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Sport-Glosse Schweigen oder Reden

 ·  Im Sport gibt es immer mehr Kommunikationsprobleme. Wie wäre es da mit Gesprächsangeboten und guten Dialogen statt Monologen auf Pressekonferenzen?

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© dpa Aufeinanderzugehen wäre ein Anfang: Britta Steffen

Ja, sie wollen doch noch reden; bald und über alles, sogar über einen würdigen Abschied, Silvia Neid und Birgit Prinz nämlich. Seit der vergurkten Weltmeisterschaft im Sommer hat die Fußball-Bundestrainerin zwar mehrmals ein Ende der Sprachlosigkeit gegenüber der Rekordnationalspielerin angekündigt, doch die große Aussprache steht bis heute aus. Es wird, so viel steht fest, ein Abschiedsspiel für die inzwischen zurückgetretene Prinz geben - immerhin kein stumpfes Ende.

Was mag bloß so schwer sein im Umgang zwischen Spitzentrainern und (einstigen) Spitzenkräften? Vielleicht trifft das Bonmot doch zu: Schweigen ist der beste Ausweg für den, der seiner Sache nicht sicher ist. Da war im deutschen Fußball schließlich noch der Fall Michael Ballacks, dem Bundestrainer Joachim Löw lange ein klares Wort über den Fortgang der Karriere als Nationalspieler schuldig geblieben ist. Allzu langes Schweigen kann so erschreckend sein wie ein lauter Schrei. Die Löw-Ballack-Geschichte entwickelte sich wie befürchtet: Als man dann zusammenkam, sprach man offenbar mehr aneinander vorbei oder gegeneinander als miteinander. Schließlich trudelte die internationale Karriere Ballacks unangemessen schmucklos aus.

„Wer schweigt, kann immer noch reden. Wer dagegen geredet hat, kann darüber nicht mehr schweigen“, hat der Soziologe Niklas Luhmann konstatiert. Der Schweiger kann sich vormachen, die Dinge in der Hand zu haben. Der Redner muss sich mit dem Echo auf seine Worte auseinandersetzen - Kontrollverlust.

Umgekehrt zu handeln kann aber auch befreiend sein. Am Freitag hat Britta Steffen geredet, auf einer Pressekonferenz: ein anderer Sportstar, der mit seinem Verband über Kreuz liegt. Die Schwimmerin fühlt sich nach ihrem (wie es wirkte überstürzt und eigenmächtig) abgebrochenen WM-Auftritt falsch beurteilt. Der Schwimmverband schweigt dazu weiter und raunt von möglichen internen Konsequenzen für Steffen, die immer noch als starke Olympiakandidatin für 2012 gelten muss. Wie wäre es denn nun mal mit einem Dialog, bei dem es ja mitunter zwei Sieger geben soll?

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