Im Frühjahr 2006 hat Andrea Petkovic an der Georg-Büchner-Schule in Darmstadt ihr Einser-Abitur gemacht. Mit 18 Jahren, die elfte Klasse hatte sie übersprungen. Weil die in der Schule Hochbegabte auch mit dem Tennisschläger virtuos umging, stellte sich die Frage: Was tun? Eine Karriere als Tennisprofi? Oder eine akademische Laufbahn? Sandplatz oder Studium?
Die ehemalige deutsche Jugendmeisterin entschied sich, gegen den Rat ihrer Eltern, für Tennis. Vorläufig und mit Einschränkungen. Zwei Jahre wollte sie sich Zeit geben, um zu sehen, wie hoch hinauf sie es in der Damen-Weltrangliste schaffen könnte. Ziel waren die Top 50. „Eine Position um die 100“, sagte sie, „ist auf Dauer Zeitverschwendung“. Nachdem sie, mittlerweile deutsche Meisterin und Fedcup-Spielerin, 2007 erstmals unter den besten 100 Spielerinnen der Welt angekommen war, erlitt sie im Januar 2008 bei den Australian Open einen Kreuzbandriss. Aufgabe oder Weitermachen?
Erster Turniersieg in Bad Gastein
Die Darmstädterin entschied sich fürs Weitermachen, begann ein Fernstudium der Politikwissenschaften und kehrte nach acht Monaten auf den Tennisplatz zurück. Sie kämpfte sich zurück und feierte im August 2009 ihren ersten großen internationalen Erfolg, als sie in Bad Gastein ein mit 250.000 Dollar dotiertes WTA-Turnier gewann und auf Platz 54 der Weltrangliste vorrückte.
In der vergangenen Woche hatte sie bei den Australian Open ihren großen internationalen Durchbruch. Sie scheiterte erst im Viertelfinale an der späteren Finalistin Na Li.
Bei FAZ.NET berichtete die Darmstädterin in den vergangenen Jahren in unregelmäßigen Abständen über ihr neues Leben, über Fortschritte und Enttäuschungen auf dem Tennisplatz. Mit ihrem Tagebucheintrag aus Australien endet diese Serie.
Die bisherigen Folgen zum Nachlesen:
Andrea Petkovic: Reha nach dem Kreuzbandriss
SOLO - Teil 8 - Andrea Petkovic über Lernen
Andreas Tennis-Tagebuch: Abenteuer Australien
Arme aus Gummi, Beine aus Knete
Auf dem Gedankenkarussell – Emotionen, Kalkulationen und Ausreden
Tennis-Tagebuch: Am Kicker mit der „Jugo-Mafia“
Tennis-Tagebuch: Ein Kronprinz für die Business Class
Heimtückische Besucher und Herzklopfen in Paris
Paris: Andrea Petkovic steht in Runde zwei
Trainingsanzug in Massageöl
Andrea Petkovic: Verrückte Reisen
Tennis-Tagebuch: Eine Gegnerin macht Angst und der Vater nervt
Wenn die Nerven Tango tanzen
Andrea Petkovic nicht chancenlos
Tennis-Tagebuch: 350 Schläge pro Minute
Tennis-Tagebuch: Licht am Ende des Tunnels
Sandplatz oder Studium - eine Reifeprüfung
Tennis-Tagebuch: Aufschlag zu einem neuen Leben
Andrea Petkovic: Wie bitte – reden die über mich?