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Reitsport-Kommentar Der Feldzug der Prinzessin

18.11.2009 ·  Prinzessin Haya von Jordanien ist Präsidentin der Internationalen Reiterlichen Vereinigung. In den traditionellen Reiterländern Europas schlägt ihrer Ansicht nach das Herz ihres Sports. Und doch versucht sie Schritt für Schritt, den Reitsport von seinen Quellen abzuschneiden.

Von Evi Simeoni
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Prinzessin Haya von Jordanien ist einst nach Europa gezogen, um Turnierreiterin zu werden. Mit Hilfe europäischer Reitmeister schaffte sie es im Jahr 2000 sogar bis zu den Olympischen Spielen in Sydney. Auch wenn sie damals gleich zum Auftakt vom Pferd fiel, sieht sie sich doch mit Stolz als ehemalige Springreiterin von internationaler Klasse.

Und sie ist auch davon überzeugt, man habe sie vor gut drei Jahren zur Präsidentin der Internationalen Reiterlichen Vereinigung gewählt, weil sie ihre Erziehung, was Pferde angeht, in Europa bekommen hat. In den traditionellen Reiterländern wie Deutschland, England oder den Niederlanden schlägt also auch ihrer Ansicht nach das Herz dieses Sports. Und doch versucht sie Schritt für Schritt, diesen komplizierten und auf viel vererbter Erfahrung begründeten Sport von seinen Quellen abzuschneiden.

Ihr Bemühen, den Einfluss ihrer einstigen Lehrmeister im Weltverband zu schmälern, zeigt sich immer klarer. Die in Kopenhagen gescheiterte Verkleinerung des erweiterten Vorstands etwa hätte es mit sich gebracht, dass sie zwei einflussreiche europäische Kritiker losgeworden wäre. Und ihr privater Feldzug gegen die Deutsche Reiterliche Vereinigung, der im wiederholten Versuch gipfelt, das letzte deutsche Vorstandsmitglied von seinem Posten zu verjagen und unter Mithilfe des Bureaus den nationalen Präsidenten zu demütigen, nimmt langsam befremdliche Züge an.

Eine auf dem Hire-and-fire-Prinzip basierenden Amtsführung

Allein mit den jüngsten, höchst beklagenswerten deutschen Dopingfällen ist das nicht zu begründen. Schließlich dominierten zuletzt die arabischen Distanzreiter, darunter ihr eigener Gatte Mohammed Al-Maktoum, die Liste der laufenden Dopingverfahren. Und das mit so verwerflichen Substanzen wie Psychopharmaka und Blutdrucksenkern. Letztere dienen zum Beispiel dazu, die Veterinärkontrollen zum Schutz der Pferdegesundheit auszuhebeln.

Natürlich sind europäische Doper keine besseren Pferdeleute. Aber ohne die Kooperation Europas wird die Reiterei dieses Problems nicht Herr werden, genauso wenig wie sie ohne den europäischen Zucht-, Ausbildungs- und Turnierbetrieb weiterbestehen kann. Allerdings kommt aus Europa auch die schärfste Kritik an der Präsidentin.

Zum Beispiel an ihrer undemokratischen, auf dem Hire-and-fire-Prinzip basierenden Amtsführung. So treffen neben den inhaltlichen Konflikten auch politische und kulturelle Gegensätze aufeinander. Statt von ihrer Vielfalt zu profitieren, droht sich die Pferdesport-Familie zu spalten.

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Jahrgang 1958, Sportredakteurin.

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