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Sara Goller/Laura Ludwig Ihre letzte Chance

 ·  Die Beachvolleyballerinnen Sara Goller und Laura Ludwig wollen endlich ihren olympischen Traum verwirklichen. Die Chancen stehen gut. Doch die Spiele in London könnten schon die letzte Chance sein.

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© dpa Auf dem Weg nach London: Laura Ludwig (links) und Sara Goller

Was für ein Trainer! Mit optimistischem Lächeln nahm Craig Seuseu erst Sara Goller in den Arm, dann Laura Ludwig, und schließlich erklärte er, dass die gerade verloren gegangene Partie große Hoffnung für die Olympischen Spiele mache. „Wir wissen, dass wir sie besiegen können“, sagte der Neuseeländer mit Verve. „Heute kam es entschieden mehr auf den Auftritt an als auf das Ergebnis.“

Gut, dass es so war. Denn gerade war das beste deutsche Frauen-Beachvolleyballteam im Achtelfinale des Grand-Slam-Turniers von Berlin gegen die Amerikanerinnen Jennifer Kessy und April Ross, die Nummer vier der Welt, ausgeschieden. „Im ersten Satz haben wir sie gekillt“, beschrieb der Berufsmotivator Seuseu das 21:13, 18:21 und 13:15. „Dann haben wir zwei, drei Fehler gemacht, mit denen wir uns selbst ein Bein gestellt haben. Im Tie-Break haben wir bewiesen, dass wir zurückkommen können, wenn wir hinten liegen.“

Auch die Spielerinnen hielten sich nicht lange mit der Niederlage auf. „Wir können erhobenen Hauptes aus dem Turnier gehen“, sagte Sara Goller. „Wir hatten die Chancen, das Ding zu gewinnen.“ Ihre Partnerin Laura Ludwig schwärmte schon wenige Minuten nach der Niederlage: „Ich habe eine Gänsehaut gekriegt, wenn bei guten Aktionen die Zuschauer mitgingen.“

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Fast alle hatten in diesen Tagen beim Beachvolleyball in der Waldbühne am Berliner Olympiastadion Gänsehaut-Feeling. Doch das entsprang dem dauernden Regen und der Kälte. Katrin Holtwick und Ilka Semmler erkämpften am Samstagmorgen buchstäblich in einer Partie aus einem Guss erst den Einzug ins Viertelfinale - es schüttete wie aus Kübeln. Am Nachmittag schafften sie gar den Sprung ins Halbfinale, das an diesem Sonntag stattfindet.

„Den sparen wir uns für London auf“

Umso erstaunlicher war es, dass der Regen versiegte, als Sara Goller und Laura Ludwig den Centre Court betraten. Für einige Minuten schien sogar die Sonne. Doch noch mehr Glück, wer weiß, wäre den beiden vielleicht gar nicht recht gewesen.

Als sie auf den Verlauf der Saison angesprochen wurde, in der ihnen noch kein internationaler Turniersieg gelungen ist, war es Laura Ludwig jedenfalls entfahren: „Den sparen wir uns für London auf.“ Dann hatte sie sich, fast erschrocken, die Hand auf den Mund gelegt und nach einer Atempause gesagt: „Wir wissen, dass wir da oben mitspielen können.“

Die Olympischen Spiele in London könnten die letzte Chance für die beiden sein, das zu beweisen. Laura Ludwig ist 26 - und fest entschlossen, auch bei den Olympischen Spielen von Rio 2016 mitzuspielen. Doch Sara Goller, zwei Jahre älter, macht kein Hehl daraus, dass für sie bald die Zukunft nach dem Sport anbrechen soll. Mit fünfzehn zog sie aus dem elterlichen Haus am Starnberger See nach Lohhof.

Auf dem Sportgymnasium in Leverkusen lernte sie Laura Ludwig kennen. Seit zehn Jahren bilden die beiden ein Team; das mit Trainer, Betreuern und Beratern gut ein halbes Dutzend Menschen umfasst. „Die Chancen, die ich bekommen habe - keine Frage, dass ich sie nutzen wollte“, sagt sie. „Aber dies ist ein extremes Leben. Zehn Monate im Jahr leben wir aus dem Koffer.“

Sie wollen den olympischen Traum verwirklichen

Die Chancen sind gut für die hochveranlagten Spielerinnen. Dreimal erreichten sie das Finale der Europameisterschaft, zweimal gewannen sie es. In der Weltrangliste liegen sie auf Platz acht und haben sich in der Weltspitze etabliert. Doch die ebenso ehrgeizige wie tatkräftige Bayerin Sara Goller hat nicht vergessen, warum sie sich einst mit Trainer Olaf Kortmann und Schulfreundin Laura Ludwig zusammen tat: Sie wollten ihren olympischen Traum verwirklichen.

In Peking 2008 gelang den beiden das nur bedingt: Sie wurden Neunte. Nun stellt sich Sara Goller dringend die Frage nach einer Berufsausbildung, nach einem Studium und nach einem familiären Zuhause. Seit kurzem ist sie verlobt.

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In London werden sie und Laura Ludwig deshalb auch darum kämpfen, ob und wie es weitergeht für sie. Der Vertrag von Trainer Seuseu läuft im September aus. „Ich muss an meine Perspektive nach dem Sport denken. Seit dem Abi bin ich Profi“, sagt Sara Goller. „Aber wenn wir eine Medaille gewinnen, kann ich natürlich nicht aufhören.“

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Jahrgang 1958, Korrespondent für Sport in Berlin.

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