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Tennis-Glosse : Was tun gegen die Nullen?

Das jüngste Opfer der gnadenlosen Scharapowa: Misaki Doi verliert zweimal zu Null Bild: AP

Maria Scharapowa hat bei den Australian Open zweimal gewonnen, ohne ein einziges Spielchen zu verlieren. Vielleicht sollte sich der Tennisverband was überlegen, um 6:0, 6:0-Spiele zu verhindern.

          Vielleicht sollten sie sich langsam was einfallen lassen. In Deutschland binden sie bei den Spaßturnieren den Tennisspielern, die es viel besser können, manchmal einen Luftballon an die Schlaghand. Das sieht nicht nur lustig aus, sondern behindert auch ein bisschen, und dann verlieren die anderen, die es noch nicht so gut können, auch nicht die Lust.

          Man weiß jetzt zwar nicht, wie Maria Scharapowa auf diesen Vorschlag reagieren würde, aber so geht es auch nicht weiter - ihre Pressekonferenzen nach den ersten beiden Runden bei den Australian Open haben länger gedauert als die jeweiligen Spiele. 6:0 und 6:0 hatte sie erst gegen ihre Landsfrau Olga Puchkowa gewonnen, und nun schon wieder ein 6:0 und 6:0, diesmal gegen die Japanerin Misaki Doi. Das hatte es bei Grand-Slam-Turnieren schon lange nicht mehr gegeben. Zuletzt gelang das Wendy Turnbull 1985. Inzwischen soll es aber auch bei den Damen ziemlich ausgeglichen zugehen. Das behauptet zumindest der Weltverband der Tennisspielerinnen, WTA. Und dann so etwas: Zweimal 6:0, 6:0.

          Männer tuscheln hinter vorgehaltener Hand

          Möglicherweise reicht es ja schon, den Protagonisten mal ins Gewissen zu reden. Solche unnötigen Demonstrationen großer Überlegenheit heizen doch nur die alte Diskussion über gleich hohes Preisgeld bei Herren und Damen wieder an, völlig unnötig. Weil die Männer über drei Gewinnsätze ran müssen und die Frauen nur über zwei, kann von gleichem Verdienst für gleiche Arbeit von vornherein nicht die Rede sein.

          Aber die Männer beschweren sich höchstens hinter vorgehaltener Hand darüber. Bei dem Thema verstehen die Frauen nämlich keinen Spaß. Mit irgendwelchen Vergleichen darf man ihnen nicht kommen. Schon gar nicht mit dem Herrenfinale des vergangenen Jahres. Fast sechs Stunden hatten Novak Djokovic und Rafael Nadal die Bälle hin und her geschlagen, das sorgte natürlich für Aufsehen. Aber man muss doch ehrlich bleiben, so ein Marathon kommt auch bei den Herren eher selten vor. Das aber schon ein Satz unter Männern, wie der erste dieses berühmten Herren-Finales, länger dauert als das komplette Damen-Endspiel, nun ja, das gibt es häufig.

          Aber ob es helfen würde, wenn Maria Scharapowa sich auf diesen Luftballon einlassen würde? Wie das aussehen kann, wenn ein Superstar deutlich gehandikapt in einer Partie steht, das hat Serena Williams gezeigt. In der ersten Runde war sie beim Stand von 4:0 gegen die Rumänin Edina Gallovits-Hall umgeknickt, hatte minutenlang behandelt werden müssen. Dann hatte sie die nächsten beiden Spiele gewonnen, danach wurde ein neuer Tape-Verband um den lädierten Fuß gewickelt. Mitten im zweiten Satz hatte der Arzt noch einmal Hand angelegt.

          Trotzdem war auch diese Partie 6:0 und 6:0 ausgegangen. Wer weiß schon, wie Serena Williams an diesem Donnerstag darauf reagiert, dass ihr die Scharapowa offenbar so die Schau stehlen will. Wenigstens ist die Gefahr gering, dass die Russin einen Hattrick hinlegt, und darüber werden sie bei der WTA nicht unglücklich sein. Die nächste Gegnerin heißt Venus Williams.

          Quelle: F.A.Z.

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