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Sportler des Jahres Achter, Neuner und Harting

Nach ihrem Abschied vom Biathlon darf sich Magdalena Neuner abermals über die Ehrung als „Sportlerin des Jahres“ freuen. Diskushüne Robert Harting lässt Sebastian Vettel keine Chance. Und der Deutschland-Achter ist die Mannschaft 2012.

© AFP Ehrung in Baden-Baden: Olympiasieger Robert Harting (links) und Biathlon-Rentnerin Magdalena Neuner sind Deutschlands Sportler des Jahres 2012

Biathlon-Rentnerin Magdalena Neuner, Diskuswerfer Robert Harting und der Deutschland-Achter sind die „Sportler des Jahres“ 2012. Dies ergab die Abstimmung unter rund 1500 Sportjournalisten nach einer von den Olympischen Spielen in London überstrahlten Saison. Die Sieger durften sich bei dem traditionellen Athletenfest am Sonntagabend im Kurhaus zu Baden-Baden von rund 700 rausgeputzten Gästen feiern lassen.

Für eine Kuriosität sorgte Neuner. Als Sportrentnerin setzte sie sich bei der 66. Wahl überlegen durch und verteidigte damit ihren Titel aus dem Vorjahr. Das war vor der 25-Jährigen zuletzt Sprinterin Katrin Krabbe (1990/91) gelungen. Als bislang letzte Pensionärin hatte Speerwerferin Steffi Nerius 2009 die Wahl gewonnen.

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Die Wallgauerin Neuner überzeugte die Kritiker auch in ihrer letzten Saison. Sie gewann zum dritten Mal den Gesamtweltcup und glänzte bei der Heim-WM in Ruhpolding mit zweimal Gold. Neuner bekam mit 3368 Stimmen mehr als doppelt so viele wie die Zweite Angelique Kerber (1545).

Bereits 2011 hatte sie Tennisspielerin Andrea Petkovic klar distanziert. Auf Rang drei landete nun Siebenkämpferin Lilli Schwarzkopf. Die 29-Jährige hatte nach einem packenden Finale in London Silber gewonnen, sich aber wenig später die Achillessehne gerissen.

Goldenes Ende: Biathletin Magdalena Neuner hat ihre Karriere schon beendet © dpa Vergrößern Goldenes Ende: Biathletin Magdalena Neuner hat ihre Karriere schon beendet

Nicht nur bei Olympia hatte Harting mehr Erfolg als Schwarzkopf. Der Goldmedaillengewinner steht als erster Leichtathlet seit Mittelstreckenläufer Nils Schumann (2000) ganz oben in der Gunst der Journalisten und errang mit dieser Ehrung einen Erfolg, der seinem früheren Disziplin-Kollegen Lars Riedel verwehrt geblieben war.

Mit 3049 Stimmen verwies der Berliner sogar den als Favoriten gehandelten Formel-1-Dreifachweltmeister Sebastian Vettel (2578) auf Rang zwei. Der Heppenheimer, der im Vorjahr NBA-Superstar Dirk Nowitzki den Vortritt hatte lassen müssen, konnte wegen des traditionellen Saisonabschlusses „Race of Champions“ in Bangkok nicht vor Ort sein. Turn-Ass Marcel Nguyen (1587) kam mit deutlichem Rückstand als Dritter noch aufs Treppchen.

Robert Harting kann nicht nur weit werfen, sondern auch gut springen © dpa Vergrößern Robert Harting kann nicht nur weit werfen, sondern auch gut springen

Olympischen Glanz verströmte auch die „Mannschaft des Jahres“. Der Deutschland-Achter ruderte nach 24-jähriger Durststrecke zum Erfolg in London und stand auch im festlichen Bénazet-Saal ganz oben. Für den Ruder-Mythos war es bereits der sechste Erfolg in der 1957 zum ersten Mal durchgeführten Wertung.

Die Ruder-Crew von Trainer Ralf Holtmeyer verwies mit 3003 Stimmen die auf der Insel ebenfalls siegreichen Beach-Volleyballer Julius Brink/Jonas Reckermann (2603) und das Hockey-Nationalteam der Männer (2071) auf die Plätze. Für Double-Sieger Borussia Dortmund als Vorjahresgewinner blieb immerhin noch Platz vier vor den Handballern des THW Kiel.

Der Deutschland-Achter rudert bei Olympia in London allen auf und davon © dpa Vergrößern Der Deutschland-Achter rudert bei Olympia in London allen auf und davon

Ergebnisse der Wahl „Sportler des Jahres“ 2012

„Sportlerin des Jahres“:

1. Magdalena Neuner (Biathlon) 3368
2. Angelique Kerber (Tennis) 1545
3. Lilli Schwarzkopf (Leichtathletik) 1487
4. Tatjana Hüfner (Rennrodeln) 995
5. Britta Heidemann (Fechten) 945
6. Judith Arndt (Radsport) 838
7. Betty Heidler (Leichtathletik) 798
8. Viktoria Rebensburg (Ski Alpin) 626
9. Sabine Spitz (Mountainbike) 585
10. Christina Obergföll (Leichtathletik) 519

„Sportler des Jahres“:

1. Robert Harting (Leichtathletik) 3049
2. Sebastian Vettel (Motorsport) 2578
3. Marcel Nguyen (Turnen) 1587
4. Michael Jung (Reiten) 946
5. Timo Boll (Tischtennis) 694
6. Sandro Cortese (Motorradsport) 545
7. Martin Kaymer (Golf) 509
8. Björn Otto (Leichtathletik) 502
9. Philip Köster (Windsurfen) 371
10. Tony Martin (Radsport) 319

„Mannschaft des Jahres“:

1. Deutschland-Achter (Rudern) 3003
2. Brink/Reckermann (Beachvolleyball) 2603
3. Hockey-Nationalteam Männer 2071
4. Borussia Dortmund (Fußball) 1965
5. THW Kiel (Handball) 1401
6. Biathlon-Frauenstaffel 585
7. Vielseitigkeits-Equipe (Pferdesport) 535
8. Rollstuhl-Basketball-Team Frauen 428
9. Savchenko/Szolkowy (Eiskunstlauf) 331
10. Brose Baskets Bamberg (Basketball) 283

Quelle: DPA

 
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