http://www.faz.net/-gtl-74bgn
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Veröffentlicht: 13.11.2012, 06:55 Uhr

Tennis-WM Der Djoker setzt sich durch

Novak Djokovic gewinnt zum zweiten Mal das Turnier der besten Acht zum Saisonende: Er bezwingt Titelverteidiger Roger Federer in einem engen und hochklassigen Match.

© AFP Zum zweiten Mal: Novak Djokovic mit der Trophäe der ATP-Tour-Finals

Der Weltranglistenerste Novak Djokovic hat den Tennis-Showdown des Jahres in London für sich entschieden. Der Serbe bezwang am Montagabend im Endspiel des ATP-Tour-Finals Titelverteidiger Roger Federer in einem hochklassigen Match 7:6 (8:6), 7:5. Für den fünundzwanzig  Jahre alten Belgrader war es der zweite Erfolg beim Turnier der acht Saisonbesten nach 2008, damals noch am Austragungsort Schanghai. Er holte sich den Titel in der O2-Arena unbesiegt in allen Partien und sicherte sich 1,76 Millionen Dollar Preisgeld. Djokovic feierte den sechsten Turniersieg 2012 und den 34. Karriere-Titel. Er verkürzte im direkten Duell mit Federer, der Nummer zwei der Welt, auf 13:16.

London © AFP Vergrößern Es kann nur einer gewinnen: Shakehands nach einem spannenden Match.

„Wir haben uns beide heute zum Maximum gepusht. Ich hatte eine fantastische Saison und könnte das Jahr nicht schöner beenden als so“, sagte Djokovic. „Ich gratuliere Novak zu einem großartigen Jahr, zu einem großartigen Turnier und einem großartigen Match. Ich kann nicht besser spielen als heute“, erklärte Federer. Dem sienzehnfachen Grand-Slam-Turniersieger liegt der Schauplatz London eigentlich. Hier hatte Federer in diesem Sommer nicht zuletzt seinen siebten Wimbledon-Rekordtitel gewonnen. Nach dem verlorenen Olympia-Finale gegen Andy Murray bestritt „King Roger“ nun schon sein drittes großes Endspiel des Jahres an der Themse.

Djokovic als Mann für entscheidende Punkte

Wie schon gegen Lokalmatador Murray im Halbfinale hatte der Mann aus Basel die Mehrheit der 17 800 Zuschauer in der ausverkauften Arena auf seiner Seite - und er legte los, als merke er nichts von einem langen Jahr in seinen Knochen: Nach acht Minuten stand es 3:0 für den „Fed-Express“. Doch dann kämpfte sich Djokovic in die Partie.

London © dapd Vergrößern Nun ja, ein bisschen mehr Contenance im Augenblick des Siegs könnte er sich von Federer vielleicht noch abschauen: Novak Djokovic als frischgebackener Champion.

Der Australian-Open-Champion wirkte zum Saison-Endspurt wieder erstaunlich frisch und machte seinem Ruf als Mann für die Big Points - der „Djoker“ mit den Nerven wie Drahtseile - alle Ehre. Erst vor einer Woche hatte er Federer wieder als Branchenprimus abgelöst und behauptet die Weltspitze damit wie in der Vorsaison zum Jahresende.

Breaks und Rebreaks

Djokovic gelang das Rebreak zum 2:3 und von da an begann ein hochspannendes und hochklassiges Endspiel. Djokovic konnte Federer dann zum 5:4 erneut das Service abnehmen, kassierte dann aber prompt einen Aufschlagverlust, er stürzte, musste sich Schürfwunden am Ellbogen behandeln lassen, um dann in einem dramatischen Tiebreak schließlich seinen insgesamt dritten Satzball zu nutzen.

London © dapd Vergrößern Ein paar entscheidende Punkte nicht gemacht: Roger Federer in der Londoner Arena.

Aber Federer schlug sofort mit einem Break zum 1:0 zurück - angepeitscht von seinen zahlreichen Fans mit bestimmt 50 Schweizer Flaggen in der Halle. Diesen Vorteil konnte er aber im zweiten Durchgang wieder nicht halten - bei 5:4 und 40:15 vergab er sogar zwei Satzbälle. Der Serbe war am Ende der Nervenstärkere der beiden und spielte nahezu fehlerlos. Er verwandelte nach 2:14 Stunden Spielzeit seinen ersten Matchball mit einem Rückhand-Longline-Passierball.

Rekordchampion des Turniers der acht Saisonbesten bleibt Federer mit sechs Titeln (2003, 2004, 2006, 2007, 2010 und 2011) - hinter ihm folgen in der ewigen Bestenliste Ivan Lendl und Pete Sampras (je fünf).

Mehr zum Thema

Quelle: FAZ.NET mit Material von dpa

 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Frankfurter Flughafen Wo Küken und Löwen aufs Abheben warten

In der Animal-Lounge der Lufthansa-Cargo am Flughafen gelten besondere Vorschriften. Für die Gäste gibt es Leckerli und Wasser. Und der Tierarzt schaut auch vorbei. Mehr Von Patricia Andreae

26.08.2016, 16:59 Uhr | Rhein-Main
Surfer-Legende Kelly Slater mit 44 fit wie eh und je

Bei einem Surf-Wettbewerb im Süden von Tahiti zeigte der elfmalige Weltmeister Kelly Slater, dass auch mit 44 Jahren noch immer mit ihm zurechnen ist. Im Finale besiegte er den 23-jährigen Hawaiianer John John Florence. Bereits während der Ausscheidungsrunde zeigte Slater eine perfekte Vorstellung und erreichte gleich zweimal die höchste Punktzahl. Mehr

27.08.2016, 19:40 Uhr | Sport
2:1 gegen Leverkusen Ein schönes Finale für Gladbach zum Start

Die Borussia und Bayer zeigen, warum sie auch in dieser Saison zur Creme de la Creme der Bundesliga gehören. Die Hitze des Gefechts entlädt sich in einem dramatischen Finale. Mehr Von Roland Zorn, Mönchengladbach

27.08.2016, 20:34 Uhr | Sport
Topspiel in der Bundesliga Gladbach empfängt Leverkusen

Borussia Mönchengladbach freut sich auf die Herausforderung Champions League und die Bundesligasaison. Gleich zum Auftakt treffen die Fohlen auf einen Teilnehmer der Königsklasse. Leverkusen kommt am Samstagabend in den Borussia-Park Vor der Begegnung zollten sich die Trainer gegenseitigen Respekt. Mehr

27.08.2016, 10:52 Uhr | Sport
Eigenes Musikvideo Musical-App aus Schanghai macht jeden zum Star

Sich selbst filmen, zu Musikhits die Lippen bewegen und tanzen: Das machen bereits vier Millionen Deutsche mit der App Musical.ly. Von dem Erfolg ist nun auch das Silicon Valley beeindruckt. Mehr Von Hendrik Ankenbrand

26.08.2016, 21:46 Uhr | Wirtschaft

Goldesel streck dich, Herz versteck dich

Von Evi Simeoni

Es gibt Leute, die haben Geld wie Heu. Und es gibt welche, die machen Geld mit Heufressern. Glückwunsch! Für sentimentalen Kinderkram bleibt den Pferdehändlern keine Zeit. Mehr 0