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Simeonis Wochenschau : Jungs, wir sind stolz auf euch!

Chapeau – wir ziehen den Hut! Bild: F.A.Z.

Der Begriff Tapferkeit wird heutzutage selten gebraucht. Die Mannschaft von Borussia Dortmund hat sie diese Woche bewiesen. Ein anderer taugte dagegen nicht so sehr als Vorbild für die Jüngeren.

          Der Begriff Tapferkeit wird heutzutage selten gebraucht. Vielleicht, weil er ein bisschen zu sehr nach Militär klingt. Aber Tapferkeit gibt es auch in Zivil. Oder im Trikot. Die Mannschaft von Borussia Dortmund zum Beispiel hat Tapferkeit bewiesen, als sie nur einen Tag nach dem heimtückischen Bombenanschlag zum Champions-League-Spiel gegen Monaco antrat. Es war sicher nicht leicht für sie, sich aufs Fußballspielen zu konzentrieren. Und zu kämpfen und nicht zu sagen: Heute gibt es Wichtigeres als Fußball.

          Sicher, eine Niederlage ist immer schwer zu akzeptieren, und schon gar nicht, wenn sie auch noch mit einem Abseitstor des Gegners eingeleitet wurde. Aber erstens gibt es ja noch ein Rückspiel. Und zweitens geht es darum jetzt nicht. Die BVB-Spieler haben gezeigt, dass sie sich zusammenreißen können und der Gewalt trotzen, stellvertretend für uns alle. Die Gespenster kommen womöglich erst noch, und der Schock sitzt sicher tief. Darum sagen wir es jetzt einmal ganz deutlich: Jungs, wir sind stolz auf euch!

          Attaque – hier wird angegriffen!

          Attaque: Und jetzt die Frage: Worüber soll man sich in dieser Sport-Woche sonst noch aufregen? Wo ein Bombenanschlag alle anderen sonst so dramatisch anmutenden Ereignisse relativiert hat? Vielleicht über einen sprunghaften Typen mit einer infantilen Frisur, der am Mittwoch auch Fußball gespielt und gegen Real Madrid ein kolossales Tor erzielt hat? Der Bayern-Irokese Arturo Vidal war ja leider von seiner eigenen Großartigkeit so berauscht, dass er später nicht mehr in der Lage war, sich auf seinen Elfmeter zu konzentrieren, und den Ball auf eine Umlaufbahn schoss, von der er womöglich noch gar nicht zurückgekehrt ist. Auch in der Folge bewies er beklagenswerterweise einen solchen Mangel an Impulskontrolle, dass er als Vorbild für die Jüngeren gewiss nicht taugt. Vidal verabschiedete sich vom Geschehen mit einem Frust-Foul, dem er weiteres peinliches Gepöbel folgen ließ. Aber natürlich schauen wir auch Fußball, um solche Kindereien zu erleben. Beim BVB allerdings haben sie sich am Mittwoch benommen wie Männer.

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