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Serena Williams Ein Geschenk für das Damentennis

 ·  Schlank und hungrig nach Erfolg: Serena Williams dominiert derzeit wie lange keine mehr vor ihr. Zwar ist Victoria Azarenka die Weltranglistenerste - doch der Computer irrt

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© dpa Vergrößern Frau mit Muskeln und Biss: Serena Williams

Natürlich begann das neue Tennisjahr so, wie das alte aufgehört hatte. Aber hatte überhaupt irgendjemand etwas anderes erwartet? Selten herrschte schließlich so große Einigkeit darüber, dass der Computer zwar rechnerisch das richtige Ergebnis und somit die Weißrussin Victoria Azarenka als beste Tennisspielerin der Welt ausweist, sich aber trotzdem gewaltig irrt. Das Maß aller Dinge ist Serena Williams, die es trotz zweier Grand-Slam-Siege (Wimbledon und US Open), der Goldmedaille bei den Olympischen Spielen in London sowie dem Triumph beim WTA-Masters der acht besten Spielerinnen des Jahres 2012 nur auf den dritten Platz der Weltrangliste geschafft hat.

Den ersten Schritt, diesen offensichtlichen Irrtum zu korrigieren, hat die Amerikanerin nun in Brisbane hinter sich gebracht. Sie besiegte im Finale die Russin Anastasia Pavlychenkowa 6:2, 6:1 und bestätigte dabei die Einschätzung von Samantha Stosur vor dem ersten Grand-Slam-Turnier des Jahres in Melbourne (14. bis 27. Januar): „Serena ist die Spielerin, die es zu schlagen gilt“, sagt die Australierin stellvertretend für alle Kolleginnen, die vor derselben unlösbar scheinenden Frage stehen: Wie soll das gehen?

„Sie ist ein Geschenk für das Damentennis“

Seit sie bei den French Open im Mai in der ersten Runde sensationell gegen die Französin Virginie Razzano (zu diesem Zeitpunkt auf Platz 111 der Weltrangliste notiert) verlor und damit bei der 47. Teilnahme erstmals in der Auftaktbegegnung eines Grand-Slam-Turniers scheiterte, hat die Amerikanerin nur noch eine weitere Partie verloren - im September im Viertelfinale von Cincinnati gegen die Deutsche Angelique Kerber. „Sie ist ein Geschenk für das Damentennis“, sagt Stacey Allaster, die Präsidentin der Women’s Tennis Association (WTA). Schließlich war der WTA-Tour in den vergangenen Jahren immer wieder vorgehalten worden, dass es keine dominierende Spielerin mehr gebe und nur der ständige Wechsel die einzige Konstante sei.

Während sich bei den Herren Novak Djokovic, Roger Federer und Rafael Nadal die Erfolge bei Grand-Slam-Turnieren und großen Turnieren aufteilten, ehe bei den Olympischen Spielen Andy Murray diesem exklusiven Zirkel beitrat, gab e¢s bei den Damen bei sieben Grand-Slam-Turnieren nacheinander sieben verschiedene Siegerinnen. Das klang nach viel Wettbewerb, nach großer Durchlässigkeit - aber dahinter steckte auch viel Beliebigkeit. Es fehlte eine an der Spitze, an der sich die anderen reiben konnten, es fehlte ein Zwei-, Drei- oder auch Vierkampf wie bei den Herren, aus dem sich eine gewisse Dramaturgie aufbauen ließ.

Nach dem Desaster von Paris

Und dann kam Serena Williams. Genauer muss man sagen, sie kam mal wieder zurück. Zwar schien diese Besetzung für die dominierende Rolle im vergangenen Jahr zunächst Maria Scharapowa zugedacht, die mit dem Sieg bei den French Open das letzte fehlende Stück zu ihrem Karriere-Grand-Slam geholt hatte. Die Russin würde nun in den kommenden Jahren die Szene beherrschen, da waren sich die Fachleute einig - und irrten sich gewaltig.

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