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Golfkolumne Eine Frau ohne Nerven

 ·  Die Südkoreanerin Inbee Park gewinnt die US Open und damit auch das dritte Golf-Major des Jahres. Sie ist das Maß aller Dinge auf den Greens.

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© AFP Vergrößern Schwer zu schlagen: Inbee Park hat den Schwung raus wie keine Zweite

Inbee Park hat am Sonntag mit dem Sieg bei der US Open in Southampton auf Long Island auch das dritte Major des Jahres gewonnen. In der Vergangenheit hätte sie damit die ersten drei Etappen auf dem Weg zum Grand Slam, dem Sieg bei den vier wichtigsten Turnieren in einem Kalenderjahr, erfolgreich absolviert. Doch in diesem Jahr gilt erstmals die Evian Championship im September in Frankreich auch als Major. Muss man nun vier oder gar fünf der Saisonhöhepunkte für den „großen Schlag“ gewinnen? Für die 24-jährige Koreanerin genügen vier, um als erster Profi überhaupt in der Geschichte des Golfs diesen Coup zu vollenden.

„Um den Grand Slam zu komplettieren, muss ich die British Open im August in St. Andrews gewinnen. Es wäre großartig, wenn ich alle fünf gewinnen würde, aber ich glaube, dass vier Major-Siege den Grand Slam bedeuten.“ Lachend fügte sie hinzu: „Ich denke aber, auch vier von fünf wären riesig.“ Schon drei von fünf dürfen als einmalige Leistung gelten, auch wenn die legendäre Mildred „Babe“ Zaharias 1950 alle drei damals als Majors geltende Turniere gewann. Die LPGA Tour, die größte Turnierserie im Damengolf, zählt diese Leistung aus einer Zeit, als Profigolf für Frauen noch in den Kinderschuhen steckte, nicht als Grand Slam.

Doch egal, wie man den Grand Slam im Damengolf auch definiert: Die Wahlamerikanerin, die im Alter von zwölf Jahren zur Förderung ihrer Golfkarriere mit ihren Eltern von Seoul nach Las Vegas übersiedelte, gewinnt seit einem Jahr in einem atemraubenden Tempo. Von ihren letzten 24 Turnieren hat sie nun acht gewonnen und war fünf Mal Zweite. Der Erfolg am Sonntag im Sebonack Golf Club, dem teuersten der Welt (Aufnahmegebühr eine Million Dollar), war bereits der dritte Sieg nacheinander. Mit dem Siegerscheck von 585.000 Dollar hat die Weltranglistenerste in diesem Jahr mehr als zwei Millionen Dollar Preisgeld kassiert.

Dominanz der Asiatinnen

Die Schwedin Annika Sörenstam, eine ihrer mittlerweile im sportlichen Ruhestand befindlichen Vorgängerinnen als Primadonna der Branche, sieht dennoch Verbesserungsmöglichkeiten: „Aber das ist ein furchteinflößender Gedanke.“ Annika Sörenstam, die in ihrer Karriere zehn Majors gewann, kann am besten beurteilen, wie sehr der Druck steigt, wenn man nach Siegen bei den ersten beiden Majors zu den US Open reist, wie bei den Herren der härteste Test im Golf. Die Skandinavierin landete nach Erfolgen bei der Kraft-Nabisco Championship und der LPGA Championship bei den US Open im Jahr 2005 nur unter ferner liefen: „Ich habe es zu sehr gewollt. Schon im Vorfeld redeten alle nur vom möglichen Grand Slam.“

Während die mittlerweile 42 Jahre alte Schwedin damals einen schlechten Start erwischte, übernahm Inbee Park schon am zweiten Tag die Führung, am dritten Tag baute sie, die am Samstag als Einzige auf dem extrem schweren Platz mit 71 Schlägen eine Runde unter Par spielte, ihren Vorsprung auf die Zweite auf vier Schläge aus. Die Dritte lag gar sieben Schläge zurück. Ihre erste Verfolgerin und Mitspielerin In-Kyung Kim, die Einzige, die noch eine reelle Siegchance hatte, konnte sie am Schlusstag nie unter Druck setzen. Beide benötigten 74 Schläge. „Sie macht einfach keine Fehler. Sie ist im Kopf unheimlich stark“, sagte In-Kyung Kim, die sich vor ihrer Landsfrau So Yeon Ryu Platz zwei sicherte.

Mit dem Sieg von Inbee Park setzte sich die Dominanz der Asiatinnen im Profigolf fort. Sie gewannen die letzten zehn Majors, die fünf letzten gingen an Koreanerinnen. Caroline Masson aus Gladbeck belegte den 54. Platz, Sandra Gal aus Düsseldorf war am Cut gescheitert. Aber das waren an einem Tag, an dem Inbee Park zum zweiten Mal bei den US Open Geschichte schrieb, nur Randnotizen. Vor fünf Jahren hatte sie als damals 19-Jährige und bisher Jüngste das älteste der vier Damen-Majors gewonnen. Fünf Jahre später hat sie ein neues Kapitel angefügt: „Ich hätte nie zu träumen gewagt, dass ich eines Tages neben Babe Zaharias stehe.“

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