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Simeonis Wochenschau : Domobrowski, douze points – Träger des Roten Kopfes

Unglücklicher Gewinner: Luka Pibernik (vorne) freute sich beim Giro zu früh. Bild: Picture-Alliance

Wer wohl die Champions League gewinnt, wenn darüber das Publikum abstimmen würde? Franz Beckenbauer hätte einen Tipp. Dem Radprofi Luka Pibernik ist dagegen nicht mehr zu helfen.

          Ta taah tata taah ta taaah taah! Im Radio erklingt seit Tagen allmorgendlich die Eurovisions-Fanfare. Europa! Aber leider folgen dann nicht die neuesten Nachrichten zur Champions League CL, sondern zum Eurovision Song Contest ESC. Das ist ein bisschen schade, denn die CL hebt sich vom ESC doch in vielen Punkten sehr positiv ab. Zum Beispiel darin, dass Cristiano Ronaldos Haare kompakt am Kopf festgeklebt sind und nicht dauernd von Windmaschinen verwuschelt werden. Und auch darin, dass bei der CL nicht das voreingenommene Publikum über den Sieger abstimmt wie beim ESC, sondern Tore geschossen werden müssen.

          Chapeau – wir ziehen den Hut!
          Chapeau – wir ziehen den Hut! : Bild: F.A.Z.

          Wobei es eine interessante Frage ist, wer im Falle einer Publikumsabstimmung wohl die Champions League gewinnen würde. Vielleicht der FC Dnjepr Dnjepropetrowsk? Oder, wie Franz Beckenbauer zu seinen besseren Zeiten nonchalant sagte: Domobrowski oder wie der Kaas heißt. Das beste Argument für die Champions League aber zum Schluss: Hier wird Gott sei Dank Fußball gespielt. Und nicht gesungen.

          Attaque – hier wird angegriffen!
          Attaque – hier wird angegriffen! : Bild: F.A.Z.

          Lingelingeling! So ging die Glocke bei der fünften Etappe des Giro d’Italia, während der Slowene Luka Pibernik ganz allein über die Ziellinie in Messina fuhr. Er breitete die Arme aus, wobei er noch fast das Gleichgewicht verlor. Der größte Moment seiner Karriere als Radprofi – Etappensieg beim Giro! Doch gleich darauf wunderte er sich, warum ihm am Straßenrand keiner zujubelte. Und als er sich acht Sekunden nach seinem vermeintlichen Coup umdrehte, sah er, dass das Feld ganz ungerührt weiterrollte.

          Ja, klar: Die Glocke hatte die Schlussrunde eingeläutet, und es ging leider noch 6,2 Kilometer weiter. Das Peloton kam näher, verschluckte und verdaute den unglückseligen Slowenen, der wahrscheinlich froh war, dass er im Gesamtbild unterging und alle auf den Träger des Rosa Trikots schauten und nicht auf den Träger des Roten Kopfes. Er landete auf Rang 148. Doch kein Etappensieg. Warum er an dieser Stelle zu allem Überfluss auch noch attackiert wird? Weil er uns jetzt auch noch leid tut, der Blödmann!

          Quelle: F.A.Z.

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