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Rod-Laver-Cup im Tennis : Spektakel garantiert

  • -Aktualisiert am

Der Patron des Turniers und die aktuellen Helden: Rod Laver (r.) neben Rafael Nadal und Roger Federer (l.) Bild: DIVISEK/EPA-EFE/REX/Shutterstock

Nur ein Showturnier? Das weisen die Hauptdarsteller beim ersten Rod-Laver-Cup weit von sich. Alle Stars gehen die Sache auf dem schwarzen Tennisplatz mit großem Engagement an.

          Schmal sah er aus, und er stand ein wenig wacklig auf den Beinen, aber es war ihm ein Vergnügen, der kleinen Versammlung ein paar Begrüßungsworte zu schenken. Es sei aufregend, seinen eigenen Namen auf einem Pokal zu sehen, sagte Rod Laver an einem Donnerstag um die Mittagszeit, er freue sich sehr. Aber der Name steht in diesen Tagen nicht nur auf dem Pokal, um den die Mannschaften aus Europa und vom Rest der Welt nun spielen; er ist in der Prager Innenstadt an jeder Ecke präsent, und er steht auch auf einer Briefmarke, die das tschechische Industrie- und Handelsministerium in dieser Woche zum Laver Cup herausgab.

          Kein Zweifel, es sind besondere Tage für den 79 Jahre alten Australier. Laver hat unzählige Bewunderer im Kreise der Tennisspieler, und einer davon ist Roger Federer, mit dem er seit vielen Jahren befreundet ist. Federer sagt, er könne sich nicht mehr genau erinnern, wie die Idee des Laver Cups entstanden sei, Ausgangspunkt sei aber sein Wunsch gewesen, irgendwann mal ein Tennisfest zu organisieren, bei dem sich Legenden früherer Tage treffen könnten, sie zu würdigen und gleichzeitig deren Inspiration an die junge Generation weiterzugeben. Daraus entstand eine Veranstaltung, die dem Ryder Cup nachempfunden ist, bei denen Golfprofis aus Europa und den Vereinigten Staaten alle zwei Jahre um einen Pokal und jede Menge Prestige spielen. „Dass es zum Laver Cup kommt und in diesem Format, das hab ich natürlich nicht gewusst, ich hab den Ryder Cup nicht großartig geschaut“, sagt Federer. Und dass alles so schön und groß werden würde, das habe er sich am Anfang auch nicht vorstellen können.

          Team Europa gegen Team Welt

          Zu jedem der beiden Teams, die von Freitag bis Sonntag in der Prager O2 Arena um den ersten Laver Cup spielen, gehören sechs Spieler. Team Europa mit Rafael Nadal, Roger Federer, Alexander Zverev, Marin Čilić, Dominic Thiem und Tomáš Berdych wird betreut von Kapitän Björn Borg, zum Team Welt gehören Sam Querrey, John Isner, Denis Shapovalov, Nick Kyrgios, Jack Sock und Frances Tiafoe, angeführt von Captain John McEnroe. Für jeden Sieg in Einzel und Doppel am ersten Tag gibt es einen Punkt, zwei am zweiten und drei am dritten, und falls es nach dem letzten regulären Spiel unentschieden steht, wird ein Doppel die Entscheidung bringen. Es geht nicht um Weltranglistenpunkte, aber es gibt Geld für alle, und wenn man die Sache ganz streng betrachtet, unterscheidet sich der Laver Cup nicht von einem Showturnier oder einer Exhibition.

          Nur noch selten in der Szene zu sehen: Björn Borg, der Teamchef der Europäer Bilderstrecke
          Nur noch selten in der Szene zu sehen: Björn Borg, der Teamchef der Europäer :

          Federer mag den Vergleich nicht, Rafael Nadal mag ihn auch nicht. „Das ist keine Exhibition, auf gar keinen Fall“, sagte der Spanier am Donnerstag bei einer Pressekonferenz und sah dann die mit ihm auf dem Podium sitzenden Männer vom Team Europa an. „Stimmt doch, Jungs, oder? Wir sind hier, um zu gewinnen. Ich bin heute morgen um 4 Uhr aufgewacht, weil ich schon ans Training dachte. Und vor einer Exhibition trainiere ich normalerweise nicht.“ Wichtig, so der gemeinsame Tenor, seien die Leidenschaft und das Engagement, das jeder der Beteiligten an den drei Tagen der Veranstaltung mitbringe.

          Als Nadal beim Training mit Dominic Thiem auf dem schwarzen Boden der O2 Arena spielte, wirkte er wie immer ziemlich ausgeschlafen und engagiert, Tomáš Berdych sammelte Bälle auf, und der schwedische Kapitän Borg sah, an den Schiedsrichterstuhl gelehnt, zu. Alle Mitglieder vom Team Europa reisten einen Tag früher an als vorgesehen, um sich an die Bedingungen zu gewöhnen und möglichst viel Zeit mit der Mannschaft zu verbringen, und das sieht Federer als Zeichen der Ernsthaftigkeit und der Wertschätzung der Idee dieses Turniers.

          Er gehört mit seiner Firma Team 8 zu den Organisatoren, aber er betrachtet sich nicht als Gastgeber, sondern in erster Linie als Spieler. Als Spieler, der sich und anderen die Chance gönnt, fast eine Woche mit Björn Borg zu verbringen, der im Gegensatz zum anderen Captain, John McEnroe, nur selten bei großen Turnieren auftaucht. Borg stehe auf der Liste seiner Idole ziemlich weit oben – vermutlich irgendwo in der Nähe von Laver. Die beiden Mannschaften wohnen in unterschiedlichen Hotels, aber innerhalb der Mannschaften gibt es eine so intensive Kommunikation wie sonst bei keinem Turnier.

          Nach einer Präsentation auf dem berühmten Prager Rathausplatz, bei der der kleine Rod Laver von den großen Jungs der heutigen Zeit fast um eine Kopflänge überragt wurde, ging Team Europa zum Essen, und Federer berichtet, es sei ein total entspannter Abend gewesen. Kann man sich das so vorstellen wie beim Ausflug einer Jugendmannschaft? Irgendwie wohl schon. „Du redest mit allen, die um dich rum sind, auch mit den Freundinnen, es war total relaxt.“

          Als es dann um die Taktik der Mannschaftsaufstellung ging, sei ambitioniert diskutiert worden. „Wir hatten verschiedene Meinungen – wie das in einer Mannschaft eben ist. Am Ende muss einer die Entscheidung fällen, und das hat Borg dann auch gemacht.“ Mit der Hierarchie ist offenbar alles in Ordnung, mit der Stimmung ebenso, alles Weitere wird man sehen. Die Arena ist an allen drei Tagen ausverkauft, und es spricht nichts gegen ein schönes Spektakel auf dem schwarzen Tennisplatz.

          Quelle: F.A.Z.

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