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Tennis-Kommentar : Ein Schlag ins Kontor

Wimbledon-Siegerin Marion Bartoli freute sich auf Pete Sampras’ 20.000-Dollar-Auftritt Bild: AFP

Die Emanzipation der Tennisfrau ist erreicht. Überall? Nix da, der nationale Verband „Tennis Canada“ findet, dass hinter jeder starken Frau ein noch stärkerer Mann steht, und entlarvt den schönen Schein auf grobe Weise.

          Gleicher Lohn! Gleiche Leistung! Gleicher Respekt! Die Organisation der professionellen Tennisdamen wird nicht müde, anlässlich ihres vierzigjährigen Bestehens die Errungenschaften hochleben zu lassen. Überall preist die WTA ihr Produkt, überall lobt sie ihre Stars als Publikumsmagneten, überall wird in Festreden behauptet, dass die Emanzipation der Tennisfrau erreicht ist.

          Überall? Nix da, der nationale Verband „Tennis Canada“ findet, dass hinter jeder starken Frau ein noch stärkerer Mann steht, und entlarvt den schönen WTA-Schein auf grobe Weise.

          Serena Williams und die anderen Super-Ladys sind den Turnierveranstaltern von Toronto nicht gut genug, darum haben sie ein paar prominente Herren für teures Geld als Zugpferde eingespannt, um den WTA-Karren flotter zu machen.

          Also trat am Freitag Pete Sampras erstmals im Rahmen eines Damenturniers an, in einem Showmatch gegen James Blake, davor machten die beim benachbarten Turnier in Montreal früh gescheiterten Feliciano Lopez und Bernard Tomic ein wenig Ernst.

          WTA-Mitbegründerin Billie Jean King war bestürzt, fand aber in den Damen von heute keine Schwestern im Geiste. Wimbledon-Siegerin Marion Bartoli freute sich auf Sampras’ 20.000-Dollar-Auftritt - und merkte gar nicht, dass sie an dem Ast sägt, auf dem sie sitzt.

          Thomas Klemm

          Redakteur im Ressort „Geld & Mehr“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

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