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Thomas Haas Mitarbeiter verzweifelt gesucht

 ·  Heute hat Tennisprofi Thomas Haas Geburtstag. Er hat keinen Trainer, keinen Physiotherapeuten - aber viel Frust. Deshalb sucht er jetzt im Internet nach Unterstützung auf dem Weg zurück nach oben.

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Am Freitag feiert Thomas Haas seinen 31. Geburtstag, aber sein reifes Tennisalter gehört zu jenen Dingen, die ihn derzeit nicht bekümmern. „Einunddreißig ist ja noch nicht so alt. Ich hoffe, dass ich noch ein paar Jahre die Großen ärgern kann“, sagt Haas. Was den gebürtigen Hamburger allerdings extrem zu schaffen macht, ist sein Alleinsein. Privat ist der Deutsche bei seiner Verlobten, der amerikanischen Schauspielerin Sara Forster, zwar in festen und wohl auch besten Händen; aber auf der Profitour fehlen ihm seit Monaten Männer, die ihn stark machen. Ohne Trainer und ohne Physiotherapeuten tingelt Haas durch die Tenniswelt, und so langsam lässt ihn die vergebliche Suche nach zwei willigen Helfern verzweifeln. „Solange ich das nicht auf die Reihe bekomme, bin ich auch nicht dort, wo ich mental sein muss“, sagte Haas in Miami, nachdem er beim ATP-Masters-Turnier in der ersten Runde an Michail Kukuschkin, einem weithin unbekannten Qualifikanten aus Kasachstan, gescheitert war. (siehe auch: Tennis: Ergebnisse von den US Open)

Die dritte Erstrundenniederlage in seinem sechsten Turnier dieses Jahres markiert für Haas einen neuen Tiefpunkt. Bis auf Weltranglistenplatz 87 ist er mittlerweile abgerutscht, was zum einen an seiner monatelangen Verletzungspause in der vergangenen Saison liegt, zum anderen an den jüngsten Schlappen wie gegen Kukuschkin. Um eine Trendwende einzuleiten, forciert der ehemalige Weltranglistenzweite nun die Suche nach starken Hintermännern. Es sei „an der Zeit, meinen Einzelkämpferstatus abzulegen und mich nach guten und erfahrenen Leuten umzuschauen“, hat Haas eingesehen. Um zunächst das kleinere Teilproblem loszuwerden und schnellstens einen Physiotherapeuten zu finden, geht Thomas Haas einen Weg, der für einen weltbekannten und erfahrenen Tennisprofi zumindest ungewöhnlich ist: Er nutzt seine Homepage als Stellenmarkt: „Um keine weiteren gesundheitlichen Risiken einzugehen und zukünftig erneute Verletzungen an der lädierten Schulter ausschließen zu können“, heißt es in deutscher Sprache sowie englischer Übersetzung, suche er einen Physiotherapeuten: „Interessenten können ihre Bewerbungen mit ausführlichem Lebenslauf und Expertise an bewerbung@tommy-haas.net richten.“ Mit modernen Kommunikationsmitteln versucht Thomas Haas also, sein altes Problem in den Griff zu bekommen.

Acht Trainer verschlissen

Es ist nicht nur der Verschleiß an der rechten Schulter, der Haas seit Jahren zu schaffen macht. Es ist auch sein Verschleiß an Trainern. Seit er sich vor etwas mehr als zehn Jahren von Nick Bollettieri getrennt hatte, heuerte und feuerte der Deutsche nach amerikanischem Muster achtmal einen Coach. Seit vergangenen Herbst steht er ganz ohne festen Helfer da; darum bat er bei den zurückliegenden beiden Grand-Slam-Turnieren zwei alte Bekannte vorübergehend um Rat und Tat: Thomas Hogstedt betreute ihn bei den US Open im September, Davis-Cup-Kapitän Patrik Kühnen griff ihm bei den Australian Open im Januar unter die Arme (siehe: Australian Open: Thomas Haas bleibt auf der Suche). Nun hat Haas erkannt, „dass ich ohne Trainer nicht annähernd so gut zurechtkomme wie mit“.

Ein Ende der Übergangszeit ist aber noch nicht in Sicht, zumal Haas' Ansprüche mit fortschreitendem Alter gestiegen sind. „Perfekt“, so beschreibt der Hamburger seinen Traumtrainer, wäre ein ehemaliger Tennisprofi, der sich in seine Lage hineinversetzen kann, der seine Macken erträgt, möglichst Humor mitbringt, der ihm vor allem auch mal in den Hintern tritt.

Die biologische Uhr tickt unaufhörlich

Sein Dasein als langjähriger Einzelkämpfer macht die Suche nach einer qualifizierten Kraft so schwer. Anders als seine deutschen Profikollegen hat Haas, der als Talent früh ins Bollettieri-Camp wechselte und noch heute in Florida wohnt, keine Basis in Deutschland. Rainer Schüttler arbeitet seit vielen Jahren mit dem Hessen Dirk Hordorff zusammen, Nicolas Kiefers, der an diesem Sonntagabend im Zweitrundenmatch in Miami auf Roger Federer trifft, trainiert mit Sascha Nensel vom Leistungszentrum in Hannover, Philipp Kohlschreiber kann an der Tennisbase in Oberhaching auf Thomas Hogstedt zurückgreifen; jenen Schweden, der zuvor Haas' Angebot auf eine Festanstellung abgelehnt hatte.

Derzeit versucht Thomas Haas, bei einem Kurzurlaub mit seiner Verlobten in der Karibik sein Sportlerleben zu ordnen. „Kopf freikriegen, Seele baumeln lassen, neue Kräfte tanken“ - „damit ich nach meinem Geburtstag die Dinge angehen kann, die es jetzt anzugehen gilt“. Seine biologische Uhr als Tennisprofi tickt unaufhörlich.

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Jahrgang 1966, Sportredakteur.

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