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Schefflers Golfkolumne Der Golfer auf dem Kart

 ·  14 Jahre nach seiner ersten Teilnahme bei den US Open schreibt Casey Martin wieder Schlagzeilen: Der an Durchblutungsstörungen leidende und gehbehinderte Profi qualifiziert sich zum zweiten Mal - und fährt auf einem Golfkart von Loch zu Loch.

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© dapd Vergrößern Dauerregen - na und: Casey Martin trotzt nicht nur dem Wetter.

Im Golf bedeutet „Open“ zumindest bei den US Open und den British Open (offiziell The Open Championship) wirklich „offen“ – offen für jedermann, der gewisse Mindestkriterien erfüllt; im Gegensatz zu den Namensvettern im Tennis (US Open, French Open oder Australian Open), bei denen in der Qualifikation nur Spieler startberechtigt sind, die in der Weltrangliste entsprechend hoch plaziert sind.

Bei den US Open, die am Donnerstag nächster Woche auf dem Lake Course des Olympic Clubs in San Francisco beginnen, konnte jeder Amateur mit einer Stammvorgabe (Handicap Index) von -1,4 und jeder Professional sein Glück versuchen, sofern er bereit war, 150 Dollar Startgeld zu zahlen.

9006 Golfer wollten zu den US Open

In diesem Jahr meldeten sich für die 156 Startplätze insgesamt 9006 Golfer an. Nur 91 kamen aufgrund verschiedener Kriterien wie zum Beispiel Siege bei Majors, Plazierung in der Weltrangliste (Top 50), Turniersiege auf der PGA Tour oder Erfolge bei den beiden wichtigsten Amateurturnieren (British und US Amateur) direkt ins Hauptfeld.

Insgesamt 8915 Profis und Amateure bemühten sich in verschiedenen Qualifikationen um einen der 65 verbliebenen Plätze; wobei man von dieser Zahl eigentlich noch 17 Plätze abziehen muss, denn die wurden in Tourspielern vorbehaltenen Internationalen Qualifikationen in England (11 Plätze für Mitglieder der European Tour) und Japan (6 für Mitglieder der Japan, Asian, Australasian und OneAsia Tour) vergeben.

Am Montag wurden die letzten 48 Plätze in elf so genannten über die ganze Vereinigten Staaten verstreuten „Sectional Qualifyings“ (der zweiten Stufen nach den 109 Local Qualifyings Anfang Mai) vergeben – und einen davon ergatterte wieder ein Mann, der vor 14 Jahren Schlagzeilen geschrieben hatte: Casey Martin. Oder wie es die amerikanische Nachrichten-Agentur AP treffend formulierte: „Casey Martin und sein Golfkart sind wieder auf dem Weg in den Olympic Club zu den US Open.“

Das Kart ist immer mit dabei

Das Golfkart, also der Wagen mit dem Golfer vor allem in Amerika über den Platz fahren, ist bei großen Turnieren den Offiziellen vorbehalten. Alle Profiturniere, alle großen Amateurturniere absolvieren die Spieler, wie es Tradition ist, zu Fuß mit einem Caddie. Casey Martin ist dazu nicht in der Lage. Der mittlerweile Vierzigjährige leidet an einer seltenen, angeborenen Durchblutungstörung, dem Klippel-Trenaunay-Weber-Syndrom, einer Krankheit, die sein rechtes Bein verkümmern lässt. Trotz dieser Behinderung spielte Martin hervorragend Golf, so gut, dass er ein Golfstipendium der Standford University erhielt und er ein Jahr gemeinsam mit Tiger Woods im Golfteam dieser Eliteschule spielte – immer mit einem Golfwagen.

Aber als er wie Woods den Schritt ins Profilager wagen wollte, berief sich die PGA Tour auf ihr Regelwerk, das vorschreibt, dass die Runde zu Fuß absolviert werden muss. Martin verklagte 1997 die PGA Tour nach dem amerikanischen Gleichstellungsgesetz für Behinderte – und durfte zunächst mit einer einstweiligen Verfügung 1998 bei PGA Turnieren fahren statt zu laufen. 2001 gewann er den Rechtsstreit endgültig vor dem amerikanischen obersten Gericht, dem Supreme Court. Der amerikanische Golfverband ließ ihn – obwohl viele Profis, darunter die Golflegende Jack Nicklaus, sich dagegen aussprachen - mit einem Golfwagen bei den US Open 1998 im Olympic Club mitspielen.

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