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Donnerstag, 20. Juni 2013
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Tennis-Glosse Marketing, mal anders

 ·  In vielen Ländern ist das WM-Finale der besten Tennisspieler der Welt derzeit im Fernsehen zu sehen, nur in Deutschland nicht. Die strikte Preispolitik der ATP stört die Sender. Der lukrative deutsche Markt wird so nicht belebt - eine ungewöhnliche Marketingstrategie.

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Was unterscheidet die Freunde des Tennissports in Australien, Brasilien, Kanada, Kroatien, Tschechien, Frankreich, Griechenland, Hongkong, Ungarn, Indien, Indonesien, Italien, Japan, Südkorea, Mazedonien, Malaysia, Malta, in der Schweiz, in den Niederlanden, in Polen, Portugal, Russland, Serbien, Slowenien, Südafrika, Spanien, Schweden, Taiwan, Montenegro, Bosnien-Hercegovina, dem britischen Königreich und den Vereinigten Staaten von Amerika von den Fans in Deutschland?

Die Antwort ist so einfach wie überraschend: Sie alle können, teilweise den richtigen Pay-TV-Decoder vorausgesetzt, das ATP-Finale der acht besten Einzelspieler und der acht besten Doppel des Jahres im Fernsehen verfolgen. In Deutschland aber bleibt der Bildschirm dunkel, was Tennis aus London betrifft - wer die große Show rund um die Spiele von Nadal, Federer&Co verfolgen will, kann sich gegen Gebühr höchstens im Internet freischalten lassen.

Die deutschen Fernsehsender wundern sich schon länger über die Preispolitik der ATP (der Organisation der Tennisprofis und Turnierveranstalter). Für die Übertragungsrechte der kompletten Masters-1000er-Serie ist von einem zweistelligen Millionenbetrag die Rede, den kein Sender in Deutschland angesichts des stark zurückgegangenen Zuschauerinteresses zu zahlen bereit ist.

Auch für das ATP-Finale in London signalisierten deutsche Sender Interesse - aber bevor die ATP hierzulande mit dem Preis heruntergeht, verzichtet sie lieber ganz auf bewegte Bilder - und das in einem Markt, der einst einmal als einer der wichtigsten der Welt galt.

Von 1990 bis 1995 wurde das Finale deshalb in Frankfurt, von 1996 bis 1999 in Hannover gespielt. Doch statt diesen lukrativen Markt wieder zu beleben, wird durch die strikte Preispolitik der vergangenen Jahre das Interesse an Tennis weiter und weiter reduziert. Das ist eine zumindest ungewöhnliche Marketingstrategie.

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Jahrgang 1959, Sportredakteur.

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