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Tennis in Stuttgart : Verletzung stoppt Kerber im Achtelfinale

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„Ich habe echt Schmerzen“: Verletzungsbedingt muss Angelique Kerber gegen die Estin Anett Kontaveit das Handtuch werfen. Bild: AFP

Mit Schmerzen im Oberschenkel muss Angelique Kerber ihr Match vorzeitig beenden. Und auch Titelverteidigerin Laura Siegemund hat noch mit den Folgen ihres Kreuzbandrisses zu kämpfen.

          So schlecht haben die deutschen Tennis-Damen um Angelique Kerber seit vier Jahren nicht mehr beim Stuttgarter Tennis-Turnier abgeschnitten. Nach dem Aus der ehemaligen Weltranglisten-Ersten und Titelverteidigerin Laura Siegemund musste auch Kerber in der schwäbischen Metropole die Segel streichen. Damit steht keine Deutsche im Viertelfinale.

          Für die angeschlagene Kerber setzten sich mit der Aufgabe beim Stande von 0:6, 0:2 gegen die ungesetzte Estin Anett Kontaveit die Enttäuschungen nach der Halbfinal-Pleite im Fed Cup fort.

          Einen Tag nach ihrem souveränen 6:3, 6:2 in der ersten Runde gegen die zweimalige Wimbledonsiegerin Petra Kvitova und der gelungenen Revanche für die Fed-Cup-Niederlage bewegte sich Kerber eingeschränkt. Beim Stande von 0:5 nahm die 30-Jährige eine Behandlungsauszeit und verließ dafür den Platz. Als sie den ersten Satz ohne Spielgewinn verloren hatte, holte sie ihren Trainer Wim Fissette auf den Platz.

          Sie solle ihren Körper nicht kaputt machen, die Entscheidung aber selbst treffen, riet der Belgier. „Ich habe echt Schmerzen“, antwortete Kerber, wie im Livestream des Internetanbieters DAZN zu hören war. Nach 39 Minuten signalisierte die deutsche Hoffnungsträgerin dann, dass es nicht weitergeht. „Sie war definitiv nicht bei 100 Prozent“, sagte Kontaveit.

          Siegemund verpasst Titelverteidigung

          Auch Laura Siegemund ist ein Jahr nach ihrem Titel-Coup beim Sandplatz-Tennisturnier in Stuttgart im Achtelfinale ausgeschieden. Trotz eines leidenschaftlichen Auftritts musste sich die 30-Jährige am Donnerstag der US-Open-Halbfinalistin Coco Vandeweghe 4:6, 6:4, 3:6 geschlagen geben. Vor elf Monaten war der früheren deutschen Nummer zwei das Kreuzband gerissen, erst seit Mitte März sammelt sie wieder Matchpraxis.

          Willensstark, aber noch nicht konstant genug: Laura Siegemund

          In der Zweitrundenpartie machte sie zu viele Fehler, um die favorisierte Amerikanerin bezwingen zu können. „Ich möchte zunächst Laura zu ihrer Leistung gratulieren“, sagte Vandeweghe. Nach der schweren Verletzung schon jetzt wieder auf diesem hohen Niveau zu spielen, sei großartig. Statt der Lokalmatadorin spielt nun Vandeweghe am Freitag gegen die Weltranglisten-Erste Simona Halep aus Rumänien um den Einzug ins Halbfinale.

          Zu Beginn war Siegemund gegen Vandeweghe die bessere Spielerin. Variantenreich störte sie den Rhythmus der Kontrahentin, und hatte einen Vorteil, sobald es auf dem schnellen Sand zu längeren Ballwechseln kam. Dann allerdings schenkte die Finalistin von 2016 Vandeweghe mit vier unerzwungenen Fehlern das Spiel zum 3:3, der erste Satz drehte sich zugunsten der Nummer 16 der Welt. Die Konstanz fehlt noch in ihrem Spiel. Willenstark sicherte sich Siegemund zwar den zweiten Satz, im entscheidenden Durchgang erwies sich jedoch ein schnelles 0:3 als zu große Bürde. Nach 2:27 Stunden beendete Vandeweghe die Partie.

          Wegen ihrer langen Verletzungspause ist Siegemund auf Weltranglistenplatz 100 abgerutscht. Nur dank einer Wildcard war sie ins Hauptfeld mit acht von zehn Top-Ten-Spielerinnen gerückt. Elf Monate nach dem folgenschweren Schritt in Nürnberg und dem Schock der schweren Knieverletzung war die Überraschungsgewinnerin von 2017 ohne zu große Erwartungen bei ihrem Heim-Turnier angetreten. Sie könne nicht rausgehen und spielen, als wäre sie nie weggewesen, hatte sie gesagt. Schon mit dem Sieg gegen die Weltranglisten-26. Barbora Strycova aus Tschechien hatte Siegemund beeindruckt. Vandeweghe hatte zum Auftakt ihrer Landsfrau Sloane Stephens, US-Open-Siegerin von 2017, beim 6:1, 6:0 keine Chance gelassen.

          Aus dem Schatten ins Licht: Jelena Ostapenko

          French-Open-Siegerin Jelena Ostapenko war zuvor ins Viertelfinale eingezogen. Die 20-Jährige aus Lettland besiegte Sarina Dijas aus Kasachstan 6:3, 6:0. Qualifikantin Dijas hatte am Mittwoch der Hamburgerin Carina Witthöft in der ersten Runde beim 6:3, 6:2 keine Chance gelassen.

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