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Super Bowl Die Football-Familie Fitzgerald

01.02.2009 ·  Larry will mit Arizona den Super Bowl holen. Sein Großvater hat ihn einst mit Nudelholz und auf dem Schwebebalken trainieren lassen. Und der Vater muss über seinen Sohn berichten. Der Super Bowl als Familiengeschichte.

Von Jürgen Kalwa, New York
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Für die Familie Fitzgerald aus Minneapolis ist der Super Bowl schon seit Jahren eine Familienangelegenheit. Für Larry senior war der Termin Ende Januar/Anfang Februar stets Pflicht. Denn er verdient sein Geld als Sportkolumnist des „Minnesota Spokesman-Recorder“. Für seine Frau war er reines Vergnügen, weil ihr die zahllosen Partys in der Woche vor dem großen Spiel so gut gefielen. Nur der Sohn blieb zu Hause.

So hat sich Larry junior vor zwei Wochen sein eigenes Ticket besorgt. Und zwar auf eine besonders spektakuläre Weise: Der 25-jährige Football-Profi spielt bei den Arizona Cardinals, die trotz des tiefroten Vogels auf den Helmen der Spieler immer so etwas wie die graue Maus der National Football League (NFL) waren, aber an jenem Sonntag in einem spannenden Spiel die viel stärker eingeschätzten Philadelphia Eagles überrumpelten.

Auf dem Weg zu einem der besten Wide Receiver

Der manchmal fast akrobatisch wirkende Larry Fitzgerald gehörte mal wieder zu den spielentscheidenden Figuren - er fing drei Touchdowns - und ist auf dem Weg, sich zu einem der besten Wide Receiver der Ligageschichte der NFL zu entwickeln. Was Larry senior in eine ziemlich schwierige Situation bringt. Er sitzt an diesem Sonntagabend (0.28 Uhr/live in der ARD) in Tampa wie gewohnt oben beim Super Bowl (siehe: NFL: Pittsburgh und Arizona spielen um den Superbowl) in den Rängen und soll als Journalist über dieses Ausnahmetalent und das wichtigste Match seiner Karriere schreiben. Und zwar so unbefangen wie möglich.

Das wird wohl schwierig sein, auch wenn die Cardinals in der Begegnung gegen die Pittsburgh Steelers der eindeutige Außenseiter sind und ihnen deshalb auf natürliche Weise viele Sympathien zufliegen. Aber ausgewogen gehen in diesen Tagen auch die anderen amerikanischen Medien nicht mit der Nummer 11 der Cardinals um, der vor einem Jahr in Phoenix einen Vierjahresvertrag unterschrieb, der ihm zehn Millionen Dollar Gehalt pro Saison einbringt.

Training mit dem Nudelholz

So ignoriert man in den Elogen auf den Junior gerne die Vorwürfe, wonach sich der Wide Receiver in familiären Dingen auch schon von seiner hässlichen Seite gezeigt habe. Berichte über einen Zwischenfall mit der Mutter seines einjährigen Sohnes, einem ehemaligen Cheerleader der Oakland Raiders, die er bei einem häuslichen Streit wie einen Gegner auf dem Footballplatz rabiat zu Boden gerissen haben soll, kursieren nur im Internet.

Stattdessen gibt es in den etablierten Medien nur positive Berichte, darunter jene über Großvater Robert, einen Optiker, der dem kleinen Jungen einst in den Ferien ein Sondertraining verpasste, bei dem man die Körperkoordination schult. So übte Larry im Alter von acht Jahren mit einem farbig gestreiften Nudelholz, mit dem er nach einem aufgehängten Ball schlug. Um die Aufgabe schwieriger zu gestalten, musste er dabei auf einem Schwebebalken oder auf einem wackligen Brett stehen. Heute, so haben Spielfotos gezeigt, fängt er den Ball meistens mit geschlossenen Augen. „Ich verstehe das selbst nicht“, sagt der Football-Profi.

Die Steelers sind Favorit

Natürlich beschäftigen sich manche auch mit rein sportlichen Fragen. Zum Beispiel der danach, auf welche Weise sich wohl der wieselflinke Fitzgerald gegen die reaktionsschnelle und harte Deckung der Pittsburgh Steelers behaupten will, die nach Meinung vieler dem attraktiven Angriffsspiel der Arizona Cardinals mit dem wiedererstarkten Quarterback Kurt Warner (siehe: American Football: In Phoenix aus der Asche) den Wind aus den Segeln nehmen wird.

Ein Thema, bei dem sich aus der Distanz die beiden zentralen Figuren der Auseinandersetzung gegenüberstehen: Trainer Mike Tomlin auf Seiten der Steelers und Ken Whisenhunt, der vor zwei Jahren in Phoenix den Chefposten übernahm. Der erst 36-jährige Tomlin, der sich im Falle eines Sieges als jüngster Coach der Super-Bowl-Ära einen Namen machen würde, war damals seinem Gegenspieler vorgezogen worden. Und das, obwohl Whisenhunt, ein kreativer Offensivgeist, als Assistent eine wichtige Rolle beim letzten Super-Bowl-Sieg der Steelers gespielt hatte. Ganz unabhängig vom Ausgang der Partie wird allerdings ein wichtiges Mitglied der Familie Fitzgerald in Tampa fehlen: Larry juniors Mutter Carol. Sie starb vor sechs Jahren.

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