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Roland Garros Schwerstarbeit bringt Petkovic ins Viertelfinale

31.05.2011 ·  Zum dritten Mal innerhalb von nur drei Wochen trifft Andrea Petkovic auf Maria Kirilenko. Zum dritten Mal heißt die Siegerin Petkovic. Aber die Darmstädterin muss schwer schuften, um sich das Viertelfinale gegen Scharapowa zu verdienen.

Von Thomas Klemm, Paris
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Ihr kleines Jubiläum hätte Andrea Petkovic eigentlich groß feiern können. Zum 25. Mal trat die deutsche Tennisspielerin bei einem Grand-Slam-Turnier zu einem Match an, doch als das Achtelfinalduell von Roland Garros gegen Maria Kirilenko beendet war, fehlte der 23 Jahre alten Darmstädterin die Kraft für eine ausgiebige Freudenszenen. „Das war das schwerste aller vier Spiele in Paris“, sagte sie sichtlich geschlaucht, nachdem sie die überraschend stark aufspielende Russin 6:2, 2:6 und 6:4 besiegt hatte und als erste Deutsche seit Anna-Lena Grönefeld 2006 bei den French Open die Runde der letzten acht erreicht hat.

Die beste deutsche Tennisdame hatte am Montagabend Schwerstarbeit zu verrichten, körperlich wie mental. Es war ein Spiel, das im Guten wie Schlechten viele Wendungen parat hielt und auch in die andere Richtung hätte kippen können. Konstant war nur die Spielzeit der einzelnen Sätze: Jeder dauerte 44 Minuten, was summa summarum 2:12 Stunden ergab. „Kleine Aussetzer“ habe sie gehabt, sagte Andrea Petkovic, die im Viertelfinale nun eine noch größere russische Herausforderung erwartet: Maria Scharapowa. Zum dritten Mal in dieser Saison werden die beiden Spielerinnen an diesem Mittwoch aufeinandertreffen, jede Dame entschied bisher ein Match für sich. „Um sie zu schlagen, muss ich mein bestes Sandplatztennis spielen“, sagte die Darmstädterin.

Die große weite Tenniswelt kann manchmal ziemlich klein erscheinen. Zum dritten Mal innerhalb von nur drei Wochen hatten sich am Montag sogar die Wege von Andrea Petkovic und Maria Kirilenko gekreuzt: Nach den Begegnungen in Rom und Straßburg, die jeweils die Darmstädterin glatt in zwei Sätzen für sich entschieden hatte, gab es im Achtelfinale von Paris also keine Geheimnisse mehr zwischen den beiden. Auf der einen Seite stand die Weltranglistenzwölfte aus Deutschland, die aggressiv das Spiel zu bestimmen und den Aufschlag ihrer Gegnerin zu attackieren versuchte; auf der anderen Seite die fünfzehn Plätze tiefer eingestufte Konterspielerin aus Russland, die öfter variierte und an der Grundlinie reichlich rackern musste.

Rhythmusstörungen

Im ersten Satz dominierte Andrea Petkovic das Geschehen, scheuchte die Russin von einer Ecke in die andere und beendete den Durchgang mit einem Ass. Nachdem sich Maria Kirilenko daraufhin eine Auszeit genommen und für sieben Minuten den Platz verlassen hatte, geriet die Darmstädterin vorübergehend aus dem Rhythmus. Sie verschätzte sich bei manchen Bällen, leistete sich zunehmend Fehler und wusste mit den Tempowechseln der Russin plötzlich nicht mehr umzugehen. Zweimal ließ sich die Dreiundzwanzigjährige den Aufschlag abnehmen, und als sie selbst eine Vorhand ins Netz schlug, war der zweite Satz komplett gelaufen.

Andrea Petkovic ließ daraufhin ihrem Frust freien Lauf, schlug mit der Faust auf den Oberschenkel und mit einer Wasserflasche auf die Bank - mit Erfolg. „Ich muss immer die Balance halten, darf nicht zu ruhig werden, muss mich aber immer wieder pushen“, sagte sie später. Den Vorteil eines Breaks zum 3:2 gab die Darmstädterin zwar nach einem Doppelfehler zum 4:4 wieder her, holte sich aber postwendend das Reabreak und verwandelte anschließend ihren zweiten Matchball. „Ich fühle mich geehrt, im Viertelfinale eines Grand-Slam-Turniers zu stehen“, sagte Andrea Petkovic. Diese Ehre wird ihr zum zweiten Mal zuteil, die Premiere bei den Australian Open liegt gerade einmal vier Monate zurück.

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Jahrgang 1966, Sportredakteur.

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