26.10.2006 · Mit Gruppenspielen in den ersten Turnier-Runden will die Profivereinigung ATP für mehr Attraktivität im Herren-Tennis sorgen. Bei 13 Turnieren der Tour werden Dreiergruppen vor den K.o.-Runden gespielt, so daß jeder Spieler mindestens zu zwei Partien antreten wird.
Mit einer revolutionären Neuerung will die ATP für mehr Attraktivität im Herren-Profi-Tennis sorgen. Bei 13 Turnieren wird auf der ATP-Tour 2007 ein neues Format mit Gruppenspielen getestet. Erstmals soll im Januar in Adelaide nach dem so genannten „Round Robin-System“ gespielt werden, wie die Profivereinigung ATP am Donnerstag mitteilte. Bisher gibt es nur beim Masters-Cup der acht Saisonbesten und beim World Team Cup in Düsseldorf eine Vorrunde.
Mit dem neuen Modus soll gewährleistet werden, daß Zuschauer und Fernsehen nicht schon nach einer Niederlage auf die Stars verzichten müssen. „Das ist eine großartige Idee und gut für unseren Sport“, sagte der Weltranglistenzweite Rafael Nadal. „Das wird den Turnieren und auch uns Spielern zu Gute kommen, vor allem aber den Fans und dem Fernsehen, weil sie die besten Spieler in jedem Fall mehr als nur einmal sehen können“, so der French-Open-Sieger aus Spanien.
Erst-Dreiergruppen, dann K.o.-System
Das bekannteste Test-Turnier ist die Rasen-Veranstaltung im Juni in Queens, die traditionell als Vorbereitung auf Wimbledon gilt. Drei verschiedene Systeme will die ATP bei Turnieren auf unterschiedlichen Belägen mit 24, 32 oder 48 Spielern testen.
Bei der Hartplatz-Veranstaltung im australischen Adelaide sind 32 Profis am Start. Die Hälfte ist direkt für die Gruppenspiele qualifiziert, die übrigen 16 ermitteln in direkten Duellen acht weitere Spieler. Diese 24 werden dann in acht Dreier-Gruppen verteilt. Die Gruppenersten kommen ins Viertelfinale, wo im K.o.-System weitergespielt wird.
Turnierstart schon Sonntags
Bei Turnieren mit 24 Akteuren werden acht Gruppen mit jeweils drei Spielern gebildet, so daß jeder Teilnehmer mindestens zwei Matches absolviert. Die acht Gruppenersten erreichen das Viertelfinale. Startet ein Turnier mit 48 Profis, werden 16 Gruppen à drei Spieler gebildet und die Gruppensieger ziehen ins Achtelfinale ein, wo wiederum im herkömmlichen K.o.-System weitergespielt wird.
„Unser Austausch mit Fans, Turnierveranstaltern und Medien zeigte eine klare Präferenz für den Round-Robin-Modus“, sagte ATP-Chef Etienne de Villiers. „Wir haben die Verpflichtung, die Attraktivität unseres Sports zu steigern. Wir werden dieses Format testen und schauen, was das Beste für die Fans ist.“ Als weitere Neuerung sollen 2007 einige Turniere bereits am Sonntag beginnen statt wie bisher am Montag und damit vor allem Familien anlocken - darunter auch die Masters-Series-Turniere in Monte Carlo und Montréal. Dort allerdings wird traditionell von Beginn an im K.o.-Modus gespielt.