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Rolf Aldag im Gespräch : „Die Muskeln sagen: Stopp!“

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Die Ruhe vor dem Workout: Schon zu Radprofi-Zeiten war Aldag beeindruckt von den Thriathleten, die er im Trainingslager traf Bild: imago sportfotodienst

2005 beendete er seine erste Karriere. Doch durch eine Wette wurde er Triathlet: Im FAZ.NET-Interview spricht der frühere Radprofi Rolf Aldag über die Schmerzen durch seine „zweite Liebe“ und das Schwimmen mit Fischen.

          Rolf Aldag, 43, war 15 Jahre lang Radprofi. Für das Team Telekom und für T-Mobile fuhr er zehnmal die Tour de France. 2005 beendete er seine aktive Karriere und arbeitete als Sportdirektor bei T-Mobile. 2007 gestand er Epo-Doping ein. T-Mobile-Chef Bob Stapleton hielt dennoch an ihm fest und übernahm ihn auch als Manager in sein neues Team HTC-Highroad.

          Aldag gilt heute als wortgewandter Kritiker des internationalen Radsportverbandes und als Doping-Gegner. Seit Anfang des Jahres ist er „Managing Director“ für Deutschland bei der World Triathlon Corporation, dem Eigner des Ironman-Labels.

          Laufschuhe und Badehose zählen nicht gerade zur Grundausstattung eines Radprofis. Wie kamen Sie zum Triathlon?

          Ich war als Radprofi oft im Club La Santa auf Lanzarote, und dort haben immer viele Triathleten trainiert. Lothar Leder, Thomas Hellriegel, mit ihnen habe ich viele Einheiten gemacht. Ich bin mit ihnen Rad gefahren, danach war ich platt und hab mich aufs Bett gelegt, aber diese Jungs sind dann erst mal Laufen gegangen. Das hat mich fasziniert. Und wenn ich am nächsten Morgen zum Frühstück ging, kamen sie mir schon in der Badehose entgegen.

          Das hat Sie beeindruckt?

          Ja, mein Eindruck dabei war immer, so richtig gewürdigt werden diese Jungs nicht. Mich hat gestört, dass die Triathleten so ein Schattendasein fristen. Ich habe gesagt, das kann doch nicht wahr sein, dass keiner versteht, was diese Jungs leisten. Das ZDF drehte 2006 einen Film über mein Triathlon-Abenteuer, mir ging es dabei vor allem darum, mehr Öffentlichkeit zu suchen und diesen faszinierenden Sport aus der Ecke rauszuholen, das wollte ich 2006, und das will ich auch heute noch, da ich für die Ironman Company arbeite.

          „Diese Müdigkeit war für mich ganz neu“: Aldag beim Ironman Lanzarote 2006
          „Diese Müdigkeit war für mich ganz neu“: Aldag beim Ironman Lanzarote 2006 : Bild: privat

          Wann hatten Sie sich entschlossen, einen Ironman zu machen?

          1999 saßen wir auf Lanzarote auf ein Bier zusammen, und ich war ein bisschen vorlaut. Laufen, habe ich gesagt, das kann doch jeder, einen Marathon würde ich locker unter 2:45 Stunden laufen, dann haben wir zum Kellner gesagt, komm, wir brauchen einen Kugelschreiber, und dann haben wir auf einen Bierdeckel geschrieben, dass ich den Hamburg-Marathon unter 2:45 Stunden laufe, und wenn ich das nicht schaffe, dass ich dann zwei Ironman-Rennen im gleichen Jahr machen werde.

          Es hat bis dahin noch ein paar Jahre gedauert.

          Ja, Ende 2005 habe ich meine Rad-Karriere beendet, so lange musste ich warten. Also 2006. Aber die Vorbereitungszeit war äußerst knapp, weil ich bis Februar noch Sechstagerennen gefahren bin und nicht laufen konnte. Das war nicht einfach: Ich hatte zwar eine brutale Ausdauer, aber keine Laufgrundlage. Mein Herz-Kreislauf-System sagte: Lauf schneller, lauf schneller, du kannst auch 2:15 Stunden schaffen, aber meine Muskeln sagten: Stopp! Keinen Schritt weiter! Willst du uns ruinieren? Nach der ersten Laufwoche habe ich gesagt: Das wird nichts, ich lern mal besser schwimmen.

          Wie gut konnten Sie schwimmen?

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