Home
http://www.faz.net/-h61-75vzz
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Schefflers Golf-Kolumne Der Bus ist diesmal nicht zu stoppen

 ·  Für die Superstars Tiger Woods und Rory McIlroy ist das erste große Kräftemessen der Golf-Elite in diesem Jahr in Abu Dhabi früh zu Ende. Den Sieg holt sich Jamie Donaldson aus Wales.

Kolumne Bilder (5) Lesermeinungen (0)
© AFP Vergrößern Stargast mit dicker Antrittsgage: Tiger Woods

Elf Jahre und exakt 255 Turniere hat Jamie Donaldson auf seinen ersten Sieg auf der European Tour warten müssen, ehe er am 1. Juli des Vorjahres bei den Irish Open in Portrush (Nordirland) seinen ersten Sieg auf der zweitgrößten Turnierserie im Profigolf feiern konnte. Der zweite Erfolg stellte sich schon nach 14 weiteren Turnierteilnahmen ein. Am Sonntag gewann der 37-jährige Waliser die Abu Dhabi HSBC Golf Championship, das erste große Kräftemessen der Weltelite des neuen Jahres. „Es ist wie mit einem Bus“, sagte der 47. der Weltrangliste, „wenn er erst einmal in Fahrt kommt, ist er schwer zu stoppen.“

Dabei hätte sich Donaldson auf dem letzten Grün fast selbst gebremst. Denn mit einem Bogey nach drei Putts auf dem 18. Grün öffnete er seinen Verfolgern die Chance, ihn ins Stechen zu zwingen. Doch erst verfehlte der 23-jährige Dänen Thorbjörn Olesen das Loch aus fünf Metern, dann brachte auch der englische Weltranglistenfünfte Justin Rose, der das Turnier in den Vereinigten Arabischen Emiraten vor der Schlussrunde angeführt hatte, den Ball aus 1,80 Meter nicht ins Loch.

Die Rückkehr der Giganten

„Ich bin noch einmal ungestraft davongekommen“, sagte der Sieger erleichtert, der sich mit einer Schlussrunde von 68 und insgesamt 274 Schlägen (14 unter Par) den Siegesscheck über 336 725 Euro sicherte. Rose (71 Schläge am Schlusstag) und Olesen (69/beide 275 Schläge) teilten sich den zweiten Rang.

Aber nicht nur das spannende Ende wird von diesem Turnier am Persischen Golf in Erinnerung bleiben. In der ganzen Stadt hingen schon seit Wochen riesige Plakate mit den Konterfeis von Rory McIlroy und Tiger Woods unter der Headline „The Return of the Giants“. Die Riesen des Golf, die Nummern eins und zwei der Weltrangliste, kehrten zwar wie im Vorjahr, als McIlroy auf dem zweiten und Woods auf dem dritten Rang gelandet war, in den größten der sieben Teilstaaten der Vereinigten Arabischen Emirate zurück - für ein Antrittsgeld von drei Millionen Dollar für den 37-jährigen Amerikaner und eine Million für den 23-jährigen Nordiren.

  1/4  
© AP Vergrößern Es wird nur eine kurze Stippvisite: Tiger Woods (links) und Rory McIlroy verpassen im Nahen Osten den Cut

Der Veranstalter schickte die beiden Superstars in Begleitung von Martin Kaymer, der dieses Turnier zwischen 2008 und 2010 drei Mal gewonnen hatte und in diesem Jahr mit fünf Schlägen Rückstand den geteilten sechsten Platz belegte, auf die ersten beiden Runden. Die überwältigende Mehrheit der Fans verfolgte dieses Star-Ensemble, die Veranstalter freuten sich über einen Rekordbesuch. Doch für McIlroy und Woods geriet die Dienstreise in den Nahen Osten zu einer Stippvisite. Als das Turnier am Sonntag in die Schlussphase ging, trainierte McIlroy im benachbarten Dubai, um sich weiter an seine neuen Schläger zu gewöhnen.

„Stallkamerad“ Woods hat ein spielfreies Wochenende

Der Weltranglistenerste war zu Anfang der Woche von seinem neuen Sponsor Nike, der ihm für einen Zehnjahresvertrag 250 Millionen Dollar zahlt, mit großem Brimborium als neue Werbe-Ikone präsentiert wurden. Auch wenn der Jungstar seine beiden schwachen Runden von 76 Schlägen, mit denen er den Cut um vier Schläge verfehlte, nicht auf sein neues Arbeitsmaterial schieben wollte, stach es dennoch ins Auge, wie unsicher McIlroy mit dem neuen Driver agierte und kaum ein Fairway traf. Immerhin hat er jetzt vier Wochen Zeit, sich an das neue Material zu gewöhnen. Er wird erst wieder bei der Accenture World Matchplay im Februar in Arizona antreten.

Sein neuer „Stallkamerad“ Woods war mit seinem Privatjet schon wieder in die Heimat entschwunden, wo er sich auf sein Debüt auf der PGA Tour in dieser Woche auf den beiden Plätzen von Torey Pines in La Jolla (Südkalifornien) vorbereiten kann. Woods hatte zwar nach Runden von 72 und 73 Schlägen den Cut (zwei über Par) vermeintlich geschafft, doch nach einem Regelverstoß (irreguläres Fallenlassen - „Droppen“- eines eingebohrten Balls im Sand) brummte ihm Platzrichter Andy McFee zwei Strafschläge auf. Aus 73 wurden 75 Schläge, und der Superstar hatte damit erstmals bei einem Turnier der European Tour ein spielfreies Wochenende.

  Weitersagen Kommentieren (1) Merken Drucken
Weitere Empfehlungen
Golf-Masters in Augusta Bubba Watson kommt wieder in Schwung

Der Champion von 2012 übernimmt überraschend die Führung beim Golf-Masters in Augusta. Auch Martin Kaymer zeigt eine gute Leistung. Für etliche Favoriten ist das Turnier bereits zu Ende. Mehr

12.04.2014, 06:50 Uhr | Sport
Golf-Masters in Augusta Kommt noch was von Kaymer?

Der ehemalige Erste der Golf-Weltrangliste sucht den Weg aus der Krise. Das Masters in Augusta soll Martin Kaymer das ersehnte Comeback bringen. Altmeister Bernhard Langer macht ihm Mut. Mehr

10.04.2014, 10:43 Uhr | Sport
Golf-Masters in Augusta Bubba Watson holt sich das Sieger-Jackett

Vor zwei Jahren brauchte Bubba Watson noch einen spektakulären „Bananen-Schlag“ zum Sieg, nun hat er es einfacher. Der Amerikaner gewinnt das Masters in Augusta. Auch ein Deutscher hat Grund zur Freude. Mehr

14.04.2014, 06:40 Uhr | Sport

23.01.2013, 11:38 Uhr

Weitersagen
 

Gegen die Eis-Scheinheiligen

Von Evi Simeoni

Adelina Sotnikowa kam auf zweifelhafte Weise zum Olympiasieg. Nun wird der Triumph zwei Monate später auch offiziell angezweifelt. Alles ist also wie immer im Eiskunstlauf. Mehr 2 4