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Freeriderin Estelle Balet : Snowboard-Weltmeisterin stirbt in Lawine

Ihr Leben war das Board: Estelle Balet wurde nur 21 Jahre alt Bild: dpa

Bei Dreharbeiten in den Schweizer Alpen ist die Snowboarderin Estelle Balet ums Leben gekommen. Die Freeride-Weltmeisterin wurde nur 21 Jahre alt.

          „Ganz schön beeindruckend, bei so einer Aussicht zu snowboarden. Kann es kaum erwarten, nächste Woche wieder zu filmen.“

          Ihr letzter Eintrag auf ihrer Facebook-Seite ist gerade mal zwei Tage alt und drückt pure Lebensfreude aus. Doch an diesem Dienstag, dem Tag, den sie herbeigesehnt hatte, ist Estelle Balet beim Snowboarden gestorben. Die Freeride-Weltmeisterin wurde nur 21 Jahre alt.

          Wie Schweizer Medien zunächst berichteten, ist die Snowboarderin bei Dreharbeiten im Gebiet Portalet oberhalb von Orsières am frühen Morgen in den Schweizer Alpen von einer Lawine erfasst und mitgerissen worden. Die Walliser Kantonspolizei bestätigte mittlerweile den Tod der jungen Sportlerin.

          Ersten Ermittlungen zufolge war der Hang zuvor von einer anderen Person befahren worden, ehe Balet startete. Danach habe sich eine Lawine gelöst und die Sportlerin gut einen Kilometer in die Tiefe gerissen.

          Obwohl die Weltmeisterin mit einem Lawinensuchgerät, einem Airbag und einem Helm ausgerüstet war, und obwohl sie noch vor dem Eintreffen der Bergwacht von Mitgliedern der Filmcrew aus der Lawine befreit werden konnte, starb sie noch am Unfallort. Die unmittelbar eingeleiteten Reanimations-Maßnahmen hatten keinen Erfolg. Ihre Verletzungen durch den tiefen Sturz seien zu stark gewesen. „Sie hatte keine Chance“, zitiert die Schweizer Illustrierte Blick in ihrer Online-Ausgabe einen Polizeisprecher.

          Erst Anfang April hatte Balet in einem Interview mit Blick über die Gefahren ihrer Sportart gesprochen. Darin meinte sie, ihr sei bewusst, dass „jederzeit ein Unfall passieren kann.“ Doch der alpine Abfahrtslauf sei gefährlicher. Und mit dem Thema Tod habe sie sich noch nicht beschäftigt. Man sollte „in diesem Zusammenhang nicht nur an die negativen Punkte denken“. Sonst sei man mental in keinem guten Zustand. „Wenn du im Starthaus Angst hast, kannst du nicht hundert Prozent geben. Aber ich brauche hundert Prozent Selbstsicherheit, um meinen Fähigkeiten vertrauen zu können.“

          Beim Freeriden stürzen sich Snowboarder oder Skifahrer unpräparierte, mit Felsen durchsetzte Steilhänge hinunter. Zum Selbstverständnis der Szene gehört, dass die Fahrten so oft wie möglich gefilmt und via Social Media geteilt werden. Die Freeride World Tour gilt als Olymp der Tiefschneefahrer. Ziel bei Wettbewerben ist es, in möglichst schwierigen Passagen eine flüssige Abfahrt mit sauberen Sprüngen zu präsentieren.

          Die tödliche Lawine: Die Kantons-Polizei aus dem Wallis veröffentlichte das Hand-Out-Foto.

          Estelle Balet galt als der aufstrebende Star der Freeride-Szene. Im März 2015 hatte sie als jüngste Athletin überhaupt die World Tour gewonnen. Anfang April 2016 siegte sie auch beim das „Xtreme Verbier“, einem der härtesten Wettbewerbe überhaupt und verteidigte somit ihren WM-Titel.

          Die attraktive junge Frau stammte aus Vercorin, einem 600-Seelen-Dorf oberhalb von Siders mit Blick auf das Rhône-Tal. Im Dezember wurde die Profi-Snowboarderin im Wallis noch zur Sportlerin des Jahres 2015 gewählt.

          Waghalsige Sportart: Estelle Balet war sich bewusst, dass jederzeit ein Unfall passieren kann.

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