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Sprinter Chambers im Gespräch „Ich bin heute schlauer“

14.03.2010 ·  Dwain Chambers, einer der prominenten Kunden des Doping-Labors Balco, ist ein Jahr nach seinem Sieg bei der Hallen-Europameisterschaft nun auch Hallen-Weltmeister geworden - und läuft schneller als zu seiner Doping-Zeit. Im F.A.Z.-Interview liefert Chambers einen Erklärungsversuch.

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Dwain Chambers, einer der prominenten Kunden des Doping-Labors Balco, ist ein Jahr nach seinem Sieg bei der Hallen-Europameisterschaft nun auch Hallen-Weltmeister geworden. Der 31 Jahre alte Londonder siegte über 60 Meter in 6,48 Sekunden, der besten Zeit des Jahres, deutlich vor dem Amerikaner Mike Rogers (6,53) und Daniel Bailey aus Antigua (6,57).

Ist dieser Sieg das Ende von etwas?

Nein, er ist ein Anfang. Ich bin neu gestartet, ich habe alles geklärt, ich kann mich endlich aufs Laufen konzentrieren.

Die Veranstalter haben Sie im vergangenen Jahr wegen Ihrer Doping-Vergangenheit und Ihrer Dopingsperre nicht eingeladen. Wie sind Ihre Aussichten nun?

Erst mal freue ich mich. Zu Hause werden wir überlegen, welche Möglichkeiten ich habe. Klar wäre ich froh, wenn ich die Gelegenheit bekäme, bei der Diamond League anzutreten oder mich mit Usain Bolt zu messen. Aber erst mal ist der nächste große Wettkampf, auf den ich mich vorbereiten kann, die Europameisterschaft in Barcelona.

Wie kommt es, dass Sie jetzt erfolgreicher und schneller laufen als zu der Zeit, als Sie voll mit Dopingmitteln waren?

Ich bin heute schlauer. Ich habe meine Verantwortung angenommen; ich habe drei Kinder zu Hause. Ich kenne meine Bestimmung im Sport. Ich weiß, was mir gut tut und was nicht. Das zahlt sich aus.

Sagen Sie, dass der Kopf, dass das Gewissen den Unterschied machen zwischen schnell rennen und sehr schnell rennen?

Ja! Glaube einfach an dich selbst! Das ist, was ich jetzt tue. Meine Familie glaubt an mich, meine Freunde glauben an mich, meine Trainingsgruppe glaubt an mich, sogar meine Mannschaftskameraden glauben an mich, und auch die anderen Läufer glauben an mich. So ist es einfach.

Die Fragen stellte Michael Reinsch.

Quelle: FAZ.NET
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