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America’s Cup : Spektakulärer Crash und schwerer Schaden

Da geht nichts mehr: Das neuseeländische Boot kentert spektakulär. Bild: AFP

Schlechtes Wetter sorgt bei der Qualifikation für den America’s Cup auf Bermuda für Chaos. Am schlimmsten trifft es die Neuseeländer. Und die Schweden sorgen auf dem Wasser für ein Kuriosum.

          Dass auch im Paradies nicht immer die Sonne scheint, haben die Teilnehmer beim 35. America’s Cup am Dienstag vor der Küste Bermudas erfahren müssen. Heftiger Wind, hohe Wellen und teilweise sintflutartiger Regen stellten die besten Segler der Welt im zweiten Teil der Herausforderer-Runde auf eine harte Probe – und beschädigten die millionenteuren Hightech-Katamarane teilweise schwer. Am schlimmsten traf es in den „Challenger Playoffs“ das Team New Zealand: In der vierten Halbfinal-Begegnung gegen das Team aus Großbritannien geriet die neuseeländische Yacht bereits während eines Manövers in der Phase kurz vor dem Start außer Kontrolle und kenterte.

          Das Wetter machte es den Sportlern nicht leicht vor Bermuda. Bilderstrecke

          Bei starkem Wind wurde das Boot in einer Linkskurve auf der rechten Seite zu weit aus dem Wasser gehoben, um dann urplötzlich mit den Bugspitzen voraus wieder einzutauchen und nach vorne zu kippen. Vier Segler der sechsköpfigen Crew um Steuermann Peter Burling konnten sich auf dem senkrecht im Wasser stehenden Katamaran halten, die anderen beiden fielen durch den Aufprall ins Wasser, konnten sich aber schnell in die herbeifahrenden Begleitboote retten. „Zum Glück sind alle unverletzt geblieben, das ist die Hauptsache“, erklärte Burling zwei Stunden nach dem Crash auf der Pressekonferenz und gab sich und seinem Team die Schuld an dem missglückten Manöver, dem ein hartes Duell gegen die Briten um die beste Startposition vorausgegangen war: „Es war in allen Belangen unser Fehler. Wir haben normal beschleunigt, sind dabei aber viel zu hoch gestiegen und in eine Windböe geraten. Dann sind wir abgestürzt.“

          Vom Kentern der Neuseeländer profitierten die bislang enttäuschenden Briten: Nachdem die Crew um Skipper Sir Ben Ainslie im Verlauf des Wettbewerbs ebenfalls schon mit technischen Problemen zu kämpfen hatte und gar gleich zwei Mal mit Konkurrenten kollidierten, kamen die Briten nun zu ihrem ersten Halbfinal-Punkt und verkürzten den Rückstand auf den neuseeländischen Top-Favoriten auf 1:3. Schon an diesem Mittwoch stehen die nächsten beiden Duelle an, weswegen das Team New Zealand auch kurz nach seinem Unfall mit den Reparaturarbeiten begann. „Ich bin mir sicher, dass wir uns schnell von dem Vorfall erholen und mit voller Power in die nächsten Rennen gehen können“, sagte Burling.

          Was dem mit gerade einmal 26 Jahren jüngsten Skipper im Wettbewerb Mut macht, ist, dass auch im zweiten Semifinale das schwedische Team Artemis und das SoftBank Team aus Japan große Probleme mit den mitunter widrigen Bedingungen hatten und ihre Boote teilweise schwerer beschädigten.

          Für eine kuriose Szene sorgten dabei die Schweden, als Steuermann Nathan Outteridge im zweiten Rennen des Tages zwischendurch offenbar für längere Zeit fast keine Kontrolle über seinen Katamaran hatte: Kurzzeitig segelte das Boot in die falsche Richtung und geriet auch außerhalb der festgelegten Strecke, bevor es fast noch mit einem Zuschauerboot kollidierte. Auch die Schweden liegen nach vier Rennen mit 1:3 gegen die Japaner zurück. Um sich für das Herausforderer-Finale zu qualifizieren benötigt ein Team fünf Punkte. In diesem wird von Samstag an in maximal neun Rennen ermittelt, wer vom 17. Juni an gegen den Cup-Verteidiger, das Oracle-Team aus den Vereinigten Staaten, um die älteste und prestigeträchtigste Trophäe im Segelsport antreten darf.

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