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Tennis in Hamburg : Er kommt!

  • -Aktualisiert am

Werbefiguren in Hamburg: Roger Federer (r.) entlastet Tommy Haas als Hauptatttraktion Bild: dpa

Roger Federer braucht plötzlich Weltranglistenpunkte und spielt deshalb in Hamburg - und das ATP-Turnier am Rothenbaum erfreut sich unverhofften Zuspruchs. Das macht Mut für die Zukunft Für Tommy Haas bringt Federer Entlastung.

          Rund 7000 Zuschauer, ein schöner Frühsommerabend. Natürlich hätte es etwas wärmer sein können, trotzdem gab es Festtagsstimmung und großes Tennis. Auf dem Centre Court am Hamburger Rothenbaum spielten Michael Stich und Mats Wilander. Ein Legendenmatch zweier Grand-Slam-Champions von einst, und viele der Zuschauer brachten nicht nur Erwartungen mit in das Stadion, sondern auch Erinnerungen. An früher, als angeblich alles besser war.

          Noch, so scheint es, braucht es die Spiele der Altstars zur Einstimmung, bevor das sportlich bedeutendste Tennisturnier in Deutschland am Montag mit den ersten Partien des Hauptfeldes beginnt (von 13.30 Uhr an in Sport1). Ivan Lendl, John McEnroe und Yannick Noah waren auch schon da in den vergangenen Jahren. Vielleicht hat Turnierdirektor Stich aber auch einfach nur Lust, mit den alten Konkurrenten unter Wettkampfbedingungen und vor Publikum ein paar Bälle zu schlagen. Wahrscheinlich ist es beides.

          “Wir blicken sehr optimistisch in die Zukunft“, sagt Stich in Bezug auf „sein“ Turnier, und wenn nicht alles täuscht, dann hat er dazu jeden Grund. „Wir haben in diesem Jahr das stärkste Feld seit langem, wir sind kontinuierlich besser geworden“, sagt der 44-Jährige, „und wir haben es geschafft, das Turnier wieder in das Gedächtnis der Hamburger zu bringen.“

          Federer vor der Silhouette

          Wer in der Woche vor Turnierbeginn durch die Hansestadt spazierte, sah überall die Plakate. Die City-Silhouette in warmem Blau - und Roger Federer davor. Gigantisch, wie einst King Kong New York, beherrscht der Schweizer optisch die Stadt. „Er kommt!“ - nicht ein Aufschrei des Schreckens war es, als die Verpflichtung des 17-maligen Grand-Slam-Champions und vierfachen Hamburg-Siegers zehn Tage vor Turnierbeginn verkündet wurde, sondern pure Freude und ein Stück ungläubiger Erleichterung. Und ein wenig das Gefühl: Wir sind wieder wer!

          Noch müssen Altstars werben: Turnierdirektor Michael Stich hat den Schweden Mats Wilander beim „Duell der Legenden“ besiegt
          Noch müssen Altstars werben: Turnierdirektor Michael Stich hat den Schweden Mats Wilander beim „Duell der Legenden“ besiegt : Bild: dpa

          Federers frühes Ausscheiden in der zweiten Runde von Wimbledon war ein Glücksfall für Hamburg. Schon in London hatte Stich dem Schweizer vor dessen überraschender Niederlage gesagt, dass er ihn gerne noch einmal am Rothenbaum sehen würde. Und plötzlich brauchte der auf Rang fünf abgerutschte ehemalige Branchenführer Punkte für die Weltrangliste.

          500 immerhin gibt es in Hamburg für den Sieger, das Antrittsgeld - man spricht von rund 300.000 Euro - war schnell zusammen, auch dank privater Investoren und dem Einstieg ins Risiko, „Wir müssen jetzt mehr Tickets verkaufen“, so Stich, was mit dem unverhofften Zugpferd gelingen sollte. Federer selbst spielte immer gerne in Hamburg, wo er 2002 seinen ersten großen Turniersieg feierte. „Damit ist mir der Einbruch in die Top Ten der Welt gelungen, und dafür gibt es nur ein erstes Mal“, sagt der 31-Jährige: „Bei mir war das in Hamburg, und deshalb wird das Turnier immer einen großen Wert für mich haben.“

          Entlastung für Haas

          Angesichts der Teilnahme von Roger Federer ist Tommy Haas als Attraktion der Veranstaltung etwas entlastet. Der gebürtige Hamburger stand im letzten Jahr im Endspiel, das er gegen den Argentinier Juan Monaco verlor. Natürlich würde der 35-Jährige, der gar nicht weit vom Stadion groß geworden ist, zu gerne als deutscher Sieger in die Fußstapfen von Stich treten, der vor genau 20 Jahren als letzter Deutscher hier gewann: „Für mich ist sein Start ein bisschen schade, weil Roger jetzt natürlich der Favorit ist“, sagt Haas.

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