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Tischtennis „Spieler wollten mich unbedingt“

15.12.2009 ·  Jörg Roßkopf wird neuer Tischtennis-Bundestrainer. Im Interview spricht das 40 Jahre alte deutsche Idol seiner Sportart über hartes Training und das bevorstehende Ende seiner Spielerkarriere.

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Jörg Roßkopf wird neuer Tischtennis-Bundestrainer. Im Interview spricht das 40 Jahre alte deutsche Idol seiner Sportart über hartes Training und das bevorstehende Ende seiner Spielerkarriere.

Sie folgen Richard Prause, der nach sechs Jahren an die Akademie des früheren Weltmeisters Werner Schlager nach Österreich wechselt. Überrascht Sie dessen Schritt?

Der Zeitpunkt hat mich überrascht. Dass es inmitten des Olympiazyklus passiert ist. Ich wäre nicht überrascht gewesen, wenn es 2012 nach den Olympischen Spielen in London passiert wäre.

Wie verstehen Sie sich mit Richard Prause?

Wir haben ein sehr offenes Verhältnis und sprechen viel miteinander. Richard war offen für andere Anfragen und interessante Aufgaben. Ich kann ihn nur beglückwünschen. Er musste die Sache annehmen. Auch sein Gehalt verbessert sich. Richard hat es sich verdient und erarbeitet.

Wäre ein sofortiger Stabwechsel besser gewesen?

Nein.

Haben Ihre Verhandlungen mit dem DTTB lange gedauert?

Wir haben drei Wochen miteinander gesprochen. Finanziell waren wir uns relativ schnell einig.

Hatten Sie Konkurrenz um das Amt des Bundestrainers?

Ich denke, dass ich der erste Ansprechpartner war. Die Spieler wollten mich unbedingt – und der Verband auch. Ich hätte mich schon gewundert, wenn es anders gelaufen wäre.

Was haben Sie als Assistent gelernt?

Sehr viel. Man muss zum Beispiel mit allen Spielern gut umgehen können. Und man muss auch ein bisschen Politiker sein. Man muss es vielen Leuten in vielen Bereichen recht machen. Ich werde aber meine Linie durchziehen und mich nicht umbiegen lassen. Man muss sich eine eigene Handschrift geben.

Wie sieht Ihre Handschrift aus?

Die Spieler müssen vielleicht ein bisschen mehr machen als in der Vergangenheit. Ich will den Tick härter trainieren. Ein Nationalspieler muss auch mehr trainieren als ein Bundesligaspieler.

Erreicht Timo Boll unter Ihnen sein großes Ziel, Weltmeister oder Olympiasieger zu werden?

Die spielerischen Möglichkeiten dazu hat Timo. Ich hoffe, ihm dabei helfen zu können, dass er sich irgendwann seine Medaille abholt. Das wäre dann zu einem minimalen Teil der Verdienst des Trainerteams.

Muss der Bundestrainer Roßkopf noch etwas lernen?

Der muss jeden Tag etwas lernen – wie jeder Spieler. Der Bundestrainer Roßkopf muss sicher ein paar Sachen mehr lernen, weil es neue Sachen sind. Ich bin jedenfalls sehr motiviert.

Wird der Bundestrainer Roßkopf erfolgreicher sein als der Spieler?

Dann müsste die Mannschaft Weltmeister und Europameister werden – und sie müsste eine Medaille bei Olympia holen.

Nach 24 Jahren beenden Sie im Sommer 2010 Ihre aktive Karriere? Fällt Ihnen das schwer?

Meine Karriere ist sowieso in den Endzügen. Zwar war ich mit der TG Hanau schon mehr oder weniger klar, dass ich noch ein Jahr weiterspiele. Jetzt beginnt aber meine Abschiedstour durch die Bundesliga.

Assistenztrainer der Herren-Nationalmannschaft ist Jörg Roßkopf schon seit über einem Jahr, seine Spielerkarriere lässt er austrudeln. Am Montag gab der Verband bekannt, dass das 40 Jahre alte deutsche Tischtennisidol seinen Chef Richard Prause im August ablösen wird.

Das Gespräch führte Jörg Daniels.

Quelle: F.A.Z.
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