http://www.faz.net/-gtl-93h90

80:70 gegen Alba Berlin : Teure Bayern-Klasse schlägt jugendlichen Übereifer

Immer ein bisschen besser: Bayern München und Maik Zirbes (rechts) im Duell mit Alba Berlin und Bogdan Radosavljevic Bild: Imago

Im Spitzenspiel der Basketball-Bundesliga zeigt Bayern München Alba Berlin die Grenzen auf. Der Rückkehrer an die Tabellenspitze baut auf eines der nominell besten Teams, das die Bundesliga je sah.

          Als Stefan Peno dem großen Stefan Jovic den Ball aus den Händen spitzelte und auf den Korb der Bayern zustürmte, lachte das Herz der Feinschmeckern des Basketballs. Der Aufbauspieler der serbischen U-20-Nationalmannschaft im Duell mit dem Mann, dessen Fehlen die Serben im Endspiel der Europameisterschaft den Titel gekostet haben dürfte. Die Partie Alba Berlin gegen Bayern München am Sonntag bot einige solcher Delikatessen. Jovic (5 Punkte) blockte den Korbleger von Peno (3), da kam der Berliner Joshiko Saibou (8) angeflogen und drückte den Ball doch in den Korb: 37:35 und noch zweieinhalb Minuten bis zur Pause.

          Michael Reinsch

          Korrespondent für Sport in Berlin.

          Was Trainer Aleksandar Djordjevic seinem Team gesagt haben dürfte, war offensichtlich. Weniger der Zwischenstand von 45:43 Punkten als vielmehr die Differenz von 21:8 Rebounds belegte das überragende Engagement der jungen Berliner Mannschaft im Vergleich mit den etablierten Bayern.

          Doch die Bayern steigerten ihre Reboundarbeit auf immerhin (28:35), konnten Unerfahrenheit und Übereifer der Berliner schließlich zu einem 80:70-Sieg nutzen und damit nach dem zwlften Spieltag an die Tabellenspitze der Basketball-Bundesliga zurückkehren. 18 Ballverluste standen für Alba zu Buche (bei 11 der Bayern); da half es auch nicht, dass ihr amerikanischer Spielmacher Peyton Siva mit 21 Punkten der erfolgreichste Werfer der Partie war – Erfahrung und Abgeklärtheit auf dem Spielfeld setzten sich durch; Nihand Djedovic war als Münchner Top-Scorer nur einer von fünf, die auf eine zweistellige Punktzahl kamen (14).

          Ungemein starke Bayern

          „Uli Hoeneß hat ja gesagt, dass er den Bayern-Basketballern alle Wünsche erfüllt habe – und so spielen sie auch“, hatte Alba-Manager Marco Baldi im Interview mit dem Berliner „Tagesspiegel“ vor der Partie gesagt. „Auch wenn Budget nicht alles ist: Bayern gibt im Verhältnis zu uns das Dreifache für Spieler aus. Dadurch hat das Team eine enorme individuelle Qualität, große Tiefe im Kader und vor allem Spieler mit Erfahrung auf Top-Niveau.“ Selten habe es in Deutschland eine so starke Basketball-Mannschaft gegeben, sagte er, bevor er die Bayern dafür lobte, „dass sie inzwischen ein eigenes Scouting betreiben und nicht einfach unsere guten Spieler abwerben“.

          Drei ehemalige Berliner spielten gegen Alba: Nihad Djedovic, Alex King, Richie Redding (12). Doch auch die Wechsel von Bryce Tayler und Yassin Idbihi, inzwischen in Bamberg gelandet, sowie Heiko Schaffartzik und Deon Thompson haben die Zuschauer nicht vergessen. Djedovic wurde ausgebuht, Redding mit freundlichem Applaus begrüßt. Beide Teams hatten in der Bundesliga erst ein Spiel verloren: Alba gegen Bremerhaven, die Bayern in Würzburg. Die nun entschiedene Tabellenführung basierte darauf, dass die Berliner eine Partie mehr gespielt hatten als die Bayern. Beide Mannschaften sind im Euro-Cup auf gutem Kurs: Berlin hat drei seiner vier Partien gewonnen, zuletzt gegen Wilnius, die Bayern alle vier, zuletzt in Podgorica.

          Heute in der Wirtschaft Sportler dürfen bei Olympia nicht werben und bekommen vom IOC kein Geld. Ist das rechtens? Wirtschaft, Seite 18

          Quelle: F.A.Z.

          Weitere Themen

          Merkel soll gehen Video-Seite öffnen

          Gauland auf Angriff : Merkel soll gehen

          Die AfD versteht die gescheiterten Jamaika-Sondierungen als Chance. Das machten die Parteivorsitzenden am Montag in Berlin deutlich. Die Partei freue sich nun auf Neuwahlen.

          Die von der FDP sind Spalter Video-Seite öffnen

          Gerd Müller : Die von der FDP sind Spalter

          Auch CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer und CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt äußern sich am Montag in Berlin enttäuscht über das Scheitern der Jamaika-Verhandlungen.

          Topmeldungen

          F.A.Z. exklusiv : Lindner: Wir fühlten uns gedemütigt

          Im Interview mit der F.A.Z. spricht der FDP-Vorsitzende über die Gründe für den Ausstieg aus den Jamaika-Sondierungen. Vor allem einer Partei wirft Christian Lindner fehlende Kompromissbereitschaft vor.
          Keine Zeit für Grokodilstränen: Sigmar Gabriel und Martin Schulz am Dienstag im Bundestag

          SPD nach Jamaika-Aus : Einmal Opposition und zurück

          Nach dem Paukenschlag wird in der SPD noch einmal neu nachgedacht. Es gelte, Neuwahlen zu vermeiden – heißt es hinter vorgehaltener Hand. Behutsam müsse man die Partei auf eine Regierungsbeteiligung vorbereiten. Nur wie?
          Heute ein seltenes Phänomen: Steiger in Deutschland.

          Letztes Bergwerk im Ruhrgebiet : Schicht im Schacht

          Auf Prosper-Haniel, der letzten Zeche im Ruhrgebiet, bereiten sich die Arbeiter auf die Schließung vor. Von 2700 Mitarbeitern werden viele in den Vorruhestand gehen, andere sich neue Jobs suchen. Die Pumpen unter Tage aber müssen weiterlaufen – für immer.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.