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Schach Keine Zukunft für Mainzer Chess Classic

15.02.2011 ·  Spitzenspieler wie Anand, Kramnik, Kasparow und Karpow waren in Mainz ebenso am Start wie zahlreiche Hobbysportler. Aufgrund fehlender Sponsorengelder wird das Turnier nun nicht mehr durchgeführt.

Von Alexander Armbruster
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Die Chess Classic Mainz, das breitenwirksamste Schachturnier Deutschlands, wird es künftig nicht mehr geben. Eine weitere Auflage des Großereignisses in der Rheingoldhalle in Mainz findet nicht statt, sagte Hans-Walter Schmitt, der Vorstandsvorsitzende des Ausrichtervereins Chess Tigers, im Gespräch mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Als Grund nannte er vor allem das Fehlen von Sponsorengeld: „Wenn die besten Spieler der Welt mitspielen sollen, kostet das natürlich wie in jeder anderen Sportart auch Geld.“

Die Chess Classic war schon kurz nach ihrer ersten Auflage im Jahr 1994 - damals noch im Frankfurter Stadtteil Zeilsheim - mehr als ein Schachturnier mit Jahr für Jahr mehreren hundert Teilnehmern. Neben einem Wettstreit für jedermann gab es kleine Turniere, in denen eine Auswahl der besten Schachspieler der Welt gegeneinander antrat. Die Partien wurden live auf Leinwände übertragen und von Schachprofis kommentiert. Ein Höhepunkt dieser kleineren Turniere war der Viererwettstreit 1999, in dem neben dem heute amtierenden Schachweltmeister Viswanathan Anand und Wladimir Kramnik auch die beiden ehemaligen Dauergegner Garri Kasparow und Anatoli Karpow aufeinander trafen. Die Schachwelt war zu jener Zeit noch in zwei Verbände geteilt, die jeweils einen Weltmeistertitel vergaben - das Duell Kasparow-Karpow hatte neben der sportlichen eine politische Dimension. Kasparow gewann dieses bis dato einzigartig besetzte Turnier, wobei rund 1300 Zuschauer Eintrittskarten gekauft hatten. „Ich erinnere mich an kein Schachereignis in Deutschland, für das so viele Menschen Geld fürs Zuschauen ausgegeben haben“, sagt Schmitt. Häufigster Sieger der kleinen Spitzenturniere wurde der Inder Anand, den Schmitt während dieser Turniere näher kennenlernte mit der Folge, dass er mittlerweile dem Mitarbeiterstab des Schachweltmeisters angehört.

Brücke zwischen Breiten- und Spitzenschach

Die Chess Classic hatte aus Sicht der Veranstalter immer eine Brücke bauen sollen zwischen Breiten- und Spitzenschach. Neben den Turnieren konnten Vereinsspieler beispielsweise Plätze in Simultanwettkämpfen kaufen und so auch einmal gegen die Größten ihres Sports antreten. Außerdem setzte die Chess Classic Maßstäbe in Sachen Technik - mit großen Leinwänden, von Profis kommentierten Übertragungen und schließlich auch einer parallel zu den Spielen laufenden Computeranalyse, die Spielstände in einfachen Zahlen für jedermann sichtbar darstellte.

Ob die Chess Tigers ein neues Turnier ausrichten werden oder im kommenden Jahr ein ähnliches an einem anderen Ort, ließ Schmitt, der 58 Jahre alte ehemalige Siemens-Manager, offen. Maßgeblich dafür sei nicht zuletzt ein Sponsor. Er selbst sei mit dem, was das Turnier erreicht habe, sehr zufrieden: „Alles hat einen Anfang, alles hat ein Ende, das ist doch ganz natürlich.“

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Jahrgang 1982, Redakteur in der Wirtschaft.

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