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Sportschau-Glosse : Qualität ohne O-Ton

Steffi Graf zeigt sich selten in der Öffentlichkeit - und kaum vor der Kamera Bild: dapd

In Wahrheit ist die Sportschau in der ARD längst eine Fußballsendung. An diesem Samstag allerdings läuft am angestammten Platz ein Porträt über Steffi Graf. Manchmal setzt sich Qualität doch gegen simple Marketinggedanken durch.

          Was macht man bloß mit einer Sendung namens Sportschau, die ja in Wahrheit längst eine reine Fußballsendung ist, wenn die Bundesliga Winterpause hält? Die Befürchtung lag nahe, dass die ARD ihre Zuschauer an diesem Samstag mit unzähligen Beiträgen aus den Trainingslagern quält, um das teuer erworbene Produkt weiter zu befeuern.

          Aber manchmal setzt sich Qualität doch noch gegen simple Marketinggedanken durch. Am angestammten Platz der Sportschau läuft an diesem Samstag nämlich von 18.05 Uhr an der 100-minütige Film von Friedrich Bohnenkamp „Steffi Graf - Ein Porträt“. Das ist erstaunlich, weil sich für die Erstausstrahlung des Films über eine der größten deutschen Sportlerinnen kein Platz in der ARD finden ließ - angeblich, weil Steffi Graf ein Interview verweigerte.

          Der Beitrag wurde deshalb im dritten Programm des produzierenden SWR im Mai vergangenen Jahres quasi weg gesendet. Bohnenkamp hat sein Stück aktualisiert. Neben Weggefährten von damals berichtet nun auch Angelique Kerber von ihrem Treffen mit Steffi Graf in Wimbledon.

          Nur die Protagonistin mochte auch diesmal kein Interview geben, was den Film angesichts der Verkrampftheit von Steffi Graf vor Fernsehkameras vermutlich aber sogar eher besser macht. Das aber wäre sicher eine bemerkenswerte Innovation, wenn die Bundesliga aus dem Winterschlaf erwacht: Eine Sportschau ohne nichtssagende Interviews wäre glatt Stoff für ein weiteres Chapeau.

          Quelle: F.A.Z.

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