19.06.2009 · Der Weltranglistenerste und Titelverteidiger Rafael Nadal hat seinen Start beim Grand-Slam-Turnier in Wimbledon abgesagt. Es sei einer der schwierigsten Entscheidungen seiner Karriere gewesen, sagte der Tennisprofi auf einer eigens anberaumten Pressekonferenz. Seine Absage hat Folgen.
Von Peter Penders, LondonGegen wen spiele ich? Auch wenn Tennisprofis stets behaupten, sich das Tableau eines Turniers nie anzuschauen, so ist zumindest der Tag der Auslosung vor einem der Grand-Slam-Turniere mit einiger Spannung erfüllt. Doch noch wichtiger war diesmal eine ganz andere Frage: Spielt der Weltranglistenerste Rafael Nadal in Wimbledon, oder muss der Titelverteidiger absagen?
Die Antwort kam am Freitagabend auf einer eigens anberaumten Pressekonferenz. „Leider werde ich in diesem Jahr nicht in Wimbledon spielen können“, sagte Nadal, es sei einer der schwierigsten Entscheidungen seiner Karriere gewesen. Am Freitag hatte er noch ein zweites Testspiele gegen den Schweizer Stanislas Wawrinka absolviert - und verloren.
Heftige Kniebeschwerden
Den Spanier plagen spätestens seit den French Open heftige Kniebeschwerden, und ein erster Test am Donnerstag gegen den ehemaligen Wimbledonsieger Lleyton Hewitt (2002) fiel wenig vielversprechend aus. Nadal verlor im Hurlington Club 4:6 und 3:6 gegen den Australier, konnte sich dabei ganz offensichtlich nicht so bewegen wie gewünscht und nötig. „Wenn es nach mir ginge, ich würde zurück nach Mallorca fliegen“, sagte sein Onkel und Trainer Toni Nadal. Und so kam es nach dem zweiten Test dann auch.
Die Absage von Nadal hat möglicherweise eine ganze Reihe von Folgen für die Weltrangliste. Dem Schweizer Roger Federer bietet sich nämlich die Möglichkeit, mit einem sechsten Sieg in Wimbledon wieder zur Nummer eins aufzusteigen. Federer muss aber auf seine Verfolger achten: Scheitert er wider Erwarten früh, könnten ihn die dritt- und viertplazierten Andy Murray oder Novak Djokovic überholen.
Ein zeitiges Ausscheiden Federers wäre vermutlich ganz nach dem Geschmack des Augsburgers Philipp Kohlschreiber, der sein Auftaktmatch gegen den Franzosen Florent Serra bestreitet und in der dritten Runde auf den Schweizer treffen könnte. Tommy Haas, gestärkt durch den Turniersieg in Halle und nach der verletzungsbedingten Absage des Franzosen Gael Monfils mit einem Platz auf der Setzliste (Nr. 24) belohnt, hat in dem Österreicher Alexander Peya ebenso eine lösbare Aufgabe zugewiesen bekommen wie Nicolas Kiefer gegen den Rumänen Pavel. Das gilt zumindest auf dem Papier auch für Rainer Schüttler, denn der Halbfinalteilnehmer des Vorjahres bekommt es mit einem Qualifikanten zu tun. Aber Achtung: Der Belgier Xavier Malisse stand 2002 selbst schon im Halbfinale von Wimbledon.
Weniger gut aber haben es in jedem Fall die deutschen Damen getroffen: Für Sabine Lisicki (gegen die Russin Anna Tschakwetadse), Anna-Lena Grönefeld (gegen die Inderin Sania Mirza), Tatjana Malek (gegen die Australierin Jelena Dokic), Kristina Barrois (gegen die Chinesin Jie Zheng) und Julia Görges (gegen die Serbin Jelena Jankovic) könnte die erste Runde schon das Ende aller diesjährigen Hoffnungen bedeuten. Nur bei Rafael Nadal ging das diesmal noch schneller.
Sehr, sehr schade
Anna Schuster (Anna_Schuster)
- 20.06.2009, 17:15 Uhr
Mal wieder
Emil Wiemeyer (socce)
- 22.06.2009, 21:44 Uhr