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Schwimm-EM : Hausding springt mit Rüdiger zu Bronze

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Doch noch erfolgreich: Patrick Hausding (rechts) mit Lars Rüdiger. Bild: dpa

Die EM ist für Wasserspringer Patrick Hausding eigentlich gelaufen, dann holt der Rekordeuropameister doch seine Medaille. Danach zieht er einen Vergleich zur Formel 1.

          Mit diesem Happy End einer bis dahin so bitteren EM hatte Patrick Hausding nicht mehr gerechnet. „Ich habe gestern noch zu meiner Freundin gesagt: „Mensch, das ist die elfte EM und zum ersten Mal gehe ich ohne Medaille nach Hause““, sagte der Rekordeuropameister nach Bronze im Synchronspringen vom Turm mit Lars Rüdiger und lächelte. „Die Bronzemedaille ist wirklich sehr, sehr wichtig für uns.“ Für den Olympiazweiten von 2008 vom Turm war es sportlich bei weitem nicht der größte Karriere-Erfolg, doch wie er die Medaille erreichte, machte sie zu etwas Besonderem. „Das war einfach ein Kampf diese Woche“, beschrieb Hausding seine Zeit in Edinburgh, nachdem er sich mit Rüdiger mit 394,77 Punkten am Freitag nur den russischen Siegern Jewgeni Kusnetsow und Ilja Sacharow (431,16) sowie dem britischen Duo Jack Laugher und Christopher Mears (430,62 Punkte) geschlagen geben musste.

          Nicht so gut wie für Hausding und Rüdiger lief es für Tina Punzel und Louisa Stawczynski im Kunstspringen vom Einer. Punzel wurde mit 254,10 Punkten Vierte, ihre Dresdner Teamkollegin belegte Rang elf (221,50). Man sei mit dem Motto in den Wettkampf gegangen, „wir haben nichts zu verlieren“, sagte der 22 Jahre alte Rüdiger, für den die EM das bisherige Karriere-Highlight ist. Hausdings etatmäßiger Synchronpartner Stephan Feck, musste verletzungsbedingt auf den Saisonhöhepunkt verzichten.

          Hausding hatte bei den European Championships mit einer Oberschenkelzerrung zu kämpfen. „Wenn ein Glied in der Kette nicht funktioniert – das war primär mein Oberschenkel – dann wirkt sich das auf den technischen Teil aus“, erklärte Hausding. Er habe dann angefangen, nachzudenken. „Das ist, wie wenn man in der Formel 1 einen Platten kriegt oder keine Reifen mehr hat.“

          Im Einzelspringen vom Dreier war Hausding am Donnerstag Fünfter geworden, vom Einer hatte er das Finale verpasst. Wenn man nicht auf dem Level springen könne, wie man es gewohnt sei, sei das sehr frustrierend. „Da kommen Selbstzweifel und man fragt sich, ist die Karriere noch das, was sie sein sollte und kann ich mir das noch ein paar Jahre antun.“ Der Erfolg in seinem letzten Wettkampf in Schottland gab ihm nun wieder Sicherheit und Bestätigung. „Das motiviert mich für die nächste Saison“, sagte Hausding. Zunächst kann er jedoch beruhigt in den Urlaub fliegen. Es geht zu seiner Freundin nach Kroatien. Unerwarteterweise doch noch mit Medaille.

          Nicht so gut lief es für die Dresdnerinnen Tina Punzel und Louisa Stawczynski im Kunstspringen vom Einer. Punzel verpatzte ihren komplizierten vierten Sprung und wurde Vierte, ihre Teamkollegin belegte Rang elf. In der Männer-Konkurrenz der Triathleten belegte Jonas Schomburg einen kaum erwarteten zehnten Platz. Er kam gut zwei Minuten hinter dem Europemeister Pierre le Corre aus Frankreich in das Ziel im Strathclyde Park. „Ich bin froh, dass ich lange mit der Spitzengruppe mitlaufen konnte“, meinte Schomburg. Der deutsche Meister Justus Nieschlag hatte seinen Start verletzungsbedingt absagen müssen.

          Zum Auftakt der BMX-EM haben sich zwei deutsche Radsportler in die K.o.-Runden am Samstag vorgekämpft. Julian Schmidt aus Erlangen und Jonas Ballbach aus Aichach stehen im Achtelfinale. Schmidt kam in der Gesamtwertung seiner drei Vorläufe im BMX-Center der schottischen Metropole auf den zweiten Platz, Ballbach wurde Dritter. Alle anderen Deutschen scheiterten in der ersten Runde, darunter auch Liam Webster aus Spremberg. Der derzeit beste Fahrer im deutschen Aufgebot büßte durch einen Sturz seine Chance ein.

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