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Schefflers Golf-Kolumne „Wir können uns einfach nicht leiden“

 ·  Im Duell mit Tiger Woods wärmt Sergio García die altbekannte tiefe gegenseitige Abneigung der beiden Profis auf - und verliert nicht nur das Turnier, sondern auch die Sympathien der Fans.

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© dpa Vergrößern In Abneigung vereint: Tiger Woods und Sergio Garcia (l.)

Am Ende eines hitzigen Wochenendes mit Anklagen und spöttischen Repliken sind beide in ihre üblichen Rollen geschlüpft: Tiger Woods in die des Siegers, Sergio García in die des Opfers. Der 37-jährige Amerikaner gewann am Sonntag die 40. Players Championship, das höchstdotierte (9,5 Millionen Dollar Preisgeld, davon 1,71 Millionen für den Sieger) und bestbesetzte Golfturnier der Welt.

Für den Weltranglistenersten war es sein zweiter Erfolg nach 2001 bei dieser oft als „fünftes Major“ bezeichneten Gala der amerikanischen PGA Tour an deren Hauptquartier in Ponte Vedra Beach (Florida). Woods unterstrich mit seinem vierten Sieg bei nur sieben Turnierteilnahmen in diesem Jahr, dass er auf dem besten Weg ist, seine Dominanz wiederzugewinnen. Noch nie in seiner Karriere hatte er so früh vier Turniersiege eingeheimst. Martin Kaymer, der einzige Deutsche im Feld, landete abgeschlagen auf dem 43. Platz.

Jubelsturm stört García

Während Woods seine 300. Turnierteilnahme auf der amerikanischen Turnierserie standesgemäß mit dem 78. Sieg feierte, verlor der 33-jährige Spanier nicht nur wie üblich das Duell gegen den Primus. Er büßte bei den amerikanischen Fans Sympathien ein.

In der dritten Runde hatte sich García von seinem Mitspieler Woods gestört gefühlt. Während sich García auf seinen zweiten Schlag am zweiten Loch vorbereitete, zog Woods, der seinen Abschlag in einen Wald verzogen hatte, ein Metallholz aus seiner Tasche. Die mit dieser Schlägerwahl angedeutete Absicht, mit dem nächsten Schlag das Grün zu attackieren, löste bei den Fans einen kleinen Jubelsturm aus.

Obwohl Woods rund 50 Meter entfernt war, er seinen Mitspieler nicht sehen konnte und die Fernsehaufzeichnung eindeutig zeigte, dass García zu diesem Zeitpunkt seinen Schwung noch nicht begonnen hatte, führte er hinterher seinen Fehlschlag, der zu einem Bogey führte, auf den durch Woods verursachten Aufruhr zurück.

Aufgewärmte Abneigung

García wärmte damit die altbekannte tiefe gegenseitige Abneigung der beiden Profis auf, die 1999 begonnen hatte, als „El Niño“ einen Erfolg über Woods bei einem bedeutungslosen Schaukampf sehr zum Ärger des Amerikaners überschwänglich gefeiert hatte. Woods merkte zur jüngsten Fehde nur an, es wundere ihn nicht, dass sich García über irgendetwas beklage.

Am Sonntag legte der Spanier vor Beginn der Schlussrunde noch einmal nach. Er freute sich, dass er nicht mit dem schlaggleichen Woods auf die letzten 18 Löcher gehen musste: „Tiger ist nicht mein liebster Spielpartner. Er ist nicht der Netteste auf der Tour. Wir können uns einfach nicht leiden.“

García spielte in der letzten Gruppe mit dem schwedischen Tour-Neuling David Lingmerth - und blieb dem vor ihm spielenden Tiger bis zum 17. Loch hartnäckig auf den Fersen. Aber an diesem vorletzten Loch mit dem berühmt-berüchtigten Inselgrün versenkte der Spanier seinen Ball gleich zwei Mal im Wasser, ließ noch einen weiteren Wasserball am 18. Loch folgen und fiel mit einem Quadruple- und einem Doppelbogey auf den geteilten achten Platz zurück.

Woods verkniff sich nach seinem Sieg mit zwei Schlägen Vorsprung vor Lingmerth und den Amerikanern Jeff Maggert und Kevin Streelman zumindest öffentlich jede Schadenfreude: „Es war ein harter Kampf. Auf diesem Platz kann so viel passieren.“ Auffällig ist, dass in der Hitze des Gefechts die Missgeschicke meist die anderen und nicht Woods ereilen. Aber auch das kennt man aus der langen Geschichte der Woods’schen Herrschaft.

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