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Tommy Haas Der Schmerz wächst

Nach einem fast vierstündigen Auftaktspiel in fünf Sätzen scheitert Tommy Haas bei den Australian Open, und kokettiert danach, ob er in Zukunft „was Besseres“ macht.

© dpa Kein Durchblick: Tommy Haas vergibt gegen Jarkko Nieminen einen Matchball

Wer Tommy Haas gerne Tennis spielen sieht, sollte hoffen, dass er dafür noch eine Gelegenheit bekommt. „Wenn mir morgen jemand ein gutes Angebot für etwas Besseres macht, nehme ich es vielleicht an“, sagte der tief enttäuschte Hamburger mit Wohnsitz Florida.

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Eine Fünfsatzniederlage in der ersten Runde eines Grand-Slam-Turnieres ist ja schon bitter genug, aber diese bei den Australian Open in Melbourne war nach Wimbledon (gegen Philipp Kohlschreiber) und den US Open (gegen Ernst Gulbis) nun schon die dritte nacheinander. „Das ist eine harte Pille, die ich da schlucken muss“, sagte Haas, denn gegen den Finnen Jarkko Nieminen hatte er im fünften Satz beim Stand von 6:5 einen Matchball nicht nutzen können und schließlich nach 3:42 Minuten Spielzeit 6:7, 6:4, 3:6, 6:4 und 6:8 verloren.

„Das wird im Alter immer schlimmer“

Und bei der Verarbeitung hilft auch die ganze Erfahrung nicht weiter: „Das wird ein paar Tage schmerzen und im Alter immer schlimmer, weil man ja nie weiß, ob man noch einmal die Möglichkeit bekommt. Das sind ja die Turniere, bei denen man gerade gut spielen will.“

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Die Chancen stehen trotz seiner 34 Jahre gut, dass dieser Auftritt nicht sein letzter in Melbourne war. Mittlerweile hat sich Haas nach der einjährigen Verletzungspause wieder bis auf den 21. Platz der Weltrangliste vorgespielt, und auch wenn diese Niederlage ganz besonders schmerzte, fühlte sie sich doch anders an als die letzten beiden negativen Erlebnisse. „Da hatte ich im fünften Satz keine Kraft mehr, das war diesmal anders“, sagte Haas, aber leichter machte das die ganze Geschichte auch nicht.

Zurück blieben die quälenden Gedanken, was er hätte anders machen können, und auch da kann zu viel Erfahrung störend sein. „Wenn man schon so viel mitgemacht hat, kann man sich auch dumm und dämlich denken da auf dem Platz“, sagte Haas, und am Schluss bleibt dann doch nur eine so simple Erkenntnis wie diese übrig: „Dieser eine Volley bei 6:5, den muss ich einfach reinspielen.“ Das wäre sein zweiter Matchball gewesen, und vielleicht hätte der dann gereicht. So aber nutzte Nieminen wenig später seine erste Chance.

Auch Florian Mayer hatte ein paar Stunden zuvor seinen ersten Matchball gegen den Amerikaner Rhyne Williams genutzt, aber dass es dazu überhaupt noch gekommen war, überraschte sogar den Bayreuther. Er ist ja auch schon 29 Jahre alt, hat einige Höhen und Tiefen hinter sich als Profi-Tennisspieler, und doch gibt es manchmal immer noch etwas Neues zu entdecken: „So unterirdisch schlecht wie in den ersten beiden Sätzen habe ich noch nie gespielt“, sagte Mayer, der sich letztlich aber doch noch 2:6, 3:6, 6:2, 7:6 (14:12), 6:1 durchsetzte und dabei im Tiebreak des vierten Satzes zwei Matchbälle abwehrte.

Australien Open

Herren-Einzel: 1. Runde:
Philipp Kohlschreiber (Augsburg/17) - Steve Darcis (Belgien) 6:2, 6:3, 6:4;
Florian Mayer (Bayreuth/25) - Rhyne Williams (USA) 2:6, 3:6, 6:2, 7:6 (14:12), 6:1;
Daniel Brands (Deggendorf) - Martin Klizan (Slowakei/27) 6:3, 3:6, 6:3, 6:4;
Benjamin Becker (Mettlach) - Aljaz Bedene (Slowenien) 4:6, 6:3, 7:5, 7:6 (7:1);
Jarkko Nieminen (Finnland) - Tommy Haas (Bradenton/Florida/19) 7:6 (7:3), 4:6, 6:3, 4:6, 8:6;

Quelle: FAZ.NET

 
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