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Tennis Der nette Herr Berrer verliert

28.05.2011 ·  Der Stuttgarter Tennisprofi Michael Berrer scheidet als letzter Deutscher in der dritten Runde Offenen französischen Tennismeisterschaften aus. Er verliert gegen den an Nummer vier gesetzten Briten Andy Murray - weil er zu anständig ist.

Von Thomas Klemm, Paris
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Michael Berrer ist ein angenehmer Zeitgenosse. Einer, mit dem man getrost ein Bier trinken gehen kann, ohne sich zu langweilen, weil der Schwabe gerne und gewitzt plaudert. Dass Michael Berrer ein freundlicher Mann von dreißig Jahren ist, kann im Privatleben also durchaus von Vorteil sein - in seinem Beruf als Tennisspieler ist dieser Charakterzug eher hinderlich, wie er am Samstag frustriert feststellen musste. „Meine Mentalität ist so, dass ich zu gutmütig bin“, haderte der Stuttgarter, der sein Pariser Drittrundenspiel gegen Andy Murray 2:6, 3:6 und 2:6 verlor, obwohl der Weltranglistenvierte aus Schottland das Spiel mit einer Blessur zu Ende bringen musste, nachdem er zu Beginn des zweiten Satzes mit dem rechten Fuß umgeknickt war: „Es war schwer für mich, so ein Match durchzuziehen“, sagte Berrer. Man könnte es auch martialischer ausdrücken: Dem netten Herrn Berrer fehlt der Killerinstinkt.

Mit seinem Abschneiden in Roland Garros könnte der 95. der Weltrangliste eigentlich zufrieden sein, war er doch erstmals bei einem Grand-Slam-Turnier in die dritte Runde eingezogen und hatte damit die dürftige deutsche Bilanz ein wenig aufgehübscht: Als letzter von 14 angetretenen Herren war er am Wochenende noch aktiv. Doch Trost fand der Schwabe auf die Schnelle keinen, hätte sich ihm gegen Murray doch eine Chance geboten, „die man nur einmal im Leben bekommt“.

Als der Schotte bei einer 6:2, 2:1-Führung versuchte, einen Stoppball Berrers zu erlaufen, knickte er mit dem rechten Fuß um; mit schmerzverzerrtem Gesicht lag Murray danach rücklings auf dem Sandplatz. Doch nach einer fünfminütigen Behandlungspause, in der ihm der Turnierarzt einen Pressverband ums Sprunggelenk legte, biss sich der Schotte durch wie Braveheart persönlich. „Nach seinem Umknicken habe ich alles falsch gemacht, was man als Tennisspieler falsch machen kann“, sagte Berrer, „das ist blöd.“ Zwanzig Breakbälle ließ der Stuttgarter zu, sechs davon verwertete Murray und brachte das Match nach 2:07 Stunden überraschend erfolgreich hinter sich.

Rekordjagd der Topspieler

Während sich Murray humpelnd ins Achtelfinale schleppte, präsentierten sich die beiden Turnierfavoriten topfit. Der Weltranglistenerste Rafael Nadal (6:1, 6:3 und 6:0 gegen den Kroaten Antonio Veic) und sein Verfolger Novak Djokovic (6:3, 3:6, 6:3 und 6:2 gegen den Argentinier Juan Martin del Potro) können ihre jeweilige Rekordjagd fortsetzen: Der Spanier würde mit seinem sechsten French-Open-Sieg die Bestmarke von Björn Borg erreichen, dem Serben fehlen nach nunmehr 40 Matchgewinnen in Serie nur noch zwei Siege, um den Saisonstartrekord von John McEnroe aus dem Jahr 1984 zu egalisieren. (siehe auch:

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Jahrgang 1966, Sportredakteur.

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