Die deutsche Freistil-Staffel über 4 x 200 Meter ist bei den Europameisterschaften in Debrecen souverän zur Goldmedaille geschwommen. Paul Biedermann, Dimitri Colupaev, Clemens Rapp und Tim Wallburger schlugen an diesem Samstag nach 7:09,17 Minuten an. Das deutsche Quartett lag damit fast vier Sekunden vor den zweitplazierten Italienern. Rang drei ging an Gastgeber Ungarn. Startschwimmer Biedermann hatte das deutsche Quartett mit 1:46,70 Minuten in Führung gebracht. Den Vorsprung verteidigte das anschließende Trio souverän. Es war die 13. Medaille für die deutschen Schwimmer bei den kontinentalen Titelkämpfen in Ungarn.
Die zwölfte hatte Silke Lippok für die deutsche Mannschaft geholt: Über 200 Meter Freistil musste sie sich wie 2010 nur Olympiasiegerin Federica Pellegrini geschlagen geben. Die Italienerin benötigte 1:56,76 Minuten, Lippok schlug nach 1:58,19 an. Forsch und verdammt schnell ging Lippok das Rennen an. Bei der ersten Wende lag sie sogar 0,30 Sekunden unter Europarekordzeit. Wie vor zwei Jahren lag die 18-jährige Pforzheimerin bis zur letzten Wende vorn, doch die Italienerin Pellegrini zog auf der letzten Bahn kraftvoll vorbei. Lob gab es von der Siegerin: Lippok habe in ihrem Schwimmstil dazugelernt und sie selbst müsse nun wirklich vorsichtig sein, sagte die Italienerin nach dem Lauf. Rückenschwimmerin Jenny Mensing hat bei der Schwimm-EM indes ihre dritte Medaille verpasst. Der Wiesbadenerin fehlten an diesem Samstag in 28,35 Sekunden auf Rang vier nur fünf Hundertstelsekunden auf Bronze über die 50 Meter. Der Sieg ging an Mercedes Peris Minguet aus Spanien in 28,25 Sekunden.
Yannick Lebherz konnte die Erfolgsbilanz der deutschen Schwimmer bei den Europameisterschaften nicht weiter ausbauen. Der Kurzbahn-Europameister von 2010 aus Potsdam kam über 200 Meter Rücken in 1:58,39 Minuten gemeinsam mit seinem Teamkollegen Felix Wolf auf Platz fünf. Ungarns Lokalmatador Peter Bernek gewann in 1:55,28 vor dem Polen Radoslaw Kawecki (1:55,88). Dritter wurde Yakov Yan Toumarkin aus Israel (1:57,35). Die deutsche Top-Schwimmerin Britta Steffen qualifizierte sich ebenfalls an diesem Samstag für das EM-Finale über 50 Meter Freistil – in souveräner Manier. Die Doppel-Olympiasiegerin war in den Halbfinal-Rennen in 24,56 Sekunden klar die schnellste Athletin. Nicht nur das: In diesem Jahr waren weltweit nur vier Schwimmerinnen schneller als die Berlinerin. Ebenfalls im Finale steht Caroline Ruhnau. Die Essenerin zog als Vierte in 31,59 Sekunden in den finalen Lauf ein.