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Simeonis Wochenschau : Nicht anschauen!

Der badischer O-Saft-Fabrikant Hans-Peter Wild (r.) hat den Rugbyklub „Stade Francais“ dieser Tage gekauft. Bild: AFP

Rugby hat seine olympische Probezeit überstanden und bleibt auf Dauer im Programm. Allerdings wissen wir ja noch gar nicht, welche Wettkämpfe wir überhaupt im TV sehen können.

          Chapeau: Ei, ei, ei, die Rugbyspieler! Weil wir keinesfalls als sexistisch dastehen wollen, müssen wir das, was jetzt gleich kommt, in einen Warnhinweis verpacken: Vorsicht, nicht anschauen! Der Kalender, den die „Götter des Stadions“ auf ihrer Homepage verbreiten, ist nur etwas für Voyeure, oder mehr noch ... Wie heißt das? Für Voyeusen? Da räkeln sich ein paar Kerle, die Spieler des Pariser Klubs „Stade Francais“, und ein paar Gäste aus anderen Sportarten textilfrei am Boden oder produzieren sich mit verschleiertem Blick in olympischen Posen.

          Chapeau – wir ziehen den Hut!
          Chapeau – wir ziehen den Hut! : Bild: F.A.Z.

          Und es ist in Schwarzweiß aufgenommen. Also Kunst. Schon dafür, dass wir auf diesen Kalender aufmerksam wurden, hat es sich gelohnt, dass ein reicher badischer O-Saft-Fabrikant diesen Klub dieser Tage gekauft hat. (Und, Mädels, das schnell off the record: Wir haben zwar bereits Juni, aber das Prachtstück ist immer noch im Angebot.) Für alle, die weiter fest bleiben wollen, ein anderes Bonbon: Rugby hat seine olympische Probezeit überstanden und bleibt auf Dauer im Programm.

          Attaque – hier wird angegriffen!
          Attaque – hier wird angegriffen! : Bild: F.A.Z.

          Erst recht nicht anschauen!

          Attaque: Obwohl: Bis dato wissen wir ja noch gar nicht, welche Wettkämpfe von Tokio 2020 wir überhaupt noch im TV werden sehen können, ohne ein Top-Sport-Notopfer zahlen zu müssen. Klar, die olympische Familie braucht die astronomischen Rechte-Einnahmen, die in Form von Abo-Gebühren an uns weitergeleitet werden, fast genauso dringend wie der Fußball. Sie sind ja alle immer noch nicht reich genug. Und wir?

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          Werden wir künftig während Olympia auf der Suche nach dem Rugby-Turnier orientierungslos im Fernsehen herumzappen und irgendwann entnervt im nächsten Elektronik-Handel um einen Decoder winseln? Werden wir an Champions-League-Spieltagen mit einer alten Jacke Plätze an Kneipentheken reservieren, damit wir um 20 Uhr 45 von dort aus den FC Bayern kicken sehen können? Und eine angemessene Zahl an Bieren in uns hineinschütten, um die Sitzplatzberechtigung nicht während des Spiels zu verlieren? Wahrscheinlich. Wer hofft, dass die Gierigen irgendwann einmal die Rechnung kriegen, braucht einen langen Atem.

          Quelle: F.A.Z.

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