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Rotsee-Regatta Achter siegt und siegt und siegt

 ·  Die Konkurrenz kommt zwar näher, aber noch immer nicht heran. Der Deutschland-Achter bleibt zwei Monate vor Olympia das Maß der Dinge. Auch in anderen Bootsklassen stimmt der Kurs. Nur um den Einer gibt es wieder einmal Diskussionen.

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© dapd Eine halbe Bootslänge voraus: Der Deutschland-Achter auf dem Rotsee

Der Deutschland-Achter hat die olympische Generalprobe mit Bravour bestanden. Neun Wochen vor den Sommerspielen setzte die Crew um Schlagmann Kristof Wilke ihre seit Peking 2008 anhaltende Siegesserie fort und feierte beim Weltcup in Luzern einen aus psychologischer Sicht wichtigen Erfolg. Im Finale der hochkarätig besetzten Rotsee-Regatta verwies das Paradeboot des Deutschen Ruderverbandes (DRV) Großbritannien und Kanada auf die Plätze.

Den 34. Sieg im 34. Rennen wertete Trainer Ralf Holtmeyer als ermutigendes Signal für London: „Das habe ich in dieser Form nie erlebt. Diese Stabilität ist beeindruckend.“

Nicht nur der Achter bereitete Freude. Für den zweiten deutschen Erfolg sorgte der Männer-Doppelzweier. Der Sieg über Australien und Frankreich beförderte auch das Duo Eric Knittel (Berlin) und Stephan Krüger (Rostock) in den Kreis der Olympia-Favoriten. Mit leuchtenden Augen ließ Krüger den Parforceritt Revue passieren: „Das hat viel Spaß gemacht. Es war unser Ziel, dieses Rennen zu bestimmen.“

Zweite Plätze in beiden Doppelvierern und ein dritter Rang im Frauen-Doppelzweier rundeten den Auftritt der DRV-Flotte ab. „Wir sind auf gutem Kurs. Es gibt keinen Grund zur Klage“, kommentierte Cheftrainer Hartmut Buschbacher.

Hacker droht mit Olympia-Boykott

Vor allem der bärenstarke Auftritt des Achters lässt für London hoffen. In einem bis zuletzt hartumkämpften Rennen bewiesen die Weltmeister Nervenstärke und Stehvermögen. Selbst die Weltbestzeit der Kanadier im Vorlauf am Freitag ließ den Rotsee-Titelverteidiger kalt. Mit dem Start-Ziel-Sieg eine halbe Bootslänge vor den Briten untermauerte der DRV-Achter seine Ausnahmestellung.

„Das gibt einem ein gutes Gefühl für die letzten Wochen der Olympia-Vorbereitung“, sagte Steuermann Martin Sauer (Berlin). Nur die Diskussion um die Besetzung des Einers störte den Verbandsfrieden. Mit dem fünften Rang im Finale ging das Rätselraten über den Formeinbruch von Marcel Hacker beim verbandsinternen Frühjahrstest Mitte April zu Ende. Dennoch zögert Buschbacher die Zusage für London hinaus. Zum Verdruss von Hacker denkt der DRV-Cheftrainer über eine weitere nationale Ausscheidung nach. „Auf solche Spielchen habe ich keine Lust“, kritisierte der ehemalige Skiff-Weltmeister, „dann muss ich andere Register ziehen und notfalls darauf verzichten.“

Im Gegensatz zu seinen nationalen Widersachern Karsten Brodowski (Berlin) und Mathias Rocher (Magdeburg) erreichte der 35 Jahre alte Routinier beim Stelldichein der Weltelite immerhin das Finale. Dort verließen ihn nach starken Auftritten im Viertel- und Halbfinale allerdings die Kräfte. Rocher schaffte es in Luzern nur auf Rang zehn, für Brodowski war bereits im Viertelfinale Endstation. Deshalb wähnt auch Hacker-Coach Ralf Hollmann seinen Schützling im DRV-Ranking deutlich vorn: „Eigentlich ist die Sache sportlich entschieden.“

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