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„Salami“ Novak Der ruhende Pol bei den Skyliners

09.10.2008 ·  Manchmal gibt es den Sportdirektor Kamil Novak bei den Frankfurt Skyliners einfach nicht. Im Saisonmagazin des Basketball-Bundesliga-Vereins sucht man vergeblich ein Porträt des Tschechen. „Ich muss nicht unbedingt im Vordergrund stehen“, sagt der Betriebswirt.

Von Jörg Daniels
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Manchmal gibt es den Sportdirektor Kamil Novak bei den Frankfurt Skyliners einfach nicht. Im Saisonmagazin des Basketball-Bundesliga-Vereins sucht man vergeblich ein Porträt des 41 Jahre alten Tschechen. Als der Klub vor kurzem bei einem Sponsor zur Saisoneröffnung mit Geschäftsführer Gunnar Wöbke, Trainer Murat Didin und Kapitän Pascal Roller bat, fehlte der ehemalige Nationalspieler auf den wichtigen Plätzen. „Ich muss nicht unbedingt im Vordergrund stehen“, sagt Novak denn auch. Am liebsten mag es der Betriebswirt ruhig, das war schon in seiner Zeit als Profi so.

„Salami“ nannte man den 2,07 Meter langen Center mit den rund 130 Länderspielen in seiner Heimat – „weil man meinte, ich wäre eiskalt und die Sache wäre mir wurscht“. Doch sich aufzuregen, lenke nur von den wesentlichen Dingen ab, fand Novak immer. Ein Mal aber verlor selbst er die Beherrschung. Ausgerechnet in seiner letzten Profisaison bekam der Tscheche in Luxemburg nach 17 Jahren sein erstes technisches Foul. Zu Unrecht, wie er sich erinnert. „Du hast mir die Karriere versaut“, habe er danach im Rahmen der Aussprache zum Schiedsrichter gesagt, so Novak.

„Ich bin strukturiert“

Als Sportdirektor ist der Familienvater der ruhende Pol bei den Skyliners. Wann immer in den Bundesliga-Begegnungen Hektik im eigenen Lager ausbricht, mit seiner Gelassenheit nimmt der Funktionär im dunklen Anzug eine Sonderrolle ein. Besonders mit Didin, der seinen nominell Vorgesetzten im Spaß schon mal mit „Mr. Novak“ anredet, ergänzt sich der Sportdirektor gut. Die impulsive Art und direkte Ansprache des Türken beim Umgang mit einigen Spielern lässt Novak bisweilen schmunzeln. „Murat ist eher sehr spontan. Ich hingegen bin eher strukturiert. Wir sind ganz verschiedene Typen“, sagt der Sportdirektor.

Die Geburt seiner beiden Kinder war „immer sehr detailliert geplant“. Sowohl sein Sohn als auch seine Tochter kamen jeweils am Saisonende zur Welt, damit die Familie zum Start der neuen Spielzeit wieder gemeinsam ins Ausland ziehen konnte. Umgekehrt findet es Didin, dessen zweiter Vorname „Kamil“ ist, beachtlich, dass Novak im Eifer des Gefechts kaum Emotionen zeigt. „Egal, was passiert, Kamil akzeptiert es. Er ist sehr cool“, so der Headcoach. Auch wenn es Didin nicht ausspricht: für seinen Geschmack könnte Novak gelegentlich wohl ein bisschen autoritärer sein. Doch der nimmt für sich in Anspruch, auch auf den Tisch hauen zu können, „wenn ich Dinge sehe, die hier nicht reinpassen“.

Ein Machtmensch ist der Sportdirektor allerdings nicht. Mit seiner offenen und bescheidenen Art zählt der Tscheche zu den umgänglichsten Bundesliga-Managern. Nicht, dass Didin ihn wegloben wollte – wegen dessen Erfahrung hielte der Skyliners-Trainer Novak auch für den Posten des Generalmanagers bei der tschechischen Nationalmannschaft bestens geeignet. In der Tat erhält der Frankfurter Sportdirektor, der schon mit 17 Nationalspieler war, immer wieder Angebote aus seiner Heimat – auch als Trainer.

„Kamil lebt für den Basketball“

Ans Weggehen hat Novak indes noch nie gedacht, zumal er sich nicht in der Rolle des Headcoaches sieht und ein Vertrauensverhältnis zu Wöbke aufgebaut hat. Mit dem Skyliners-Geschäftsführer spielte der ehemalige Center Mitte der neunziger Jahre in Rhöndorf in der zweiten Liga zusammen. 2002 wechselte er zum Abschluss seiner aktiven Karriere nach Frankfurt. Während sich Novak im Büro der Skyliners zunächst um den „Company Cup“ kümmerte, unterstützte er den Kooperationspartner MTV Kronberg in der Regionalliga mit seiner Erfahrung. Im Herbst 2005 beförderte ihn Wöbke dann zum Sportdirektor der Profimannschaft. In dieser Funktion führt er in Absprache mit dem Geschäftsführer nicht nur die Vertragsverhandlungen mit dem spielenden Personal, seit einiger Zeit kümmert sich Novak auch verstärkt um die eigene Nachwuchsförderung.

Was sein Engagement für den Verein betrifft, kann es der Sportdirektor, der bei der Europameisterschaft 1999 in Frankreich gegen Dirk Nowitzki spielte, ohne Probleme mit dem Trainer aufnehmen. „Kamil lebt für den Basketball. Schon frühmorgens ist er in der Halle“, berichtet Didin. Aber auch abseits der Schreibtischarbeit ist mit Novak zu rechnen. Beim vereinsinternen Pokerturnier belegte der Tscheche jüngst den dritten Platz. Nicht nur als Sportdirektor hat er eben die Ruhe weg.

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