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80:70 gegen Alba Berlin : Teure Bayern-Klasse schlägt jugendlichen Übereifer

Immer ein bisschen besser: Bayern München und Maik Zirbes (rechts) im Duell mit Alba Berlin und Bogdan Radosavljevic Bild: Imago

Im Spitzenspiel der Basketball-Bundesliga zeigt Bayern München Alba Berlin die Grenzen auf. Der Rückkehrer an die Tabellenspitze baut auf eines der nominell besten Teams, das die Bundesliga je sah.

          Als Stefan Peno dem großen Stefan Jovic den Ball aus den Händen spitzelte und auf den Korb der Bayern zustürmte, lachte das Herz der Feinschmeckern des Basketballs. Der Aufbauspieler der serbischen U-20-Nationalmannschaft im Duell mit dem Mann, dessen Fehlen die Serben im Endspiel der Europameisterschaft den Titel gekostet haben dürfte. Die Partie Alba Berlin gegen Bayern München am Sonntag bot einige solcher Delikatessen. Jovic (5 Punkte) blockte den Korbleger von Peno (3), da kam der Berliner Joshiko Saibou (8) angeflogen und drückte den Ball doch in den Korb: 37:35 und noch zweieinhalb Minuten bis zur Pause.

          Michael Reinsch

          Korrespondent für Sport in Berlin.

          Was Trainer Aleksandar Djordjevic seinem Team gesagt haben dürfte, war offensichtlich. Weniger der Zwischenstand von 45:43 Punkten als vielmehr die Differenz von 21:8 Rebounds belegte das überragende Engagement der jungen Berliner Mannschaft im Vergleich mit den etablierten Bayern.

          Doch die Bayern steigerten ihre Reboundarbeit auf immerhin (28:35), konnten Unerfahrenheit und Übereifer der Berliner schließlich zu einem 80:70-Sieg nutzen und damit nach dem zwlften Spieltag an die Tabellenspitze der Basketball-Bundesliga zurückkehren. 18 Ballverluste standen für Alba zu Buche (bei 11 der Bayern); da half es auch nicht, dass ihr amerikanischer Spielmacher Peyton Siva mit 21 Punkten der erfolgreichste Werfer der Partie war – Erfahrung und Abgeklärtheit auf dem Spielfeld setzten sich durch; Nihand Djedovic war als Münchner Top-Scorer nur einer von fünf, die auf eine zweistellige Punktzahl kamen (14).

          Ungemein starke Bayern

          „Uli Hoeneß hat ja gesagt, dass er den Bayern-Basketballern alle Wünsche erfüllt habe – und so spielen sie auch“, hatte Alba-Manager Marco Baldi im Interview mit dem Berliner „Tagesspiegel“ vor der Partie gesagt. „Auch wenn Budget nicht alles ist: Bayern gibt im Verhältnis zu uns das Dreifache für Spieler aus. Dadurch hat das Team eine enorme individuelle Qualität, große Tiefe im Kader und vor allem Spieler mit Erfahrung auf Top-Niveau.“ Selten habe es in Deutschland eine so starke Basketball-Mannschaft gegeben, sagte er, bevor er die Bayern dafür lobte, „dass sie inzwischen ein eigenes Scouting betreiben und nicht einfach unsere guten Spieler abwerben“.

          Drei ehemalige Berliner spielten gegen Alba: Nihad Djedovic, Alex King, Richie Redding (12). Doch auch die Wechsel von Bryce Tayler und Yassin Idbihi, inzwischen in Bamberg gelandet, sowie Heiko Schaffartzik und Deon Thompson haben die Zuschauer nicht vergessen. Djedovic wurde ausgebuht, Redding mit freundlichem Applaus begrüßt. Beide Teams hatten in der Bundesliga erst ein Spiel verloren: Alba gegen Bremerhaven, die Bayern in Würzburg. Die nun entschiedene Tabellenführung basierte darauf, dass die Berliner eine Partie mehr gespielt hatten als die Bayern. Beide Mannschaften sind im Euro-Cup auf gutem Kurs: Berlin hat drei seiner vier Partien gewonnen, zuletzt gegen Wilnius, die Bayern alle vier, zuletzt in Podgorica.

          Heute in der Wirtschaft Sportler dürfen bei Olympia nicht werben und bekommen vom IOC kein Geld. Ist das rechtens? Wirtschaft, Seite 18

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