitgemacht hat, kann man sich auch dumm und dämlich denken da auf dem Platz“, sagte Haas, und am Schluss bleibt dann doch nur eine so simple Erkenntnis wie diese übrig: „Dieser eine Volley bei 6:5, den muss ich einfach reinspielen.“ Das wäre sein zweiter Matchball gewesen, und vielleicht hätte der dann gereicht. So aber nutzte Nieminen wenig später seine erste Chance.

Auch Florian Mayer hatte ein paar Stunden zuvor seinen ersten Matchball gegen den Amerikaner Rhyne Williams genutzt, aber dass es dazu überhaupt noch gekommen war, überraschte sogar den Bayreuther. Er ist ja auch schon 29 Jahre alt, hat einige Höhen und Tiefen hinter sich als Profi-Tennisspieler, und doch gibt es manchmal immer noch etwas Neues zu entdecken: „So unterirdisch schlecht wie in den ersten beiden Sätzen habe ich noch nie gespielt“, sagte Mayer, der sich letztlich aber doch noch 2:6, 3:6, 6:2, 7:6 (14:12), 6:1 durchsetzte und dabei im Tiebreak des vierten Satzes zwei Matchbälle abwehrte.

Australien Open

Herren-Einzel: 1. Runde:
Philipp Kohlschreiber (Augsburg/17) - Steve Darcis (Belgien) 6:2, 6:3, 6:4;
Florian Mayer (Bayreuth/25) - Rhyne Williams (USA) 2:6, 3:6, 6:2, 7:6 (14:12), 6:1;
Daniel Brands (Deggendorf) - Martin Klizan (Slowakei/27) 6:3, 3:6, 6:3, 6:4;
Benjamin Becker (Mettlach) - Aljaz Bedene (Slowenien) 4:6, 6:3, 7:5, 7:6 (7:1);
Jarkko Nieminen (Finnland) - Tommy Haas (Bradenton/Florida/19) 7:6 (7:3), 4:6, 6:3, 4:6, 8:6;

Quelle: FAZ.NET

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
WTA-Finals 2014 Wozniacki kämpft Scharapowa nieder

Maria Scharapowa verliert ihren Auftakt in die WTA-Finals in Singapur. Die Weltranglisten-Zweite muss sich in einem hart umkämpften Match Caroline Wozniacki geschlagen geben – und steht nun unter Zugzwang. Mehr

21.10.2014, 17:27 Uhr | Sport
Tommy Ramone ist tot

Der frühere Schlagzeuger der Punkband Ramones war das letzte noch lebende Gründungmitglied. Joey, DeeDee und Johnny Ramone starben in den Jahren 2001 bis 2004. Mehr

12.07.2014, 16:25 Uhr | Feuilleton
WTA-Finals Serena Williams besiegt Ana Ivanovic

Die Titelverteidigerin startet erfolgreich in die WTA-Finals: Im Auftaktmatch besiegt Serena Williams Ana Ivanovic. Die Serbin hilft jeweils mit entscheidenden Fehlern. Auch Simona Halep gewinnt. Mehr

20.10.2014, 15:13 Uhr | Sport
Gericht erlaubt im Einzelfall Cannabis-Anbau zu Therapiezwecken

Unter chronischen Schmerzen leidende Patienten haben die Erlaubnis, Cannabis aus therapeutischen Zwecken zu kaufen und zu nutzen. Unter strengen Auflagen soll der Eigenanbau im Einzelfall erlaubt werden. Mehr

22.07.2014, 15:59 Uhr | Gesellschaft
Tennis Roger Federer gewinnt in Shanghai

Einen Tag nach seinem beeindruckenden Halbfinalsieg über Titelverteidiger Novak Djokovic kämpft Roger Federer auch seinen Final-Gegner Gilles Simon nieder. Mehr

12.10.2014, 12:40 Uhr | Sport
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 15.01.2013, 12:36 Uhr

Zu viele Traumergebnisse

Von Michael Horeni

Von wegen Champions League: Kantersiege und Tennisergebnisse werden in der Vorrunde geradezu alltäglich. Der vermeintliche Elitewettbewerb bietet nicht mehr, was das Etikett verspricht. Mehr 4 14