Home
http://www.faz.net/-gtl-74bgn
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Tennis-WM Der Djoker setzt sich durch

Novak Djokovic gewinnt zum zweiten Mal das Turnier der besten Acht zum Saisonende: Er bezwingt Titelverteidiger Roger Federer in einem engen und hochklassigen Match.

© AFP Vergrößern Zum zweiten Mal: Novak Djokovic mit der Trophäe der ATP-Tour-Finals

Der Weltranglistenerste Novak Djokovic hat den Tennis-Showdown des Jahres in London für sich entschieden. Der Serbe bezwang am Montagabend im Endspiel des ATP-Tour-Finals Titelverteidiger Roger Federer in einem hochklassigen Match 7:6 (8:6), 7:5. Für den fünundzwanzig  Jahre alten Belgrader war es der zweite Erfolg beim Turnier der acht Saisonbesten nach 2008, damals noch am Austragungsort Schanghai. Er holte sich den Titel in der O2-Arena unbesiegt in allen Partien und sicherte sich 1,76 Millionen Dollar Preisgeld. Djokovic feierte den sechsten Turniersieg 2012 und den 34. Karriere-Titel. Er verkürzte im direkten Duell mit Federer, der Nummer zwei der Welt, auf 13:16.

London © AFP Vergrößern Es kann nur einer gewinnen: Shakehands nach einem spannenden Match.

„Wir haben uns beide heute zum Maximum gepusht. Ich hatte eine fantastische Saison und könnte das Jahr nicht schöner beenden als so“, sagte Djokovic. „Ich gratuliere Novak zu einem großartigen Jahr, zu einem großartigen Turnier und einem großartigen Match. Ich kann nicht besser spielen als heute“, erklärte Federer. Dem sienzehnfachen Grand-Slam-Turniersieger liegt der Schauplatz London eigentlich. Hier hatte Federer in diesem Sommer nicht zuletzt seinen siebten Wimbledon-Rekordtitel gewonnen. Nach dem verlorenen Olympia-Finale gegen Andy Murray bestritt „King Roger“ nun schon sein drittes großes Endspiel des Jahres an der Themse.

Djokovic als Mann für entscheidende Punkte

Wie schon gegen Lokalmatador Murray im Halbfinale hatte der Mann aus Basel die Mehrheit der 17 800 Zuschauer in der ausverkauften Arena auf seiner Seite - und er legte los, als merke er nichts von einem langen Jahr in seinen Knochen: Nach acht Minuten stand es 3:0 für den „Fed-Express“. Doch dann kämpfte sich Djokovic in die Partie.

London © dapd Vergrößern Nun ja, ein bisschen mehr Contenance im Augenblick des Siegs könnte er sich von Federer vielleicht noch abschauen: Novak Djokovic als frischgebackener Champion.

Der Australian-Open-Champion wirkte zum Saison-Endspurt wieder erstaunlich frisch und machte seinem Ruf als Mann für die Big Points - der „Djoker“ mit den Nerven wie Drahtseile - alle Ehre. Erst vor einer Woche hatte er Federer wieder als Branchenprimus abgelöst und behauptet die Weltspitze damit wie in der Vorsaison zum Jahresende.

Breaks und Rebreaks

Djokovic gelang das Rebreak zum 2:3 und von da an begann ein hochspannendes und hochklassiges Endspiel. Djokovic konnte Federer dann zum 5:4 erneut das Service abnehmen, kassierte dann aber prompt einen Aufschlagverlust, er stürzte, musste sich Schürfwunden am Ellbogen behandeln lassen, um dann in einem dramatischen Tiebreak schließlich seinen insgesamt dritten Satzball zu nutzen.

London © dapd Vergrößern Ein paar entscheidende Punkte nicht gemacht: Roger Federer in der Londoner Arena.

Aber Federer schlug sofort mit einem Break zum 1:0 zurück - angepeitscht von seinen zahlreichen Fans mit bestimmt 50 Schweizer Flaggen in der Halle. Diesen Vorteil konnte er aber im zweiten Durchgang wieder nicht halten - bei 5:4 und 40:15 vergab er sogar zwei Satzbälle. Der Serbe war am Ende der Nervenstärkere der beiden und spielte nahezu fehlerlos. Er verwandelte nach 2:14 Stunden Spielzeit seinen ersten Matchball mit einem Rückhand-Longline-Passierball.

Rekordchampion des Turniers der acht Saisonbesten bleibt Federer mit sechs Titeln (2003, 2004, 2006, 2007, 2010 und 2011) - hinter ihm folgen in der ewigen Bestenliste Ivan Lendl und Pete Sampras (je fünf).

Mehr zum Thema

Quelle: FAZ.NET mit Material von dpa

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Tennis in Rom Djokovic im Finale gegen Federer

Traumfinale beim Tennis-Masters in Rom: Federer bezwingt im Halbfinale seinen Landsmann Wawrinka. Djokovic wehrt den Angriff von Ferrer ab. Bei den Damen erreicht Maria Scharapowa das Finale Mehr

16.05.2015, 21:27 Uhr | Sport
Bayer Leverkusen Trainer Roger Schmidt im Interview

Roger Schmidt ist nach einem knappen halben Jahr als Bundesliga-Trainer von Bayer Leverkusen weit gekommen. Ein Gespräch über seine berufliche Vergangenheit und die Arbeit als Trainer. Mehr

09.12.2014, 14:12 Uhr | Sport
Williams und Djokovic Die Unschlagbaren des Tennis-Zirkus

An diesem Sonntag beginnt Roland Garros: Novak Djokovic und Serena Williams schlagen als große Favoriten bei den Offenen französischen Tennismeisterschaften in Paris auf. Sie sind die Dominatoren der Szene. Mehr Von Peter Penders

24.05.2015, 12:03 Uhr | Sport
Schanghai Auto Show Models sind zu sexy für Automesse

Die Veranstalter der Auto Show von Schanghai haben die sonst üblichen, leicht bekleideten Models verboten. Die Frauen werden nun Hostessen genannt und müssen seriös angezogen sein. Mehr

22.04.2015, 12:30 Uhr | Gesellschaft
French Open Selfie wider Federers Willen

Erst gewinnt Roger Federer seine Erstrundenpartie gegen Alejandro Falla, dann läuft ein Fan auf den Centre Court. Dass der Junge ein Foto mit ihm machen möchte, verärgert den Schweizer. Mehr

24.05.2015, 18:56 Uhr | Sport
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 13.11.2012, 06:55 Uhr

Aufrecht in die zweite Liga

Von Peter Penders

Aus dem Denkzettel für verfehlte Vereinspolitik in Stuttgart und Hamburg wird nichts, es erwischt doch die kleinsten Klubs Paderborn und Freiburg. Wehmütig, aber nicht geknickt sollten sie in die zweite Liga gehen. Mehr 7 10