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Tischtennis-Kommentar Ende der Vorstellung

 ·  Die Provinz-Bühnen sind nicht mehr der Nabel der deutschen Tischtennis-Welt. Nun zieht wieder ein Team aus der Frauen-Bundesliga zurück.

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So langsam gehen dem deutschen Profi-Tischtennis die Mannschaften aus. Nun zieht sich auch noch der TTSV Saarlouis-Fraulautern aus der Damen-Bundesliga zurück. Der Tabellenzweite wird in der kommenden Saison nicht mehr erstklassig antreten, so wie der Tabellenerste FSV Kroppach. Wenn die beiden deutschen Spitzenteams am 24. März gegeneinander antreten, ist das so etwas wie ein Totentanz.

Das Siechtum währt schon länger, die Damen-Liga besteht nur aus neun statt zehn Mannschaften und es wären nur acht, wenn nicht die Leutzscher Füchse aus Leipzig mit einer Sonderregelung spielen dürften. In der Herren-Oberklasse sind es schon nur noch acht Teams, weil sich kurz vor dem Saisonstart Hanau und Herne abgemeldetet hatten. Nachrücker wären möglich gewesen, aber es wollte keiner aus der Zweiten Liga aufsteigen. Die Kosten sind zu hoch, um ein einigermaßen konkurrenzfähiges Team zu bilden. Schon die Zweitklassigkeit ist teuer genug - die Traditionsvereine Borsum und Altena haben ihren Rückzug schon angekündigt.

Ein gesundes Geschäftsmodell gab es noch nie in den deutschen Profiligen, nicht bei den Herren, in noch viel geringerem Maß bei den Damen. Ohne Fernsehübertragungen, bei Zuschauerzahlen zwischen 50 und 1000 in der Halle, konnte und kann kein Sponsor damit rechnen, einen entsprechenden werblichen Gegenwert für sein Engagement zu bekommen.

Es sind Tischtennis-Liebhaberei, Lokalpatriotismus und persönliche, freundschaftliche Beziehungen (oder eine Mischung daraus) gewesen, die Unternehmer oder kleine Geschäftsleute zu Mäzenen werden ließen. An diesem Prinzip hat sich nichts geändert, es funktioniert nur nicht mehr so gut, weil die Globalisierung auch vor dem Tischtennis nicht halt macht. War man früher in der Provinz extrem stolz darauf, dass der lokale Held in der stärksten Liga der Welt eine ausländische Spitzenspielerin oder einen ausländischen Spitzenspieler schlug, so hat sich nun die Freude darüber deutlich verringert.

Kein Sterben, sondern ein Gesunden

Erstens, weil die aufgewerteten Weltranglistenturniere Aufmerksamkeit absorbieren und zweitens, weil die deutschen Nationalspieler bei Welt- und Europameisterschaften sowie bei Olympischen Spielen so erfolgreich sind wie nie zuvor. Die Provinz-Bühnen sind nicht mehr der Nabel der deutschen Tischtennis-Welt, weil die Deutschen auf den Brettern, die die Welt bedeuten, so eine gute Figur abgeben.

Diese Entwicklung mögen Nostalgiker bedauern, aber bei genauerem Hinsehen ist es kein Sterben, sondern ein Gesunden. Die deutschen Nationalspieler, die einen Großteil ihres Jahresverdienstes von den Klubs erhalten, können ihr Geld auch im Ausland verdienen. Und mit der Verpflichtung der zweiten und dritten nationalen Spielerklasse reduzieren die Vereine ihre Etats auf ein Niveau, das vielleicht doch noch refinanzierbar ist. Noch weniger Aufmerksamkeit als heute werden sie kaum zu fürchten haben.

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Jahrgang 1959, Sportredakteur.

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