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Schwimm-WM Wels bei Despatie-Show ohne Chance

20.07.2005 ·  Im Wettbewerb vom 3-Meter-Brett, in dem sie synchron WM-Silber gewonnen hatten, wurden Europameister Andreas Wels Achter und Tobias Schellenberg Zwölfter. Der Kanadier Alexandre Despatie siegte mit einer perfekten Sprung-Show.

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Publikumsliebling Alexandre Despatie machte das WM-Springen vom 3-Meter-Brett zu seinem persönlichen Festival und Kanada huldigte dem neuen Nationalhelden im Überschwang der Gefühle: Füße trampelten, bis die Stahlrohrtribünen im „Parc Jean-Drapeau“ fast ins Schwanken gerieten, 5.000 Menschen klatschten sich die Hände heiß, die Schwimm-Weltmeisterschaften in Montréal hatten im Auftritt des 19jährigen Despatie ihren ersten Höhepunkt.

Staunend schaute der Rest der Springer-Welt zu, wie der Olympia-Zweite sechs Kür-Finalsprünge so perfekt zelebrierte, daß am Ende nahezu unglaubliche 813,60 Punkte standen. Dabei präsentierte sich Despatie so abgebrüht, so stoisch, daß Beobachter fast den Eindruck gewinnen konnten, das Ganze ließe ihn eiskalt. Spät, ganz spät, bei der kanadischen Hymne, öffnete sich sein Mund, zeigte er ein strahlendes Lächeln, zeigte die geballte Faust, um sofort wieder wie in sich gekehrt zu wirken.

„Absolute Weltklasse, traumhaft, Superstimmung“

Später sollte er sagen, daß es „ein perfekter Tag“ war. Kein Wunder, hatte er doch den Druck auf sich gespürt, nach Olympia-Silber von Athen „sein“ Gold abzuholen. Er tat seinen Landsleuten und sich selbst den Gefallen, und so konnten die 5.000 im Stadion gleich doppelt feiern: Despatie für den WM-Titel, dem im Turmspringen der zweite folgen soll, und Montréals Bürgermeister Gérald Tremblay für den kämpferischen Mut, die elften Welt-Titelkämpfe trotz größter Widerstände des Weltverbandes in der kanadischen Metropole behalten zu haben.

So konnte sich der neue Weltmeister zu Hause feiern lassen, was auch Andreas Wels nicht kalt ließ: „Absolute Weltklasse, traumhaft, Superstimmung - so etwas haben wir Wasserspringer ganz selten
erlebt.“ Bundestrainer Lutz Buschkow war ebenfalls begeistert: „Das war eine Enthusiasmus-Welle.“

„Zehnkampf für Wasserspringer“

Daß der Hallenser Wels trotz glänzender Ausgangsposition als Halbfinal-Vierter am Ende Achter unter den zwölf Finalisten wurde und sein Berliner Synchron-Partner Tobias Schellenberg bei seinem ersten WM-Endkampf vom Dreier nicht über Rang zwölf hinaus kam, störte niemanden: „Es gibt ein paar Einzel-Spezialisten, die sich an dem Tag ausruhten, als wir synchron gepowert haben“, hielt Wels die
Erinnerung an WM-Silber fest, das er im Duett mit Schellenberg gewonnen hatte.

Am Ende waren sie einfach froh, einen „Marathon-Tag“ (Buschkow) überstanden zu haben: Der Wettbewerb zog sich über zehn Stunden hin, allein der Vorkampf dauerte mit Regenunterbrechung 4:15 Stunden. „Das war Zehnkampf für Wasserspringer“, meinte Buschkow.

Quelle: FAZ.NET mit Material von dpa
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