Home
http://www.faz.net/-gtl-6wcx4
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Veröffentlicht: 01.01.2012, 13:54 Uhr

Silvesterläufe „Kleiner“ Bekele ganz groß

Beim prestigeträchtigsten Silvesterlauf in Saop Paulo und auch in Trier dominieren wie gewohnt afrikanische Läufer. Sabrina Mockenhaupt siegt in Werl, wo ein Hobbyläufer stirbt.

© dapd Sieger in Sao Paulo: Tariku Bekele

Der „kleine“ Bekele war in Sao Paulo der Größte, und auch Leichtgewicht Sabrina Mockenhaupt beendete das vorolympische Jahr mit einem Sieg. Die oft feucht-fröhlich gefeierten Stars der Silvesterläufe kamen am Samstag erneut vor allem aus Kenia und Äthiopien. Tariku Bekele (24), der fünf Jahre jüngere Bruder des dreimaligen Olympiasiegers Kenenisa Bekele, gewann den Klassiker in Sao Paulo bei seinem ersten Start. In Bozen ließ der Kenianer Edwin Soi bei seinem vierten Triumph gleich zwei Weltmeister hinter sich.

Dauerläuferin Mockenhaupt siegte vor einem Jahr in Trier - am Samstag war „Mocki“ beim 15-km-Rennen von Werl nach Soest die Schnellste. Fast vier Minuten nahm die deutsche Serienmeisterin nach 53:33 der bis dato vierfachen Siegerin Heike Bienstein aus Dortmund (57:25) ab. „Heute wollte ich nur gewinnen. Die Zeit war mir egal“, sagte die 31-Jährige von der LG Sieg.

18041284 © AFP Vergrößern Kult: Das Läuferfeld in Sao Paulo

Dominik Fabianowski (Troisdorf/Siegburg) konnte den zeitgleichen Jörg Heiner (Wenden) in 47:47 Minuten in einem Millimeter-Finish bezwingen. 5000 Läufer, Walker und Inliner waren bei Deutschlands größtem Silvesterlauf gestartet. Überschattet wurde das Rennen vom Tod eines 45-Jährigen. Der Mann brach mit Herz-Kreislauf-Versagen zusammen. Ein Notarzt konnte ihn zwar noch reanimieren, im Krankenhaus starb der Läufer aber kurz darauf.

Rennen im brasilianischen Regen

Tariku Bekele kam, lief und siegte: Beim Regenrennen von Sao Paulo stand der 24 Jahre alte Äthiopier am Ende auf der Sonnenseite. „Ich bin sehr glücklich, dass ich gewonnen habe. Es ist mein erstes Rennen in Brasilien“, sagte Bekele. Er spulte die 15 Kilometer in 43:35 Minuten ab, verfehlte aber den 16 Jahre alten Rekord des Kenianers Paul Tergat (43:12). Die Kenianerin Priscah Jeptoo knackte in 48:48 Minuten den Vorjahresrekord ihrer Teamkollegin Alice Timbilili.

22. Internationaler Silvesterlauf Trier © dapd Vergrößern Sieg in Trier: Mosinet Girmet

Edwin Soi setzte sich in Bozen/Südtirol nach 10 Kilometern in 28:16 Minuten im Spurt vor Halbmarathon-Weltmeister Wilson Kiprop (beide Kenia/28:17) durch. Dritter wurde Cross-Weltmeister Imane Merga (28:57) aus Äthiopien. Bei den Frauen sorgte Kenias 5000-Meter-Weltmeisterin Vivian Cheruiyot für einen standesgemäßen Sieg auf der Fünf-Kilometer-Distanz. Sie gewann in 16:03,0 Minuten, die erst 20-jährige Äthiopierin Asfera Godfay hatte aber nur vier Zehntelsekunden Rückstand.

Äthiopischer Doppelsieg in Trier

In bester Stimmung haben 15.000 Zuschauer in Trier einen äthiopischen Doppelsieg erlebt. Girmet Mosinet setzte sich über 8 Kilometer in 22:37 Minuten vor drei Landsleuten durch. Fünfter und bester Nicht-Afrikaner war der deutsche 5000-Meter-Meister Arne Gabius (Tübingen) mit neun Sekunden Rückstand auf den Sieger. Die Äthiopierin Almensh Belete verwies nach 5 Kilometern in 15:56 Minuten das deutsche Duo Corinna Harrer aus Regensburg (16:04) und die Potsdamerin Diana Sujew (16:08) auf die weiteren Podestplätze.

In Peuerbach/Österreich landete Marathon-Spezialistin Irinia Mikitenko beim Ausflug auf die 5,1-km-„Sprintdistanz“ auf Platz drei (16:31) hinter den Äthiopierinnen Asmera Workeba (16:24,2) und Fikre Kifle-Alem (16:24,6). Kenias Straßen-Weltrekordler Leonard Komon trug sich über 6,8 km (18:51) in die Siegerliste ein.

Quelle: DPA

 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Neuer Leichtathletik-Skandal Korruptionsvorwürfe in Kenia

Die kenianischen Läuferinnen Joy Sakari und Francisca Koki Manunga Mwangi berichten, ein hochrangiger Funktionär habe 24.000 Dollar Schmiergeld gefordert, um ihre Dopingsperren zu verkürzen. Mehr

11.02.2016, 12:54 Uhr | Sport
Kenia Freie Bahn für wilde Tiere

Eine Landreform hat zur Zersiedlung im Süden Kenias geführt, die den Wildtieren in der Region zunehmend den Weg abschneidet. Ein Pachtvertrag mit den Massai vor Ort soll das abwenden. Mehr

09.02.2016, 02:00 Uhr | Gesellschaft
Wiener Tatort Gefesselt oder gerührt

In der Wiener Tatort-Folge muss eine freundlich menschelnde Rahmenhandlung eine eher unambitionierte Kriminalgeschichte zusammenhalten. Und die Ermittler müssen einen flauen Erotik-Witz nach dem anderen reißen. Mehr Von Ursula Scheer

07.02.2016, 16:29 Uhr | Feuilleton
#Nilsläuft Granola selbstgemacht

Die Müslimischung Granola gibt Läufern die nötige Energie. Nils Thies zeigt, wie man die gesunde Variante selber macht. Mehr

21.01.2016, 17:07 Uhr | Sport
Kurioser Wettkampf Australier gewinnt Treppenlauf im Empire State Building

In den vergangenen Jahren wurde der berühmte Treppenlauf im Empire State Building in New York vor allem von deutschen Läufern dominiert – dieses Jahr sollte es anders kommen. Mehr

04.02.2016, 12:20 Uhr | Gesellschaft

Bloß nicht nach Pjöngjang

Von Evi Simeoni

Wer verdient in dieser Woche den Hut, wer das Florett? Dank eines hohen C’s verfliegt sich keiner mehr nach Nordkorea. Jedoch sind die Pisten in PyeongChang so langsam, dass man sich die Zeitlupe fast sparen kann. Mehr 0