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Mittwoch, 19. Juni 2013
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Darts-WM Ein neues Wunderland

 ·  „Ich könnte nicht stolzer auf ihn sein, wenn er mein eigener Sohn wäre“: Darts-Legende PhilTaylor über seinen Nachfolger als Weltmeister. Adrian Lewis ist immerhin Taylors Ziehsohn, kommt aus demselben Ort, hat die gleiche Figur - und schafft en passant, was selbst Taylor noch nicht erreicht hat.

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Ist der neue Phil Taylor gefunden? Adrian Lewis bringt jedenfalls nicht nur wegen seiner Körperfülle viele Eigenschaften mit, die ihn zu einem möglichen Nachfolger des 15-maligen Darts-Weltmeisters befähigen: Lewis kommt wie Taylor aus der mittelenglischen Stadt Stoke-on-Trent und gilt als Ziehsohn der Legende seines Sports. Vor allem aber darf sich der 25 Jahre alte Pfeilewerfer seit Montagabend wie sein großes Vorbild Weltmeister nennen. Nach einem Sieg nach 7:5 Sätzen gegen den Schotten Gary Anderson ist Lewis erst der fünfte Titelträger in der Geschichte der fast zwei Jahrzehnte alten Profispielervereinigung (PDC).

Diesen Erfolg hat er sich im Endspiel des drei Wochen dauernden Turniers der 72 besten Spieler der PDC in allen Würden erkämpft: Lewis hat bei der WM den Rekord an „180s“ gebrochen, also dem Maximalwert aus jeweils drei Würfen eines Durchgangs. 60 Mal schaffte er diese immer wieder frenetisch von den mehr als 5000 Zuschauern im Londoner Alexandra Palace gefeierte Folge von drei im Dreifach-20-Feld plazierten sogenannten „perfekten Darts“.

Vor allem aber warf der Engländer direkt im ersten Satz des Endspiels den ersten Nine-Darter des Turniers, also den kürzesten Weg zum Herunterspielen des Ausgangswerts von 501 Zählern pro Einzelspiel mit nur neun Pfeilen. Dieses Kunststück gelang zuvor erst einem Spieler in einem WM-Finale, selbst Phil Taylor wartet nach rund 20 Weltmeisterschaftsturnieren noch auf sein erstes Neun-Pfeile-Spiel.

„Es hat mich ganz schön gefordert, dass ich nach dem Nine-Darter so couragiert weiterspielen konnte“, sagte der neue Weltmeister. „Aber ich habe mir den Sieg heute verdient.“ Der 50 Jahre alte Taylor, der Lewis in vielen Jahren als Trainingspartner an die Kunst des vermeintlichen Kneipensports heranführte, äußerte sich nach dem Finale respektvoll: „Ich könnte nicht stolzer auf ihn sein, wenn er mein eigener Sohn wäre.“

Demgemäß dürfte es dem entthronten Superstar gefallen haben, dass die Dart-Fans Lewis mit derselben Hymne feierten wie ihren eigentlichen Liebling bis zu dessen Ausscheiden im Viertelfinale des Turniers. Zur Melodie des englischen Klassikers „Winter Wonderland“ singen sie nun eben vom Lewis-Wunderland und nicht mehr von Taylors einst scheinbar uneinnehmbarem Reich.

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Jahrgang 1973, Sportredakteur.

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