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Veröffentlicht: 11.05.2017, 22:22 Uhr

Heftiger Streit im Volleyball „Eigenhändig schmeiße ich den Bundestrainer raus“

Volleyball-Nationalspieler Ruben Schott wechselt nach Mailand – zum Verein von Bundestrainer Andrea Giani. Die Berlin Volleys toben ob des Verlusts und kündigen Konsequenzen an.

© dpa Andrea Giani (Mitte) ist Bundestrainer der deutschen Volleyballer.

Der Wechsel von Volleyball-Nationalspieler Ruben Schott von den Berlin Volleys zu Revivre Powervolley Mailand hat für heftigen Ärger und Unverständnis beim deutschen Meister gesorgt. Der Hintergrund: Die Mailänder werden in der neuen Saison von Andrea Giani trainiert, der seit Februar dieses Jahres in Doppelfunktion auch als Bundestrainer arbeitet. Giani hat den 22 Jahre alten Schott auch für den aktuellen Lehrgang der Nationalmannschaft berufen.

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„Der Vorgang ist ein Skandal“, sagte BR-Manager Kaweh Niroomand: „Was mich besonders ärgert: Ein Bundestrainer ist ein Angestellter des nationalen Volleyball-Verbandes. Er sollte deshalb immer auch die Weiterentwicklung der Bundesliga im Blick haben und nicht aus Eigeninteresse handeln, indem er wichtige Spieler wegholt ins Ausland.“ Niroomand attackierte den Bundestrainer Giani heftig: „Mit Giani rede ich nicht mehr. Und wenn er zu uns in die Halle zu einem der Spiele kommt, schmeiße ich ihn eigenhändig raus.“

Vom Deutschen Volleyball-Verband (DVV) fühlen sich die BR Volleys im Stich gelassen. „Zwischen unserem Verein und dem DVV wird es auf absehbare Zeit keine Zusammenarbeit mehr geben“, erklärte der Manager. Schott war in der zweiten Hälfte der abgelaufenen Saison bei den BR Volleys zum Stammspieler geworden. Ein Angebot zur Vertragsverlängerung in Berlin schlug Schott jedoch aus.

Meister-Trainer Roberto Serniotti, dessen auslaufender Vertrag von den BR Volleys über das Saisonende hinaus nicht verlängert worden war, hat indessen bereits einen neuen Job gefunden. Der Italiener wird Cheftrainer beim polnischen Erstligaverein Asseco Resovia Rzeszow.

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