12.03.2007 · Auch wenn Jan Ullrich - anders als zunächst geplant - nicht bei der Präsentation des österreichischen Radteams Volksbank anwesend sein wird, soll er den Rennstall dennoch beraten. Darüber hatte es am Freitag gegenteilige Meldungen gegeben.
Jan Ullrich hat das Weite gesucht, er hält sich zurzeit in Südafrika auf. Angeblich verlängert er seinen Aufenthalt dort, weil er - entgegen ursprünglicher Planung - am Dienstag doch keinen Auftritt in Wien hat.
Dort sollte Ullrich, der unlängst endgültig vom Rad stieg, als Berater des österreichischen Zweitligateams Volksbank vorgestellt werden - und man dürfe sogar, hieß es, Fragen an den Mann stellen, der seine Rücktrittserklärung in Hamburg zu einem Monolog gemacht hatte. Aber Ullrich kommt nun doch nicht nach Wien, weil er - angeblich - nicht stören möchte. Im Nachhinein nämlich wollen Ullrich und die Österreicher festgestellt haben, dass die Anwesenheit des Rostockers von der Volksbank-Mannschaft ablenken würde - und natürlich soll der Rennstall im Mittelpunkt stehen, nicht der deutsche Gast.
„Gemeinsam können wir große Dinge erreichen“
So also wird die überraschende Kehrtwendung erklärt - verbunden mit dem Hinweis, dass davon Ullrichs Engagement beim Team Volksbank keineswegs berührt sei. Er wird seine Tätigkeit bei den Österreichern wie vereinbart aufnehmen, das soll sicher sein, obwohl es am Freitag zunächst anderslautende Meldungen gegeben hatte. Teammanager Thomas Kofler betonte jedenfalls am Sonntag, dass er weiterhin zu Ullrich stehe, „absolut“. Die Dopingvorwürfe, die im Zuge der „Operación Puerto“ gegen den früheren Tour-Sieger erhoben wurden, stören Kofler offensichtlich nicht. Er sagt: „Ich vertraue ihm.“ Er will Ullrich ja auch als einen „charakterstarken“ Menschen kennengelernt haben, von dem das Team Volksbank nun nachhaltig profitieren möchte. Ullrich selbst wird dazu in einer aktuellen Mitteilung der Equipe so zitiert: „Gemeinsam können wir große Dinge erreichen.“
Kofler sagte am Sonntag auch, er stehe weiterhin in Kontakt zu Jörg Jaksche. „Das ist nicht abzustreiten.“ Ob aber eine Verpflichtung des Franken, der neulich über ein mögliches Karriereende sprach, zustande kommen könnte, ließ Kofler offen. Jaksche soll - wie Ullrich - ein Anhänger illegaler spanischer Muntermacher gewesen sein. Kofler im Übrigen propagiert vehement die reine Lehre des Radsports: „Wir treten für sauberen Sport ein.“
Oh, armer Jan!
Jörg Beckmann (JLEBeckmann)
- 09.03.2007, 18:43 Uhr
Jan Ullrich der Sieger!
Hartmut Schliefkowitz (Kapau2007)
- 10.03.2007, 10:17 Uhr